Premiere des SolarCup an der DHBW Mosbach

Kleine Flitzer, große Wirkung: Beim SolarCup treten keine Rennwagen im klassischen Sinne an, sondern selbstgebaute Modell-Solarfahrzeuge – leichte, kompakte Konstruktionen, die ihre Energie ausschließlich aus Solarzellen beziehungsweise einem geladenen Akku beziehen. Erstmals hat auch die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mosbach diesen Wettbewerb ausgerichtet. 

Es ist ein Wettbewerb, bei dem es nicht allein auf reine Geschwindigkeit ankommt, sondern auf das clevere Zusammenspiel aus Leichtbau, Aerodynamik, effizienter Energienutzung und einer zuverlässigen Spurführung. Genau dieser Tüftelgeist macht den Reiz aus: Die Teams entwerfen, bauen und optimieren ihre Fahrzeuge selbst und müssen am Wettkampftag beweisen, dass ihre Technik auch unter Wettbewerbsbedingungen funktioniert. Der DHBW SolarCup im Juni war dabei mehr als nur ein lokaler Wettkampf: Er fungiert als Qualifizierungswettbewerb für SolarMobil Deutschland. Die Siegerinnen und Sieger sowie Wildcards sicherten die Tickets für das große Finale. Unterstützt wird der Wettbewerb durch die Stiftung Pro DHBW Mosbach. 

Zwei Disziplinen, eine Strecke unter gleichen Bedingungen

Gefahren wurde die sogenannte Kasseler Acht, eine 20 Meter lange Rundstrecke. In dieser Disziplin kam ein Akku zum Einsatz, und es galt, möglichst lange auf Kurs zu bleiben. Die zweite Disziplin setzte voll auf Solarenergie: Hier fuhren die Fahrzeuge auf einer Bahn mit künstlicher Beleuchtung. Diese sorgte dafür, dass alle Teilnehmer unter identischen Lichtverhältnissen antraten – ein wichtiger Faktor für faire Wettkampfbedingungen. Unterschiede gab es bei den Wendemanövern: Während die Junioren ihre Fahrzeuge an den Enden manuell umsetzen durften, musste die Expert-Klasse ihre Solarmobile automatisch an der Rückwand wenden lassen.

Technik als entscheidender Faktor

Sowohl die DHBW Mosbach als auch die teilnehmenden Teams gingen zum allerersten Mal an den Start. Wie bei einem Wettbewerb mit ausschließlich „Newbies zu erwarten war, gab bei den Boxenstopps viel zu tun. Organisator und Maschinenbau-Studiengangsleiter Prof. Dr. Manuel Ludwig erläuterte die typischen Stolpersteine: „Das Hauptproblem sind meist Kontaktprobleme in der Elektronik. Hinzu komme ein oft unterschätzter Faktor: „Man unterschätzt das Thema Reibung bei diesen Solarfahrzeugen, so Ludwig. Sowohl die Pins, die in den Spuren laufen, als auch die Reifen könnten zu viel Reibung erzeugen – mit der Folge, dass der Anlaufstrom nicht ausreicht, um die Fahrzeuge überhaupt in Bewegung zu setzen. In anderen Fällen verließen Fahrzeuge die Spur, weil eine schlechte Führung der Lenkung dazu führte, dass die Hinterreifen aus der Bahn gerieten.

Trotz aller Anfangsschwierigkeiten konnten sich die Leistungen sehen lassen. Die ausdauerndste Gruppe schaffte auf der Kasseler Acht rund dreieinhalb Runden – das entspricht etwa 70 Metern. In puncto Geschwindigkeit lag die schnellste Zeit bei 26 Sekunden über 20 Meter. In der anspruchsvollen Ultraleicht-Expert-Klasse mit automatischem Richtungswechsel wurden 44 Sekunden über 40 Meter gemessen.

Die Ergebnisse im Überblick

Klasse Ultraleicht-Junior

  1. Platz: SunRiders

Klasse Ultraleicht-Expert

  • 1. Platz: GPT Sundrive
  • 1. Platz (punktgleich): SOLIX
  • 2. Platz: Solarflitzer
  • 3. Platz: Rattenflitzer

Da es sich um die Erstauflage handelte und das Teilnehmerfeld mit fünf Teams noch überschaubar war, kamen in diesem Jahr ausnahmsweise alle Teams weiter.

Ideal für Schulen

Abschließend warb Professor Ludwig dafür, den Wettbewerb künftig stärker in den schulischen Kontext einzubinden: „Diese Veranstaltung eignet sich ganz hervorragend für Schulen, die im Rahmen einer Halbjahres-AG so ein Fahrzeug bauen und dann hier zum Abschluss an diesem Wettbewerb teilnehmen. Da der SolarCup kurz vor den Sommerferien stattfindet, biete er sich als idealer Abschluss eines Schuljahres an.

Mit der gelungenen Premiere hat die DHBW Mosbach den Grundstein für einen Wettbewerb gelegt, der technisches Tüfteln, nachhaltige Energie und sportlichen Ehrgeiz auf charmante Weise verbindet – und der mit der Qualifikation für SolarMobil Deutschland sogar den Weg auf die nationale Bühne ebnet.