Fakultät Wirtschaft - BWL - Handel

Exkursion zur Alois Heiler GmbH

Exkursion zur Alois Heiler GmbH und seiner Schwesterfirma SITEC GmbH

Die Studierenden des jeweiligen 2. Semesters vertiefen die Vorlesungsinhalte Produktion und Logistik mit einer Exkursion zu produzierenden Unternehmen der SHK- / Baubranche.

In diesem Jahr ging es für die Studierende mit der Studiengangsleitung mit dem Bus auf dem Rückweg von Grohe auf der Rheinschiene nach Waghäusel zur Alois Heiler GmbH und ihrer Schwesterfirma Sitec GmbH.

Bei der Alois Heiler GmbH stehen technologisch innovative Produktentwicklungen mit einem hohen Praxisnutzen für den Kunden im Vordergrund um sich am Markt, durch hohe Qualität und 100% "Made in Germany" zu differenzieren.

Hier ist der Bereich ebenerdige, altersgerechte Duschen, komplett vom Glasboden mit integriertem Ablaufsystem über die Glasrückwände sowie minimalistische Schiebetürsysteme und rahmenlose Konstruktionen, die leicht reinigbar sind, der Trend. Leicht reinigbar bedeutet,  bspw. dass die nötigen Überschneidungen bei Schiebetüren zum Vermeiden von Spritzwasser für die Reinigungssituation aufgehoben, Beschläge innen oberflächenbündig angebracht und auf Aluminiumprofile an der Wand und im Einstiegsbereich gänzlich verzichtet werden können.

Die  Alois Heiler GmbH und ihr Schwesterunternehmen Sitec GmbH waren im Hinblick auf die Produktion ein überaus interessantes Kontrastprogramm zu Grohe. Hier steht eine individuelle Konfektionierung von Glasduschen im Vordergrund. Man ist dabei von organisatorisch einfachen Systemen auf dem Weg zu automatisierten Systemen zur Variantengenerierung bereits beim Aufmaß beim Kunden, über eine automatisierte Angebotskalkulation zur Datengenerierung für die NC-Programme zum Glasschneiden und zur Stücklistengenerierung für die Kommissionierung vor der Montage.

Die Produktion ist geprägt durch individuelle Glaszuschnitte, Bohren, Schleifen, CNC-Fräsen und Wasserstrahlschneiden auf modernen Maschinen, keramisches Siebdrucken, hydrophobe Glasbeschichtung nach Kundenwunsch und das thermische Vorspannen der Gläser zu Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) bei der Glasproduktion des Schwesterunternehmens Sitec GmbH, welches zusammen mit dem befreundeten Unternehmen Glas Herzog GmbH welches eher im Isolierglasbereich tätig ist, gegründet wurde um die Qualität der Glaszulieferungen zu verbessern, was als sehr gelungen bewertet wird. Also eine sehr effiziente Variante des Insourcing zum Nutzen aller Beteiligter. Die Erfahrung beider Unternehmen (Heiler und Herzog) vor der Gründung der Sitec GmbH hatte gezeigt, dass die i. d. R. auf Masse ausgelegten bisherigen Lieferanten die geforderte Qualität in der individuellen Bearbeitung nicht dauerhaft liefern konnten.

Anschließend erfolgt der Zuschnitt der Kunststoff-Profile und die Kommissionierung der Beschläge sowie die Versendung, interessanterweise in speziellen Wellpappe-Systemen, auf die Baustelle, wo nur Werksmonteure und intensiv geschulte Installateure die Duschen beim Kunden installieren.

Interessant war der Aufwand der Bearbeitung, die Komplexität und die Besonderheiten des Werkstoffs Glas, die sehr individuelle Fertigung, ganz anders als bei Grohe am Vormittag für die Studierenden. Von zentraler Bedeutung ist bei Heiler die Qualität, weil irgendein kleines Problem sofort zu sehr hohen Reklamationskosten von 500 - 1000  Euros führt, weil man die Baustelle erneut anfahren muss. Qualität bei den Mitarbeitern und eine sorgfältige Prüfung aller Arbeitsschritte wird daher groß geschrieben bei Heiler.

Herr Stephan Heiler und Herrn Andreas Canali ein herzliches Dankeschön für  die sehr tiefen Einblicke ins Unternehmen, welches zweistufig an die Handwerker verkauft. Die Studierenden haben Einblick in eine viel komplexere als erwartete Produktion erlebt mit einem faszinierenden modernen Werkstoff, mit dem fast alle in der Zukunft noch zu tun haben werden. Nochmals vielen Dank.

Auf der anderen Seite wurde auch dem Unternehmen von einem Studierenden über die Diskussion und die Tiefe der Fragen wahrscheinlich vermittelt, welche Potenziale in neuen Marktansätzen vielleicht in der Zukunft stecken.