Fakultät Technik - Maschinenbau

Einkommensverhältnisse

Was ist Maschinenbau?

Bei einer Betrachtung der Einkommensverhältnisse muss generell zwischen einer Tätigkeit in der freien Wirtschaft und der im öffentlichen Dienst unterschieden werden. Sehr aufschlussreiche Dokumentationen über die Einkommenssituation bei den Ingenieuren veröffentlicht der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) in unregelmäßigen Abständen.

Freie Wirtschaft

Die Bezahlung von Ingenieuren (BA) wird auch in der freien Wirtschaft in den ersten Berufsjahren normalerweise in Anlehnung an festgelegte Tarife geregelt. Je nach Qualifikation und Beurteilung des Bewerbers durch den Arbeitgeber kann es hier jedoch trotzdem bereits durch die Zuordnung zu bestimmten Tarifgruppen und Leistungszulagen zu recht unterschiedlichen Zahlungen kommen.

Die recht große Schwankungsbreite resultiert zum einen aus branchenspezifischen und regionalen Unterschieden, zum anderen können natürlich auch firmenspezifische Randbedingungen und insbesondere die Person des Bewerbers selbst von beträchtlichem Einfluss sein. Neben dem reinen Studienerfolg (Noten und Dauer des Studiums) sind dies z. B. besondere Kenntnisse und Fähigkeiten,  längere praktische Tätigkeiten oder auch gute Sprachkenntnisse und vor allem das persönliche Auftreten des Bewerbers.

Eine automatische, nur von den Berufsjahren abhängige Gehaltserhöhung, wie im öffentlichen Dienst, ist in der Industrie allgemein nicht üblich. Oft wird jedoch nach einer Einarbeitungszeit von einem halben bis zwei Jahren das Gehalt entsprechend dem dann folgenden qualifizierten Arbeitseinsatz merklich erhöht. Weitere Gehaltssteigerungen erfolgen üblicherweise dann, wenn qualifiziertere Tätigkeiten, größere Aufgaben oder umfangreichere Verantwortungsbereiche übernommen werden.

Nach einer Reihe von Berufsjahren kann das Gehalt über den Tarifbereich (Gehaltsbereich, für den tarifliche Regelungen gelten) hinauswachsen, ein Teil der Ingenieure bekommt dann ein frei auszuhandelndes außertarifliches Gehalt (AT-Gehalt). Hier kommt es vor allem auf die Einsatzbereitschaft und Leistung des Mitarbeiters an, die dann auch zur Übernahme größerer Verantwortungsbereiche führen kann.

Öffentlicher Dienst

Der öffentliche Dienst kennt gegenüber der freien Wirtschaft festgelegte Vergütungsregelungen. Das Gehalt (Angestellte) bzw. die Dienstbezüge (Beamte) setzen sich jeweils aus einer Grundvergütung und dem familienstand- und kinderzahlabhängigen Ortszuschlag zusammen. Die Grundvergütung steigt alle zwei Jahre in Höhe der Dienstalterszulage bis zur Erreichung des Endgrundgehaltes.
Im Behördendienst sind die Gehälter für Angestellte durch den Bundesangestelltentarif (BAT) geregelt. Ingenieure im Angestelltenverhältnis erhalten ein Anfangsgehalt nach Vergütungsgruppe IV b BAT (häufig auch schon nach Vergütungsgruppe IV a BAT) und können im Laufe der Zeit nach Vergütungsgruppe III oder auch II a BAT aufsteigen.

Beamtete Ingenieure beginnen nach einem 2-jährigen Vorbereitungsdienst die gehobene Dienstlaufbahn mit der Besoldungsgruppe A 10 (Oberinspektor) und können im Allgemeinen mit einer Beförderung nach A II (Amtmann) rechnen. Beförderungsämter für besonders Befähigte sind dort Amtsrat (A 12) und Oberamtsrat (A 13).

Im Gegensatz zur Industrie sind die Laufbahnen für Ingenieure (TH, UNI) und Ingenieure (BA) im öffentlichen Dienst bisher strikt getrennt. Eine Laufbahn im höheren Dienst ist dem Absolventen der Fachhochschule oder Dualen Hochschule bisher verwehrt. Es gibt jedoch aktuelle Bestrebungen, den Fachhochschulabsolventen auch Zugangsmöglichkeiten zum höheren technischen Dienst zu eröffnen, der bisher nur Universitätsabsolventen zugänglich ist.