Campus-Messe lockt Studieninteressierte nach Mosbach
Tag des dualen Studiums bot Studieninformation aus erster Hand
Rund 110 Unternehmen, Studienplatz-Speed-Dating und ein volles Vortragsprogramm: Der Tag des dualen Studiums an der DHBW Mosbach zog am Samstag zahlreiche Besucherinnen und Besucher an – viele davon in Begleitung ihrer Familien oder Freunde.
Wer am Samstagvormittag über den Campus der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mosbach am Lohrtalweg lief, konnte zusehen, wie für 500 Besucherinnen und Besucher aus einer Hochschule ein Marktplatz der Möglichkeiten wurde. Rund 110 Partnerunternehmen präsentierten sich in der Ausstellung. Und spätestens als gegen Mittag die Sonne den noch kühlen Morgen ablöste, füllten sich auch die Außenbereiche mit Grüppchen, die das Gesehene und Gehörte diskutierten.
Familie als Wegbegleiter bei der Berufsentscheidung
Was auffiel: Auffallend viele Besucherinnen und Besucher kamen nicht allein. Der Tag des dualen Studiums ist längst auch ein Familienausflug geworden – und die Begleitung beschränkt sich offenbar nicht aufs Fahren. Ein Vater aus Heilbronn, der seinen Sohn an diesem Samstag begleitete, erzählte, dass er bei der Auswahl geeigneter Unternehmen mithelfe und Tipps zur Bewerbung gebe. „Als ich damals studiert habe, habe ich mich einfach in den Hörsaal gesetzt und ins Studium hineingeschnuppert", erinnerte er sich. Beim dualen Studium sei das anders: Hier brauche es von Anfang an ein Partnerunternehmen, und deshalb sei eine gründliche Vorbereitung wichtig. Sein Sohn nutzte die Messe, um mit Unternehmen ins Gespräch zu kommen. Für den Junior steht fest: Nach zwölf Jahren Schule soll es nicht noch weitere Jahre nur Theorie sein. Das duale Modell, das Theorie und Praxis verzahnt, überzeugt ihn.
Auch Hendrik aus der Gegend um Mannheim war nicht allein angereist. Sein Großvater hatte den Fahrdienst übernommen. „Aber ich bin auch froh über die moralische Unterstützung", sagte der junge Mann. Er interessiert sich für Bauingenieurwesen und beschäftigt sich schon länger intensiv mit der Studienwahl. Den Tag des dualen Studiums nutzte er gezielt, um die Details der einzelnen Vertiefungsrichtungen zu erfahren und erste Kontakte zu den Unternehmen zu knüpfen. „Ich möchte sicher sein, dass ich die richtige Entscheidung treffe", sagte er.
Vom Studienkolleg auf den Campus: Internationale Studierende fiebern mit
Die Kollegiatinnen und Kollegiaten des Studienkollegs, die für ein Vorbereitungsjahr in Bad Mergentheim leben, waren ohne Eltern angereist, dafür aber in Begleitung ihrer Kommilitoninnen und Kommilitonen aus dem Jahrgang. Die jungen Leute berieten sich gegenseitig, verglichen Eindrücke und fieberten gemeinsam mit, wenn einer von ihnen aus einem Gespräch mit einem Unternehmen zurückkam. Das Studienkolleg bereitet internationale Studierende gezielt auf technische Studiengänge vor, und für viele von ihnen war der Tag des dualen Studiums die beste Gelegenheit, direkt im Anschluss an ihr Vorbereitungsjahr einen Studienplatz zu ergattern. Denn das duale Studium bietet neben dem akademischen Abschluss auch etwas, das gerade für internationale Studierende von besonderer Bedeutung ist: finanzielle Unabhängigkeit. Anders als bei einem klassischen Hochschulstudium erhalten dual Studierende ein monatliches Gehalt von ihrem Partnerunternehmen – und zwar sowohl in den Theorie- als auch in den Praxisphasen. Für die Studienkollegiaten, die sich in einem fremden Land eine Zukunft aufbauen, kann das den entscheidenden Unterschied machen.
Zwischen Code und Kreativität
Vor ganz anderen Fragen stand Sophie. Sie interessiere sich für alles, wo man programmieren könne, erklärte sie. Doch ob es am Ende die Informatik sein soll, in der man ganze Systemarchitekturen entwirft, oder doch eher die Studienrichtung Onlinemedien mit ihrem Mix aus Technik und Kreativität – von App-Entwicklung bis hin zu Film und digitalen Medien –, das war ihr noch nicht ganz klar. Deshalb nutzte sie die Gelegenheit, sich in der Fachstudienberatung vor Ort ausführlich beraten zu lassen.
Wer sich weniger für Bildschirmarbeit als für Maschinen, Schaltkreise und Automatisierung begeistert, kam in den Insight Labs auf seine Kosten. In geführten Laborrundgängen öffneten die Studiengänge Elektrotechnik, Mechatronik und Maschinenbau ihre Türen und gaben einen Einblick in die Ausstattung, mit der die Studierenden während ihres Studiums arbeiten. Für viele Besucherinnen und Besucher war das der Moment, in dem aus einer abstrakten Studiengangsbezeichnung eine greifbare Vorstellung wurde – und aus einem vagen Interesse ein konkreter Wunsch.
Premiere auf der Campus-Messe feierte der neue Studiengang Pflege am Campus Bad Mergentheim. Zwei Duale Partner waren vor Ort vertreten: das Caritas Krankenhaus Bad Mergentheim und der Ambulante Pflegedienst Hand in Hand. Interesse sei auf jeden Fall vorhanden, berichteten beide Einrichtungen. Pflege bedeute hier insbesondere auch Pflege am Menschen – wer sich dafür entscheide, solle sich sicher sein, dass dieser Weg der richtige ist. Deshalb empfehlen sie, vorab ein Praktikum oder eine Hospitation zu absolvieren. Das sei in den meisten Fällen unkompliziert und unbürokratisch zu organisieren.
Studiengangslam: Fünf Themenblöcke, ein Format
Herzstück des Vortragsprogramms war erneut der Studiengangslam – kein klassischer Frontalvortrag, sondern ein moderiertes Vergleichsformat, bei dem Studiengänge zu gezielten Fragen Stellung bezogen. In fünf Themenblöcken konnten sich die Besucherinnen und Besucher einen kompakten Überblick über das breite Studienangebot verschaffen. Den Auftakt machte „Business Brains: Strategisch denken, erfolgreich handeln" – hier wurde deutlich, wie breit die Wirtschaftswissenschaften an der DHBW Mosbach aufgestellt sind: Von der Bankenwelt über die Industrie und das internationale Geschäft bis hin zum Steuer- und Prüfungswesen reichen die Vertiefungen, die jeweils gezielt auf die Anforderungen der jeweiligen Branche vorbereiten. Es folgte „Digital Creators: Code, Content & KI". Nach einer Pause ging es mit „Care & Compassion: Zukunft gestalten im Gesundheitswesen" weiter, bevor „Engineering Excellence: Technik, die Zukunft bewegt" die technischen Studiengänge in den Fokus rückte.
Im abschließenden Block „Future Builders: Nachhaltig planen & gestalten" zeigte sich exemplarisch, wie die DHBW Mosbach das Thema Nachhaltigkeit studiengangsübergreifend denkt. Hier trafen Bauingenieurwesen - Nachhaltiges Bauen, der Studiengang Sustainable Management und die BWL-Studienrichtung Nachhaltiges Bauen und Ressourcenmanagement aufeinander. Was sie verbindet, ist der Gedanke der Kreislaufwirtschaft – ein Ansatz, der technische, planerische und betriebswirtschaftliche Perspektiven zusammenführt. Das Thema ist bei den jungen Leuten weiterhin stark nachgefragt: Eine Studieninteressentin war mitten in der Nacht losgefahren, um einen Studienplatz für Sustainable Management zu ergattern.
Väter, Großväter, Kommilitonen oder Fachstudienberatung – der Tag des dualen Studiums zeigte einmal mehr, dass die Wahl des richtigen Studiums selten eine einsame Entscheidung ist. Dass solche Formate möglich sind, liegt auch an der Unterstützung aus der Region: Die Stiftung Pro DHBW Mosbach fördert den Tag des dualen Studiums großzügig und auch die Norma Group überreichte eine Spende in Höhe von 5.000 Euro.

