Fakultät Technik - Maschinenbau

Ausübungs- und Aufstiegsformen

Was ist Maschinenbau?

Tätigkeit in der Industrie

Der Maschinenbauingenieur findet  zum großen Teil in den Konstruktions- und Entwicklungsabteilungen der Unternehmen sein Einsatzfeld. Da das Studium des Maschinenbauingenieurs sehr allgemein gehalten ist, wird in ihm eine breite fachliche Basis gelegt, die es vielen Absolventen erlaubt, auch in anderen Einsatzfeldern von Unternehmen erfolgreich tätig zu werden; so z. B. im Bereich der Produktion, im Vertrieb oder auch im technischen Service.
Bezüglich des fachlichen Tätigkeitsfeldes ist in großen Betrieben eine weitgehende Spezialisierung der Tätigkeiten anzutreffen. Dem Ingenieur im kleineren oder mittelständischen Betrieb (bis 500 Mitarbeiter) werden hingegen oft mehrere Arbeitsgebiete gemeinsam übertragen. Sein Tätigkeitsfeld gestaltet sich deshalb hier oft wesentlich vielfältiger.

Zum Tätigkeitsfeld des Ingenieurs gehören meist jedoch nicht nur die rein technisch geprägten Tätigkeiten. Meist kommen organisatorische Aufgaben hinzu, vielfach auch Leitungsfunktionen, z. B. als Gruppenleiter. Ein Aufstieg in leitende Positionen des Managements ist nach einer entsprechenden Anzahl von Berufsjahren ebenfalls möglich.

Tätigkeit im öffentlichen Dienst

Der Bachelor einer Fachhochschule oder Dualen Hochschule berechtigt zum Eintritt in den gehobenen technischen Dienst als Technischer Beamter oder Angestellter bei Kommunalbetrieben sowie bei einer Reihe anderer Gemeinde-, Länder- und Bundesbehörden. Die Ausbildung dieser Verwaltungsingenieure im Rahmen der Beamtenlaufbahn beginnt mit einem einjährigen Vorbereitungsdienst zum Inspektorenanwärter. Nach bestandener Laufbahnprüfung können folgende Ämter erreicht werden: Technischer Inspektor, Technischer Amtmann, Technischer Amtsrat, Technischer Oberamtsrat.

Im Bereich der Kommunalverwaltung hat der Verwaltungsingenieur technische Dienstleistungen für die Gemeinschaft der Bürger zu erbringen. Dazu gehören die Versorgung mit Gas, Wasser und Elektrizität, die Entsorgung, die ausreichende Bereitstellung öffentlicher Verkehrsmittel und Aufgaben im Rahmen des Umweltschutzes. Wer einen Beruf im Behördendienst ausübt, hat ungeachtet seiner Ingenieur-Ausbildung vielfach vorwiegend Verwaltungsaufgaben zu erfüllen. Daneben stehen Aufgaben auf dem Beschaffungssektor mit der Möglichkeit, technische Produkte maßgebend zu beeinflussen. Der Verwaltungsingenieur wendet aufgrund seiner Sach- und Rechtskenntnisse Gesetze, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften an. In höheren Ämtern entscheidet er selbständig oder bereitet Entwürfe für Einzel- oder Grundsatzentscheidungen vor. Daneben gibt es eine ganze Reihe von öffentlichen oder halböffentlichen Institutionen, wie z. B.

  • Technische Überwachungsvereine und Prüfämter,
  • Großforschungseinrichtungen,
  • Hochschulen etc.,

die gleichfalls Einsatzmöglichkeiten für den Maschinenbauingenieur bieten. 

Tätigkeit im Schuldienst

Für bestimmte Fächer, in denen mehr praktische Fertigkeiten als theoretische Kenntnisse vermittelt werden müssen, werden Fachlehrer bzw. Technische Lehrer eingesetzt. Die Ausbildungs- und Anstellungsvorschriften sind in den Bundesländern unterschiedlich. Teilweise ist die Übernahme in das Beamtenverhältnis (gehobener Dienst) möglich.
Der Ingenieur im Schuldienst hat wie jeder Lehrer die Aufgabe, Lehrinhalte, die er seinen Schülern vermitteln will, so für den Unterricht zu gestalten, aufzubereiten und darzubieten, dass seine Zuhörer Fähigkeiten und Begabungen entwickeln, Kenntnisse und Wissen erwerben und sich in Praktika bestimmte Techniken und Fertigkeiten aneignen. Eine pädagogische Eignung und ein ausgeprägter Sinn für Methodik und Didaktik sind unerlässliche Voraussetzungen.

Selbständige Tätigkeit

Der Anteil der selbständigen Ingenieure ist, gemessen an anderen Berufsgruppen, relativ gering. Typische Bereiche, in denen es häufiger selbständige Ingenieure gibt, sind:

  • Vertrieb technischer Produkte
  • Planung und Konstruktion
  • allgemeine Beratungs- und Gutachtertätigkeiten.

Voraussetzung für eine erfolgreiche selbständige Tätigkeit ist zum einen ein hohes Maß an fachlicher Kompetenz, die meist erst während einer vorangehenden mehrjährigen Berufstätigkeit als angestellter Ingenieur erworben werden kann. Zum anderen ist ein sicheres gesellschaftliches Auftreten unerlässlich. Darüber hinaus ist die Fähigkeit zu unternehmerischem Handeln und betriebswirtschaftlichem Denken gefordert.