Kooperative Promotion an der DHBW Mosbach

Die zunehmende Expertise der DHBW Mosbach im Bereich Forschung und Entwicklung dokumentiert sich auch in Promotionsarbeiten. Diese werden mit Universitäten und einer Pädagogischen Hochschule mit Promotionsrecht durchgeführt.

Mit Hilfe des DHBW-eigenen Förderprogramms „Innovationsprogramm Forschung (IPF)“ wird an der DHBW Mosbach gleichzeitig ein akademischer Mittelbau für Forschung und Lehre weiter ausgebaut und die forschungsbasierte Lehre unterstützt. Darüber hinaus führt die DHBW Mosbach in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Heidelberg mehrere Projekte durch, die ebenfalls in Promotionsarbeiten einfließen.

Aktuelle kooperative Promotionen

Heiko Fischer zum Thema Digital Sales / Digitale Transformation im Technischen Vertrieb

Ausgangslage

Die digitale Transformation als ein Megatrend in der Industrie, wird aktuell insbesondere aus drei Blickwinkeln betrachtet:

  • Produktion: Besonderer Fokus liegt hier auf technischen Aspekten, wie z. B. der Vernetzung von Maschinen oder der Automatisierung der Produktion.
  • Gesellschaft: Diese Sichtweise beschäftigt sich mit Fragestellungen zur gesellschaftlichen Akzeptanz der digitalen Transformation.
  • Wirtschaft: Hierin vereinen sich wirtschaftswissenschaftliche Diskussionen zur Umsetzung neuer, datengetriebener Geschäftsmodelle.

Es fällt auf, dass sowohl in der wissenschaftlichen Literatur als auch bei der Umsetzung in der Industrie der Technische Vertrieb nur unzureichend berücksichtigt und eingebunden wird. Aufgrund unzureichender Kompetenzen, mangelnden Bewusstseins im Unternehmen und veralteter Strukturen, werden die Potentiale der Vernetzung nicht vollständig ausgeschöpft. Trotz dieser mangelnden Chancennutzung, wurde der Technische Vertrieb hinsichtlich der Digitalisierung noch nicht vollumfänglich untersucht und eingebunden.

Inhalt und Forschungsziele

Das Forschungsprojekt hat sich zum Ziel gesetzt, eine solide empirische Basis für die Auswirkungen der Digitalisierung auf den technischen Vertrieb zu entwickeln. Basierend auf diesen Erkenntnissen, sollen Anforderungen und Lösungsansätze formuliert werden. Im Vordergrund stehen insbesondere folgende Fragestellungen:

  • Welche digitalen Technologien sind im Vertriebskontext denkbar?
  • Inwiefern lassen sich die identifizierten Technologien im Vertriebskontext nutzen?
  • Welche Kompetenzen sind für einen Einsatz dieser Technologien notwendig?
  • Was sind entscheidende Erfolgsfaktoren zum Einsatz der Technologien im Vertrieb?

Umsetzung des Forschungsprojekts

Das Forschungsprojekt wird im Rahmen einer kooperativen Promotion mit der Ruhr-Universität Bochum durchgeführt. Durch die Aufteilung des Projekts auf beide Hochschulen, können die unterschiedlichen Fachdisziplinen optimal verknüpft werden. Durch die moderne Laborausstattung am Campus Bad Mergentheim, können Studien unter Anwendung von AR- und VR-Technologien durchgeführt werden. Die dort angesiedelten Studiengänge mit ihren unterschiedlichen Kompetenzprofilen sowie die enge Verzahnung der Lehre mit der Praxis, ermöglichen zudem Synergien. Der kooperierende Lehrstuhl der Ruhr-Universität Bochum ergänzt insbesondere die Fachbereiche Digital Sales und Sales Innovation. Damit einhergehend leistet er einen wertvollen Beitrag zur vollumfänglichen Problembetrachtung und Lösungsfindung.

Beteiligung an den Forschungsvorhaben

Selbstverständlich werden die Forschungserkenntnisse mit den Teilnehmern geteilt. Anwendungsbezug und Praxisnähe kennzeichnen unsere Forschungen. Als Studienteilnehmer können Sie direkt die Ergebnisse für sich nutzen und von den neusten Erkenntnissen profitieren. In der aktuellen Projektphase werden Studien zu folgenden Themenbereichen durchgeführt:

  • Einsatzbereiche und Auswirkungen von Virtual und Augmented Reality im B2B-Vertrieb,
  • Kompetenzen im Digital Sales und
  • Customer Success Management.

Sie interessieren sich für das Forschungsprojekt oder wollen sich direkt an Studien beteiligen?

Wenden Sie sich jederzeit sehr gerne an uns. Heiko Fischer, akademischer Mitarbeiter im Wirtschaftsingenieurwesen und Prof. Dr.-Ing. Sven Seidenstricker, Studiengangsleiter im Wirtschaftsingenieurwesen am Schlosscampus Bad Mergentheim, freuen sich über Ihr Interesse.

Heiko Fischer
  • Akademischer Mitarbeiter Wirtschaftsingenieurwesen
Telefon
07931 1230-573
Fax
07931 1230-580
Portrait
Prof. Dr.-Ing. Sven Seidenstricker
  • Studiengangsleitung Wirtschaftsingenieurwesen
Portrait

Moritz Brüstle zum Thema Interkulturelle Kompetenzen durch Auslandsaufenthalte

Ausgangslage

Die DHBW zeichnet sich seit über 40 Jahren durch ihre enge Bindung an den Arbeitsmarkt aus, weshalb dessen Globalisierung die DHBW in besonderem Maße tangiert. Von Absolventinnen und Absolventen wird erwartet, dass sie in diesem multinationalen Arbeitsumfeld effektiv und erfolgreich agieren, wodurch die Entwicklung interkultureller Kompetenz von Studierenden zunehmend wichtiger wird. Interkulturelle Kompetenz wird außerdem fachübergreifend als Schlüsselkompetenz für das 21. Jahrhundert und damit auch als entscheidender Faktor für die Beschäftigungsfähigkeit der Absolventen genannt.

Interkulturelle Kompetenz ist ein äußerst komplexes Konstrukt, was die Aufgabe der Hochschulen umso schwieriger werden lässt. Es handelt sich hierbei nämlich nicht nur um Wissen, was Studierende erlernen müssen, sondern auch Fähigkeiten und Einstellungen, die benötigt werden, um in interkulturellen Situationen effizient und angemessen zu interagieren.
Lediglich wenn alle drei Komponenten vorliegen, kann von einer Kompetenz gesprochen werden. Diese Tatsache wirkt sich vor allem auf die Machbarkeit von validem Assessment dieser Kompetenz aus, da das Vorhandensein aller drei Komponenten durch traditionelle Methoden (bspw. Test) nahezu unmöglich erfasst werden kann.

Inhalt und Forschungsziele

In diesem Forschungsprojekt wird zunächst ein Assessment-Instrument entwickelt, welches sich aus quantitativen und qualitativen Methoden zusammensetzt und so der oben erläuterten Komplexität des Konstruktes gerecht werden soll. Dieses Instrument wird anschließend genutzt, um DHBW Studierende zu begleiten, die ein Theoriesemester an einer ausländischen Partneruniversität absolvieren.

Folgende Forschungsfragen werden bearbeitet:

  • Wie lässt sich interkulturelle Kompetenz als Outcome von Studierendenmobilität effektiv beurteilen?
  • Wie wirkt sich interkulturelle Kompetenz auf die Beschäftigungsfähigkeit von Absolventinnen und Absolventen der DHBW aus?
  • Wie können Internationalisierungsmaßnahmen an der DHBW im Hinblick auf die Entwicklung interkultureller Kompetenz effektiver gestaltet werden?

Umsetzung des Forschungsprojekts

Dieses kooperative Promotionsprojekt läuft als Teil des Projektes „HAW.International“ und startete im Mai 2020. Die Forschung wird in Kooperation mit der pädagogischen Hochschule Heidelberg betrieben und dort von Prof. Dr. Karin Vogt in der Fakultät für Kultur- und Geisteswissenschaften betreut.
Das Assessment-Instrument wird im Zuge der ersten Erhebung im Sommersemester 2021 präzisiert und fertig entwickelt. In den folgenden zwei Semestern (WS 21/22; SS 22) werden zwei weitere Erhebungsrunden durchgeführt, um die Entwicklung interkultureller Kompetenzen von Studierenden, die sich an Partneruniversitäten auf der ganzen Welt befinden, exakt beschreiben zu können. Das Projekt läuft bis Ende 2023.

Beteiligung an den Forschungsvorhaben

Das Projekt zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass mit allen 9 Standorten der DHBW zusammengearbeitet wird. Das in Deutschland außergewöhnliche State University System der DHBW wird hier zu Gunsten der Forschung genutzt. Die Fach- und Forschungskompetenz kann so in Mosbach sitzen, trotzdem werden aber alle Studierenden der DHBW in die Studie miteinbezogen. Gleichermaßen werden selbstverständlich auch die Erkenntnisse des Forschungsprojektes regelmäßig mit Auslandsbeauftragten der Standorte geteilt, um gemeinsam Handlungsimplikationen für die Zukunft zu erkennen und zu diskutieren.

Nach deduktiver Vorbereitung des Assessment-Instrumentes wurde im Sommersemester 2021 die erste Stichprobe von insgesamt 17 Studierenden, die ein Semester an einer ausländischen Partnerhochschule absolvieren, begleitet. Hierdurch wurde das Assessment-instrument induktiv verfeinert und steht für das Wintersemester 2021 / 2022 bereit, um weitere 12 Studierenden zu begleiten.

Bei weiteren Fragen zum Forschungsprojekt steht Ihnen Moritz Brüstle sehr gerne zur Verfügung.


Prof. Dr. Axel Gerloff
Leiter Internationalisierung, Auslandskoordination
Telefon +49 (0) 711 320660 50
E-Mail gerloff@dhbw.de