„Recht hoch 3 für Frauen – Scheidungsrecht, Rentenrecht, Steuerrecht“

Frauenwirtschaftstage an der DHBW Mosbach

Scheidungsrecht, Rentenrecht, Steuerrecht: Ein Dschungel aus Paragraphen und Vorschriften? Wie komme ich zu meinem Recht und wie sichere ich meine Rente? Der Frauenwirtschaftstag am 19. Oktober an der DHBW Mosbach informierte zu diesem Thema.

Nach der Begrüßung durch DHBW-Verwaltungsdirektorin Christine Zimmer und der Beauftragten für Chancengleichheit und Frauenförderung des Neckar-Odenwald-Kreises Angelika Bronner-Blatz machte Rechtsanwältin Hedwig Deters den Auftakt. Die Fachanwältin für Familienrecht und zudem Mediatorin startete mit einem Einblick über den Ablauf einer Scheidung sowie, welche Folgen eine Scheidung nach sich ziehe und welche einzelnen Regelungen zu beachten seien: Wenn die Ehe geschieden wird, wird auch der gesetzliche Güterstand der Zugewinngemeinschaft aufgelöst, so Deters. Wichtig sei zudem, dass im Rahmen des Versorgungsausgleichs Ansprüche auf Rente und sonstige Versorgung ausgeglichen und aufgeteilt werden. Der Kindesunterhalt habe Vorrang vor allen anderen Unterhaltsempfängern. Mit dem Zitat von Wilhelm Busch „Kinder seid ihr denn bei Sinnen? Überlegt euch das Kapitel! Ohne die gehör´gen Mittel soll man keinen Krieg beginnen!“ wies die Anwältin darauf hin, dass ein Versorgungsausgleich keine adäquate Rente für Frauen darstellen kann.

Der Vortrag von Michaela Martus, Rentenberaterin und Dozentin für Sozialversicherungsrecht, widmete sich der Frage: Frauen kümmern sich um die Familie! Aber was wird mit der Rente? Durch niedrige Löhne, Minijobs oder keine durchgehenden Erwerbsbiografien arbeiten Frauen häufig über längere Zeiträume, in denen kein Durchschnittslohn erzielt werden kann. Dies führe dazu, dass das Rentenniveau sinke und 2036 rund 20 Prozent der Menschen von Altersarmut betroffen seien, viele davon Frauen. Martus betonte, man solle deshalb die Altersabsicherung mit dem 3-Säulen System abdecken und gesetzliche, betriebliche und private Altersvorsorge kombinieren. Weiterhin zeigte sie auf, wie eigene Rentenansprüche durch Kindererziehung und Pflege von Angehörigen erworben werden können.

Zum Abschluss analysierte die Steuerberaterin Anke Schwing die steuerliche Seite der einzelnen Lebensphasen Heirat, Kinder, Altersvorsorge und Rentenalter. Durch eine beispielhafte Berechnung des Arbeitslohns zeigte sie auf, welche Steuern und Beiträge vom Bruttolohn abgezogen werden und wie sich der Nettobetrag zusammensetzt. Auch werden zukünftig durch das Alterseinkünftegesetz viele Rentner auch nach ihrem Arbeitsleben eine Steuererklärung abgeben müssen. Ab 2040 werden alle Renten voll besteuert, so Schwing.

Beim anschließenden Get together konnten die rund 50 Gäste noch weiter mit den Referentinnen ins Gespräch kommen.

Der Vortragsabend war eine Gemeinschaftsveranstaltung des Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis und deren Beauftragten für Chancengleichheit und Frauenförderung Angelika Bronner-Blatz, der DHBW Mosbach, der Bürgermeisterin von Aglasterhausen Sabine Schweiger, und dem Kreisseniorenrat Neckar-Odenwald-Kreis e.V. Bernd Ebert.