Roboter graben nach Geschichte – und nach Punkten bei der FIRST LEGO League
Ausgrabungsstätten, Artefakte und autonome Roboter bestimmten das Geschehen beim Regionalwettbewerb der FIRST LEGO League Challenge 2025/26 an der DHBW Mosbach. Zahlreiche Teams von Schulen aus der Region kamen zusammen, um sich mit selbst konstruierten und programmierten LEGO-Robotern sowie Forschungsprojekten zu widmen.
Unter dem Saisonthema „UNEARTHED – entdeckt die Geschichten der Vergangenheit“ schlüpften die neun- bis 16-jährigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Rolle von Archäologen. Ziel war es, verborgene Spuren vergangener Zivilisationen freizulegen und mithilfe moderner Technik neue Erkenntnisse über das Leben früherer Generationen zu gewinnen. Mit Unterstützung der Stiftung Pro DHBW Mosbach, der Initiative jobNOK und MPDV und insgesamt 25 Jurymitgliedern und Schiedsrichtern aus verschiedenen Unternehmen und Organisationen, die für den Wettbewerb häufig einen Tag Urlaub nehmen, kämpften 15 Teams um die begehrten Pokale:
- Gleich vier Teams vom Auguste-Pattberg-Gymnasium Mosbach: APG TangEnten@MPDV, APG Let's Goooooo@MPDV, APG-Archeobots@MPDV und Dream Team APG @MPDV
- MPDVeRruEcKtEn und MPDV LEGO Flitzer vom Hohenstaufen-Gymnasium in Bad Wimpfen
- Bausteinklemmer NGD aus der Realschule Neckargemünd
- X-Bots und Y-Bots vom Gymnasium Walldorf
- KPI-Robotlions aus dem Kurpfalz-Internat Bammental
- Am weitesten gereist: Turborob vom Gymnasium am Kaiserdom in Speyer
- BGBots@WEISS vom Burghardt-Gymnasium Buchen
- SPQR und ttMainHub aus dem Gymnasium Bammental
- Stormbots aus der Hector Kinderakademie in Walldorf
Robot Game: Strategie auf der Ausgrabungsstätte
Im Robot Game, dem dynamischsten Teil des Wettbewerbs, navigierten die autonomen Roboter über das Spielfeld einer archäologischen Ausgrabungsstätte. Innerhalb von 2:30 Minuten galt es, Artefakte vorsichtig zu bergen, Strukturen zu rekonstruieren, Fundstellen zu markieren und historische Objekte ins Forum zu transportieren. Dabei war nicht entscheidend, alle Aufgaben zu lösen, sondern eine kluge Priorisierung zu treffen: Jedes Team entwickelte eine eigene Aufgabenstrategie, um mit begrenzter Zeit und Ressourcen möglichst viele Punkte zu erzielen. Nach den Vorrunden kamen die acht besten Teams in die Finalrunden. Ein besonderes Ausrufezeichen setzte APG Let’s Goooooo@MPDV: Mit 450 von maximal 545 möglichen Punkten erzielte das Team die höchste Punktzahl des gesamten Wettbewerbs – ein Beleg für hohe Präzision, Zuverlässigkeit und eine hervorragend abgestimmte Aufgabenstrategie. Letztlich belegte den 3. Platz im Robot Game das Team Bausteinklemmer NGD, gefolgt von APG Let’s Goooooo@MPDV auf dem 2. Platz. Den 1. Platz im Robot Game und damit den Pokal Robot-Game gewann das Team BGBots@WEISS.
Das Roboterdesign wird separat durch die Jury bewertet und betrachtet den systematischen Entwicklungsprozess hinter der Robot-Game-Leistung. Dazu gehört unter anderem, wie Teams entschieden haben, welche Aufgaben sie angehen und welche bewusst ausgelassen werden, wie sie Fahrstrecken geplant und an der Spielfeldgeometrie ausgerichtet haben, welche Roboterarme oder Anbauten auf welcher Strecke eingesetzt werden, und wie Konstruktion, Programmierung und Tests im Laufe der Saison verbessert wurden.
In der Jurybewertung erklärten die Teams anschaulich, welche Route mit welchem Roboterarm gefahren wird, warum bestimmte Lösungen bevorzugt wurden und wie Rückschläge zu Verbesserungen führten. Erfolgreiches Robot Game basiert damit nicht nur auf Geschwindigkeit, sondern auf durchdachter Planung, technischer Analyse und kontinuierlichem Lernen. Der Pokal Roboterdesign ging an das Team MPDVeRruEcKtEn, das durch einen klar strukturierten Entwicklungsprozess, gut begründete Designentscheidungen und eine konsequente Weiterentwicklung des Roboters überzeugte.
Forschung: Technik trifft Vermittlung
Der Pokal Forschung ging an das Team APG TangEnten@MPDV für einen besonders praxisnahen und innovativen Ansatz. Ausgangspunkt ihrer Arbeit war eine reale Herausforderung aus dem archäologischen Alltag: die zeitaufwendige Dokumentation von Fundstücken. Das Team entwickelte den Entwurf eines automatisierten Roboterarms, der Artefakte selbstständig scannt und digital erfasst. Durch diese Lösung könnten Archäologen künftig erheblich Zeit sparen und gleichzeitig eine präzisere Dokumentation erhalten.
Darüber hinaus gab es Konzepte zum Schutz der Fundstätten vor Erdbeben, automatische Bewässerungsanlagen für ideale Grabungsbedingungen oder eine Artefakt-Putz-Maschine. Ein Team aus Walldorf untersuchte, warum archäologische Inhalte für Kinder oft schwer zugänglich sind, und entwickelte für eine konkrete lokale Fundstätte ein interaktives Quiz, eine kindgerecht gestaltete Webseite sowie ein 3D-Modell der Fundstätte, das Geschichte greifbar macht. Besonders bemerkenswert: Das Konzept wird nun gemeinsam mit dem Bürgermeister und dem örtlichen Museum weiterentwickelt und umgesetzt – Wirkung über den Wettbewerb hinaus also.
Roboterdesign, Grundwerte und Teamarbeit
Ausgezeichnet wurde nicht nur das technische Ergebnis, sondern vor allem der Weg dorthin: Zusammenarbeit im Team, respektvoller Umgang, konstruktives Feedback und der Wille, aus Fehlern zu lernen. Den Pokal Grundwerte erhielt das Team KPI-Robotlions, das während des gesamten Wettbewerbs durch vorbildliches Teamwork, gegenseitige Unterstützung und gelebtes freundliches Miteinander auffiel.
Alle vier Kategorien fließen in die Gesamtwertung ein. Im Kampf um den Champion-Titel belegten die APG TangEnten@MPDV den 3. Platz, die MPDVeRruEcKtEn erreichte den 2. Platz. Als Champion des Regionalwettbewerbs Mosbach 2025/2026 wurde schließlich das Team APG Let’s Goooooo@MPDV ausgezeichnet. Alle drei Teams erhielten damit die Eintrittskarte in die nächste Qualifikationsrunde in Rockenhausen im März.
Der Pokal Coaching ging an Christian Rieger von den BGBots@WEISS aus Buchen, der sein Team mit großem Engagement, Motivation und Wertschätzung begleitete und damit maßgeblich zum Lernerfolg der Teilnehmenden beitrug.

