Historische Entwicklung

Das Duale Studium - kurz gefasst

Ein Kalender

Zu Beginn der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts entwickeln die schwäbischen Traditionsunternehmen Bosch, Daimler-Benz und SEL neue betriebliche Ausbildungsinitiativen. Sie ergänzen dabei die Ausbildung von Abiturienten im Unternehmen durch theoretische Kurse auf Hochschul-Niveau. Einerseits soll hierdurch die Attraktivität und Qualität der Ausbildung verbessert werden. Andererseits will man den steigenden Bedarf an hoch qualifizierten Fachkräften decken.

  • 1972 wird dann der konzeptionelle Vorläufer der Berufsakademien, das "Stuttgarter Modell", der Öffentlichkeit vorgestellt. Damals bewerben sich auf die 30 Ausbildungsplätze bei den drei Unternehmen 250 Abiturienten.
  • 1973: Der Ministerrat des Landes Baden-Württemberg beauftragt das Kultusministerium zu prüfen, ob auf der Grundlage des Stuttgarter Modells eine Alternative zum Studium an Hochschulen geschaffen werden könnte. Die Initiative findet den Beifall der Wirtschaft.
  • 1974: die Berufsakademien in Stuttgart und Mannheim starten am 1. Oktober im Rahmen eines Modellversuchs mit insgesamt 164 Studierenden und 51 Ausbildungsfirmen in zwei Ausbildungsbereichen: Wirtschaft (Bank, Datenverarbeitung, Industrie und Versicherung) und Technik (Maschinenbau und Elektrotechnik).
  • 1975: An der Berufsakademie Stuttgart nimmt der Ausbildungsbereich Sozialwesen seine Arbeit auf. Im selben Jahr wird die Außenstelle der BA Stuttgart in Villingen-Schwenningen gegründet.
  • 1976: Eine Außenstelle der BA Stuttgart wird in Heidenheim gegründet.
  • 1977: Die BA Stuttgart eröffnet eine weitere Außenstelle in Ravensburg.
  • 1979: die BA Villingen-Schwenningen und Heidenheim erreichen die kritische Masse an Studienplätzen und werden in selbstständige BA-Standorte umgewandelt. Im gleichen Jahr entsteht die BA Karlsruhe als Außenstelle der BA Mannheim.
  • 1981: Gründung einer Außenstelle der BA Mannheim in Mosbach.
  • 1982: wird das „Gesetz über die Berufsakademie im Land Baden-Württemberg“ verabschiedet. Damit wurden die Berufsakademien als reguläre Einrichtungen des tertiären Bildungsbereichs verankert. Der Ministerrat beschließt das BA-System weiter auszubauen.
  • 1984:  Die Landesregierung kündigt an, zusätzlich 7,5 Millionen Mark in den Ausbau der Berufsakademien zu investieren, um der Überlast zu begegnen. Im Bundestag wird ein Gesetz abgelehnt, das eine Anerkennung des BA-Diploms als Hochschulabschluss vorsieht.
  • 1985: Die Gesamtzahl der Studierenden erreicht 5.000 bei kontinuierlich weiter steigender Nachfrage.
  • 1990: Es erfolgt eine weitere Aufstockung auf nunmehr 12.140 Plätze. Hiervon sind 9.000 als Dauerlast, 3.140 als Überlastplätze vorgesehen.
  • 1992: Eine Kommission erhält den Auftrag, Modelle für eine Fortentwicklung der Organisation der BA Baden Württemberg zu erarbeiten und dabei insbesondere auszuloten, wie das Ziel der überregionalen Anerkennung erreicht werden kann.
  • 1995: Auf der Konferenz der Kultusminister in Halle wird eine Empfehlung an die Bundesländer ausgesprochenen, Berufsakademie-Absolventen gleichwertig wie Fachhochschulabsolventen zu behandeln. Damit wird eine europaweite Anerkennung der BA-Abschlüsse vorbereitet.
  • 1997: Die europaweite Anerkennung der Abschlüsse der Berufsakademien erfolgt durch die Mitteilung des Bundeswirtschaftsministers an die EU.
  • 2004: Die Kultusministerkonferenz beschließt, dass die Abschlüsse der Berufsakademie, nach Umstellung auf Bachelor und entsprechender Akkreditierung, hochschulrechtlich mit Bachelor-Abschlüssen anderer Hochschulen gleichgestellt werden. 
  • 2006/07: Dem Bologna-Prozess entsprechend werden die Diplom-Studiengänge der Berufsakademien in Bachelor-Studiengänge umgewandelt und von der Zentralen Evaluations- und Akkreditierungsagentur Hannover (ZEvA) evaluiert und akkreditiert. Die Abschlussbezeichnungen lauten seither „Bachelor of Arts“ in den Bereichen Wirtschaft und Sozialwesen sowie „Bachelor of Engineering" im Bereich Technik. Bei informatikorientierten Studiengängen heißt der Abschluss „Bachelor of Science". 
  • 2008: Im Zuge einer Nachevaluierung werden alle Studiengänge als Intensivstudiengänge mit 210 ECTS-Punkten bewertet.
  • 2009: Gemäß der Koalitionsvereinbarung des Landtags vom 5. Mai 2006 wird die Berufsakademie Baden-Württemberg zum 1. März in eine Duale Hochschule nach dem Vorbild des US-amerikanischen State-University-Systems umgewandelt. Die Föderalismus-Reform eröffnet den notwendigen rechtlichen Spielraum, die BA ohne Verzicht auf deren bisherige Strukturmerkmale in die Duale Hochschule Baden-Württemberg weiterzuentwickeln.