Veranstaltungsreihe: Studium Generale in der Mechatronik

Den Horizont erweitern

Die Mechatronik ist die Ingenieurwissenschaft, die interdisziplinär technische Problemlösungen in allen Bereichen bietet.

Der Verein Deutscher Ingenieure definiert in seiner Richtlinie 2206 die „Mechatronik als das synergetische Zusammenwirken der Fachdisziplinen Maschinenbau, Elektrotechnik und  Informationstechnik beim Entwurf und der Herstellung industrieller Erzeugnisse, sowie bei der Prozessgestaltung“.

Die realen industriellen Anforderungen an den/die Mechatronik-Ingenieur/in gehen aber weit darüber hinaus.

Neben dem Zusammenwirken der Disziplinen Maschinenbau, Elektrotechnik und Informationstechnik erfordert sie aber auch Kompetenzen in weiteren Disziplinen wie zum Beispiel Sensorik, Aktorik, Elektromechanik, Feinwerktechnik, Auto- matisierungstechnik, Mikrosystemtechnik, Optoelektronik, Optomechanik und vielen weiteren Kompetenzfeldern.

Wir wollen das fachübergreifende, problemlösende Denken und Handeln leben, in dem wir die Grenzen zwischen den Fachdisziplinen auflösen.

In diesem Kontext ist auch das „Studium Generale“ zu sehen, das wir ab dem Jahr 2018 an der DHBW Mosbach anbieten. In lockerer Folge sollen einmal im Monat ausgewählte Vorträge zu unterschiedlichen Themen von Experten/innen aus unterschiedlichen Disziplinen präsentiert werden.

Das „Studium Generale“ der Mechatronik ist nicht nur kostenlos sondern auch offen für  Interessenten aus allen Fachbereichen. Die Veranstaltungen finden statt im Audimax der DHBW, 74821 Mosbach, Lohrtalweg 10, E-Gebäude.

Rückblick

Eine werkstofftechnische Sicht auf die additive Fertigung

Die additive Fertigung, weithin auch als 3D-Druck bezeichnet, eröffnet vollständig neue Möglichkeiten in der Fertigung von geometrisch höchst komplexen Strukturen und Bauteilen. Allein auf Basis einer CAD-Zeichnung werden schichtweise Strukturen aufgebaut, die oftmals über konventionelle Fertigungsverfahren nicht realisiert werden können. Allein diese geometrische Gestaltungsfreiheit, und somit die mögliche Individualisierung von Massenprodukten, sorgt für das große Interesse an den entsprechenden Verfahren in vielen industriellen Branchen. Gerade im Bereich der additiven Fertigung metallischer Komponenten ergeben sich jedoch weitere Freiheitsgrade (bzw. Herausforderungen), die eine werkstofftechnische Bewertung der realisierten Strukturen erfordern.

Die den Prozessen der additiven Fertigung inhärenten Charakteristika, d.h. Rascherstarrung, intrinsische Wärmebehandlung, Seigerungsverhalten, Eigenspannungsentstehung etc. erfordern eine umfassende Bewertung der Prozess-Mikrostruktur-Eigenschaftsbeziehungen in den verschiedenen verarbeiteten Legierungen. Einerseits ist hierüber sicherzustellen, dass die verarbeiteten Legierungen sicher und zuverlässig unter gegebenen Belastungsbedingungen eingesetzt werden können, andererseits ergibt sich über eine gezielte Ausnutzung der relevanten Zusammenhänge die Möglichkeit zu einem direkten Mikrostrukturdesign. Im Rahmen des Vortrags werden die wesentlichen Zusammenhänge anhand anschaulicher Beispiele vorgestellt und diskutiert.

Der Referent

Prof. Dr.-Ing. Thomas Niendorf is head of the Metallic Materials group within the Institute of Materials Engineering at University of Kassel since October 2015. Currently, about 20 PhD students are working on numerous research topics, e.g. additive manufacturing, surface treatments, residual stresses, welding, microstructure analysis, fatigue and damage, creep, corrosion, light-weight materials, high-temperature materials, high-manganese steels, shape memory alloys, etc.

Before, he was group leader (Emmy Noether Research Group) at the Institute of Materials Engineering at TU Bergakademie Freiberg. Within this project, his group is focusing on metallic functionally graded materials processed by AM techniques. Based on thorough analyses of process-microstructure-mechanical property relationships, process design as well as fatigue issues are addressed. In 2010 Prof. Niendorf obtained his doctoral degree at the University of Paderborn. In his thesis, he focused on fatigue of ultrafine-grained steels.

Der Vortrag fand am 29. November 2018 statt.

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