- Die Digitalisierung macht vor kaum einem Lebensbereich, vor keiner Branche Halt. Das Bauwesen macht da keine Ausnahme. Auch nicht an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mosbach mit ihrem weit gefächerten Angebot von Bauingenieurwesen bis Holztechnik. Der Bedeutung des Themas angemessen fand nun ein Dialog mit Podiumsdiskussion statt, der den Entwicklungen Rechnung tragen möchte. Der Studiengang Bauingenieurwesen hat an der DHBW Mosbach eine rasante Entwicklung genommen. Was 1993 noch unter der Bezeichnung Metallbautechnik anfing, ist heute der größte technische Studiengang mit rund 550 Studierenden. „Seit 2016 gibt es eine Aufnahmebegrenzung“, skizzierte Studiengangsleiter Prof. Dr.-Ing. Markus Schönit die Lage. „Die Nachfrage ist derzeit doppelt so hoch wie die Anzahl der Plätze.“ Für den Prorektor und Dekan der Fakultät Technik, Prof. Dr. Max Mühlhäuser, sind die Studienangebote im Baukompetenzzentrum und der Digitalisierung die „Leuchttürme, mit denen wir uns in Mosbach strategisch profilieren.“ In Mosbach wurde 2015 sogar mit der Studienrichtung „Öffentliches Bauen“ das deutschlandweit einzige Angebot dieser Art eingeführt. Die Faktoren Kosten und Zeit „Digitalisierung kann das Bauen günstiger, schneller, ökologischer und sicherer machen“, hatte man zur Podiumsdiskussion vielversprechend eingeladen. Ein Begriff kursiert dabei in der Baubranche: BIM, Building Information Modeling oder zu Deutsch: Bauwerksdatenmodellierung. Mancher spricht und sprach auch bei der Veranstaltung von der fünften Dimension, weil zu den „klassischen“ drei räumlichen Dimensionen die Faktoren Kosten und Zeit hinzukommen. So werden Bauwerkdaten digital erfasst, modelliert, kombiniert, um Planung, Ausführung und Bewirtschaftung zu vernetzen. Ziel ist, die Kommunikation zwischen allen Projektbeteiligten ebenso wie die Qualität des Projekts zu verbessern sowie Kosten- und Zeitsicherheit zu gewinnen. Mit einem Impulsvortrag schaffte Alexander Hofmann die Verbindung von den einführenden Worten der beiden Mosbacher Professoren zur Diskussionsrunde mit vier Fachleuten. Der Geschäftsführer der Hochtief PPP Transport Westeuropa GmbH ist Lehrbeauftragter an der Hochschule Biberach (HBC) und hat die „Virtuelle Akademie A6“ ins Leben gerufen, an der sich immer mehr Bauingenieurwesen-Professoren der baden-württembergischen Hochschulen beteiligen. Auch Professor Markus Schönit ist Mitglied der „Virtuellen Akademie A6“ und so wurde die Podiumsdiskussion im Rahmen der regelmäßig an wechselnden Hochschulstandorten stattfindenden Veranstaltungsreihe „Virtuelle Akademie A6…im Dialog“ dieses Mal im Audimax der DHBW Mosbach geführt. Für Alexander Hofmann ist klar: „Unsere Branche befindet sich in einem Wandel, der unumkehrbar ist.“ Doch: BIM ist in der Baubranche noch nicht so richtig angekommen. Monica Schulte Strathaus nannte einen Anteil von lediglich elf Prozent der Unternehmen, die sich der Methode bedienten. Als Partnerin in der Transaktionsberatung bei Ernst & Young vertrat sie aber auch die Ansicht, dass BIM mehr sei als die Ausarbeitung eines 5D-Plans. Und sie findet: „BIM ist ein Aspekt, Automatisierung ein anderer.“ Es gelte, einen ganzheitlichen Ansatz zu verfolgen. Mit der Digitalisierung stehe die Baubranche vor fundamentalen Veränderungen. Schulte Strathaus ermunterte dazu, sich den neuen Entwicklungen nicht zu verschließen: „Keine Scheu!“ Digitalisierung als Chance für den Bau-Nachwuchs Dass in den Köpfen der Bauwirtschaft erst ein Schalter umgelegt werden müsse, mit dieser Einschätzung nahm Ministerialdirigent Andreas Hollatz den Ball auf. Der Leiter der Abteilung „Straßenverkehr und Straßeninfrastruktur“ im Verkehrsministerium Baden-Württemberg kennt aber auch die Praxis, beispielsweise des Asphaltwalzens: „Statt alle Daten zu prüfen und dann zu handeln, vertraut der Fahrer lieber noch seinem Popo.“ Im Straßenbau sieht Hollatz das Thema Digitalisierung erst am Anfang. „Jetzt müssen wir Impulse geben, das ist die Chance für die Jungen.“ Im Audimax der DHBW Mosbach verfolgten sowohl die angehenden Bauingenieure als auch Vertreter der Dualen Partner der DHBW Mosbach mit Interesse die Ausführungen. Von der Realität am Bau versteht auch Prof. Dr. Christof Gipperich etwas: Bevor er 2015 an der HBC seine Lehrtätigkeit aufnahm, hat er lange praktische Bauerfahrungen gesammelt. Das an der Hochschule installierte Biberacher Kompetenz- und Transferzentrum für die Digitalisierung der Bauwirtschaft soll die vielen kleinen und mittelständischen Bauunternehmen und Handwerksbetriebe aus der Region dabei unterstützen, Anschluss an die Digitalisierung der Wirtschaft zu bekommen. BIM setze voraus, dass alle an einem Strang zögen, befand Gipperich, aber „die aktuelle Realität am Bau sieht anders aus.“ „Nicht jedes kleine Ingenieurbüro wird sofort auf BIM umstellen“, schaltete sich Marc Thiel ein. Er vertrat das Düsseldorfer Technologie-Netzwerk ProMaterial, das sich auf den Online-Vertrieb von Bauprodukten spezialisiert hat. Es gelte, so Thiel, zunächst das Ziel richtig zu definieren, um dann die Prozesse dahingehend zu adaptieren. „BIM ist kein Allheilmittel, denn viele andere Faktoren beeinflussen den Verlauf: Menschen, Verträge, Meinungen…“ Seine Erfahrungen mit BIM-gestützten Projekten sind dennoch überwiegend positiv. Zusammenfassend kann nach den angeregten Diskussionen festgestellt werden, dass es noch eine Menge Optimierungsbedarf bei der Umsetzung von BIM gibt. Dies stellt jedoch auch eine große Chance für die Baubranche dar, dem großen Fachkräftemangel mit einer erhöhten Produktivität zu begegnen.
- Wolfgang Schwalbe wurde 1951 in Backnang geboren und besuchte von 1966 bis 1971 das dortige Gymnasium. An der Universität Stuttgart studierte er von 1971 bis 1977 Maschinenbau mit den Hauptfächern Kerntechnik und Technische Informatik und war dort bis 1982 wissenschaftlicher Angestellter. Nach Abschluss seiner Promotion arbeitete er als Projektleiter bei der MC-W Energie Consult GmbH in Stuttgart, als Fachreferent für EDV-Organisation bei der Robert-Bosch-GmbH im Werk Leinfelden und später als Betriebsteilführer für das Bosch-Werk in Murrhardt. Parallel dazu erwarb er einen Abschluss in der Fachrichtung Wirtschaftswissenschaften an der Fernuniversität Hagen. Das Lebenswerk: Der Studiengang Bauingenieurwesen Der DHBW Mosbach war er seit 1990 verbunden, zunächst als Dozent mit Fachleiterfunktion für die Fachrichtung Technische Informatik – Produktionsinformatik. 1999 übernahm er die Leitung im Ausbildungsbereich Technik in der Fachrichtung Bauwirtschaft. Professor Schwalbe baute als Hochschullehrer, Studiengangsleiter und Studiendekan gemeinsam mit Kollegen den Studiengang Bauingenieurwesen auf. Er machte alle Höhen und Tiefen mit – einmal mit nur 7 Studienanfängern, heute mit 210! Die Entwicklung war immens: Aus Bauwirtschaft wurde Bauwesen und heute Bauingenieurwesen. Besonderen Aufschwung nahm der Studiengang mit der Einführung von Projektmanagement. Hier hatte Wolfgang Schwalbe das Ohr im richtigen Moment bei den Unternehmen – das war typisch für ihn: Kommunikation, Beziehungen aufbauen und pflegen, der enge Kontakt zu den Wirtschaftsunternehmen. Gemeinsam mit Kollegen entwickelte er das Studienangebot weiter und das Studium boomte. Zum zweiten Mal eine glückliche Hand bewies Wolfgang Schwalbe dann mit dem Studienangebot „Öffentliches Bauen“ – völlig neu und einmalig. Mit seinem großen Engagement und seinem unermüdlichen Einsatz trug er maßgeblich zur erfolgreichen Entwicklung des Studiengangs bei. Als wissenschaftlicher Leiter für den Dualen Master förderte er zudem Studierende im berufsbegleitenden Studium, wie er es auch in seinem eigenen Lebensweg erfahren hatte. So hatte sich Wolfgang Schwalbe nach Erreichen seines Pensionsalters nicht zurückgezogen, sondern noch zwei weitere Jahre für die DHBW Mosbach gearbeitet und bis zu seinem Tod selbst nach seiner Pensionierung für den Master am CAS eingesetzt. Macher und Menschenfreund Wolfgang Schwalbe war in hohem Maße zuversichtlich, offen, energiegeladen, begeisterungsfähig – für neue Inhalte und Angebote, neue Organisationsformen, neue Räumlichkeiten - und er konnte gleichzeitig seine Mitmenschen begeistern. Nur so konnte er Dinge bewegen und Träume verwirklichen. Er war ganz Pragmatiker. Nicht lange fackeln, Pläne machen, theoretisieren, man sollte, könnte, müsste, sondern: machen! Das ging natürlich nicht immer reibungslos, aber als Macher war er Motor des heutigen Studiengangs und nach der Aufbauarbeit kam der Feinschliff, den er auch schon mal anderen überließ. Das alles konnte Wolfgang Schwalbe nur leisten, weil er ein Menschenfreund war, freundlich, sehr kommunikativ, empathisch, gut vernetzt, sozial und äußerst engagiert. Er liebte die Menschen und setzte sich für sie ein. Seine Familie lag ihm sehr am Herzen, er nahm sich Zeit für sie, beispielsweise bei langen gemeinsamen Reisen. Beeindruckend war auch seine Bodenständigkeit, Heimatverbundenheit und Treue. In Backnang geboren und aufgewachsen, über all die Jahre dort wohnen geblieben und engagiert im Gemeinderat, war er immer Backnanger – und Mosbacher. Wolfgang Schwalbe feierte 2015 sein 25-jähriges Dienstjubiläum und wurde erst im April 2019 in den Ruhestand verabschiedet. Er hinterlässt nicht nur einen florierenden Studiengang – sein Lebenswerk – sondern vor allem viele gute Erinnerungen. Mit ihm verlieren wir einen beliebten, hochgeschätzten und warmherzigen Menschen, der Generationen von Studierenden mit seinem großen Wissen begleitet hat. Seinen Angehörigen gilt unsere aufrichtige Anteilnahme. Wir werden Professor Schwalbe ein ehrendes Andenken bewahren.
- Vom kleinsten Radweg bis zur größten Autobahn, vom Parkplatz bis zur Formel 1-Rennstrecke, ob ungebundene oder gebundene Tragschichten, Beton oder Asphalt – Straßenfertiger sind die richtigen Maschinen für die Herstellung dieser Bauaufgaben. Doch wie genau funktioniert eigentlich so ein Fertiger, den vermutlich jeder schon einmal aus der Ferne oder Nähe auf der Baustelle gesehen hat? Darüber konnten sich die Studierenden des Kurses PM17A genauestens informieren. Sie besuchten im November 2019 gemeinsam mit ihrem Studiengangsleiter Prof. Dr. Markus Schönit die weltweit modernste Produktionsstätte für Straßenfertiger bei der Joseph Vögele AG in Ludwigshafen. Nach einer Vorstellung der Unternehmensgruppe erhielten die Studierenden eine theoretische Schulung über den Aufbau von Straßenfertigern und deren Einsatzmöglichkeiten. Besonders für die Studierenden, die bei Straßenbauunternehmen beschäftigt sind, waren die Erläuterungen zu möglichen Fehlern, die beim Einbau von Asphalt passieren können, von großem Nutzen. Nach dem Theorieteil konnte das neu erlernte Wissen über die verschiedenen Komponenten von Straßenfertigern zunächst an einem kompletten Neugerät vertieft werden, bevor es dann eine ausführliche Werksbesichtigung gab. Alle Teilnehmer waren beeindruckt von der modernen Produktion, die vor allem beim Herzstück – der Einbaubohle – eine enorme Fertigungstiefe aufweist. Als Highlight und zum Abschluss des Tages durften alle Studierenden und auch der Studiengangsleiter auf dem Außengelände einen Straßenfertiger selbst steuern. Hierfür wurden je ein Straßenfertiger mit Raupen- und Radfahrwerk samt Trainer zur Verfügung gestellt.
- „Das kann gar nicht gehen“ und „Das geht sofort unter“: So lauteten die ersten Reaktionen aus dem Kreis von Freunden und Verwandten, als sie von der Betonkanu-Regatta hörten. Hierbei treten Hochschulen mit Kanus gegeneinander an, die von ihren Studierenden selbst entworfen und gebaut sind und – der Name verrät es – größtenteils aus Beton oder Zementmörtel bestehen. Doch die Studenten Julian Schaber und Konrad Köhler konnten nicht nur ihren Professor Dr.-Ing. Thomas Reinke von der Idee begeistern, sondern auch ein Dutzend ihrer Kommilitonen. „Der Anfang war sehr fordernd“, beschreibt Schaber den Beginn des Projektes. Er studiert wie auch Konrad Köhler im 4. Semester Bauingenieurwesen-Projektmanagement in Mosbach und arbeitet in demselben Bauunternehmen, der Karl Köhler GmbH im schwäbischen Besigheim, die bereits seit mehr als 20 Jahren Dualer Partner der DHBW Mosbach ist. Mit Beton kannten die beiden sich also aus, aber das Projekt war der erste Bootsbau mit diesem Material. Aber nach und nach entwickelten sie ein Konzept und einen Meilensteinplan, die die Teammitglieder davon überzeugten, auch ihre Freizeit in das Projekt zu stecken. Die Vorteile für die Dualen Partner erklärte Horst Köhler, Geschäftsführender Gesellschafter des Bauunternehmens: „Die aktuellen Studierenden wollten wir mit einem eigenem Projekt fordern und gleichzeitig fördern, denn wir sehen die Absolventen der DHBW zukünftig in verantwortlichen Führungspositionen.“ Das Team könne stolz sein auf seine Leistung, denn „es ist ja auch eine gute Vorbereitung auf die Herausforderungen der Zukunft, in denen sie komplexe und technisch anspruchsvolle Hoch- und Ingenieurbauten realisieren müssen.“ Letztlich fiel die Entscheidung, das Boot in einer Negativschalung zu betonieren. Dazu wurde ein konventionelles Boot in einen Schalungskasten gehängt und dieser ausbetoniert. Dadurch entstand die Negativform als eine Wanne, in der das Team weiterarbeitete. Als Beton für den Bootskörper wurde ein Feinbeton verwendet, der zusammen mit einem Gittergelege aus Carbonfasern zu einem Verbundwerkstoff mit einer Schichtstärke von zwölf Millimetern verarbeitet wurde. Die Leistungsfähigkeit dieses modernen Werksstoffs gegenüber herkömmlichen Stahlbeton liegt in der Korrosionsbeständigkeit, die deutlich geringere Bauteilstärken und somit ein niedrigeres Gewicht ermöglicht. Im Laminierverfahren, also Schicht für Schicht, wurden die einzelnen Lagen eingebracht und das Boot schließlich nach der Aushärtezeit ausgeschalt und auf den Namen „ZEMENTA“ getauft. „Ein fantastisches Gefühl“, so beschreibt Konrad Köhler den Augenblick als „ZEMENTA“ zum ersten Mal auf dem Neckar zu Wasser gelassen wurde und die Mühen und zwischenzeitlichen Zweifel vergessen waren. Mit dem Ergebnis bei der 17. Deutschen Betonkanu-Regatta auf der BUGA ist das Team sichtlich zufrieden: Es erreichte in seiner Wettkampfklasse Platz 25 von 60 Booten und verpasste die Zwischenrunde damit nur um einen Platz. „Immerhin konnte das Team, anders als die meisten anderen Hochschulen, auf keinerlei Erfahrung aus den Vorjahren zurückgreifen“, betont DHBW-Betreuer Thomas Reinke. „Zukünftige Studierenden-Generationen werden es leichter haben, und so hoffe ich, dass wir das Projekt wiederholen können.“ Sponsoren und Förderer Ein belastbares Netzwerk war ein entscheidender Baustein zum Erfolg des Projektes. Neben dem Dualen Partner Karl Köhler GmbH konnten die Studierenden Förderer und Partner überzeugen das Projekt zu unterstützen. Beim Bau des Bootes entschied man sich beim Beton für den Bootskörper für ein PAGEL Feinbeton TF 10, der zusammen mit einem Gittergelege aus Carbonfasern der Wilhelm Kneitz Solutions in Textile zu einem Verbundwerkstoff verarbeitet wurde. Der Dank der Gruppe gilt außerdem den weiteren Sponsoren: Godel-Beton GmbH aus Stuttgart, LIBARE Rückbau GmbH aus Winterlingen und MC-Bauchemie Müller aus Bottrop, ohne die der Bau des Betonkanus nicht verwirklicht hätte werden können.
- Reale Bauprojekte planen, mit all ihren Facetten – das war die Aufgabe der Baubetriebsübung der Firma PERI. Vorgabe des diesjährigen Wettbewerbs war die Konzeptionierung der Arbeitsvorbereitung und Schaltungstechnik für ein mehrgeschossiges Bürogebäude. Fachleute aus der Industrie bewerteten die eingereichten Arbeiten und bildeten die Jury bei der Endausscheidung. Unter den Einsendungen aus aller Welt reichten auch Studenten aus Mosbach ein Konzept ein, das alle Bereiche von der Leistungsbeschreibung, der Baustelleneinrichtung über die Bauverfahren bis hin zur Bauablaufplanung umfasste. Dieses – gewählt unter die besten fünf – präsentierten die Studierenden des Studiengangs Bauingenieurwesen-Projektmanagement Ende November im Fortbildungszentrum Weißenhorn der Fachjury. Konstantin Henschler, Stephan Kirbs, Deniz Seyben und Noah St. Pierre erkämpften sich bei der Endausscheidung den vierten Platz. Betreut wurden sie von ihrem Baubetriebsdozenten Dr. Helmut Schweer. „Das diesjährige Ergebnis zeigt, dass das duale Studium in Mosbach die optimale Mischung aus Theorie und Praxis vermittelt. Gleichzeitig ist der Wettbewerb eine hervorragende Möglichkeit für die Studierenden, Kontakte zu knüpfen und sich ein Bild über die Zulieferindustrie zu machen“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Hartmut Werner, Studiengangsleiter im Bauingenieurwesen. Allen Teilnehmern der Endausscheidung winkte neben einem Preisgeld eine zweitägige Veranstaltung in Ulm und Umgebung – unter anderem mit einer Führung durch das der Aufgabenstellung zugrunde liegende Gebäude.
- Für das Seminar Befestigungstechnik konnten die Laboringenieure Ralf Brecht und Christian Stier an insgesamt sechs Terminen Experten namhafter Unternehmen an der DHBW Mosbach willkommen heißen: Wie bereits in den vergangenen Jahren kam Würth. Erfreulicherweise konnte in diesem Jahr mit Fischer ein weiterer Global Player der Branche gewonnen werden konnte. Beide Unternehmen sind Duale Partner der DHBW Mosbach, und das nicht nur im Studiengang Bauingenieurwesen. Vormittags stand die Theorie der Befestigungstechnik auf dem Programm. Schnell wurde klar, dass das Thema für alle Studienrichtungen im Bauingenieurwesen relevant ist. Egal ob im Hochbau bei der Befestigung von Balkonen, im Öffentlichen Bauen bei der Planung einer Feuertreppe für einen Kindergarten oder im Tiefbau bei Befestigung einer Tunnellüftungsanlage – überall müssen zugelassene Produkte verwendet werden. Die Hersteller bieten über Handbücher, PC-Software und Apps fürs Smartphone praxisnah Hilfen bei der Auswahl der richtigen Produkte und deren Bemessung an. Im Seminar wurde deutlich, dass die Befestigungstechnologie weit mehr ist als der klassische Kunststoffdübel im Privathaushalt. Im Baulabor übten die Studierenen nachmittags die praktische Anwendung. Unter fachlicher Anleitung durften die Nachwuchsingenieure selbst Hand anlegen: Dabei wurde es an den verschiedenen Stationen laut und staubig. Mit viel Einsatz nutzten die Studierenden die Gelegenheit, die vielfältigen Befestigungsprodukte in realen Baustoffen wie Beton, Hochlochziegel und Porenbeton nach Anleitung einzusetzen und hierbei die Eigenschaften der einzelnen Untergründe kennenzulernen. Mithilfe eines Auszugtests, bei dem eine Zugkraft auf einen Dübel aufgebracht wird, konnten die Studierenden zum Abschluss des Praxisteils sehen, dass es bei der richtigen Wahl des Dübels in der Regel immer zu einem Versagen des Untergrundes und nicht des Dübels kommt. Bevor den Seminarteilnehmern die Teilnahme durch ein Zertifikat der Hersteller bestätigt wurde, gab es einen kleinen Abschlusstest um das neue Wissen zu festigen.
- Statt ausschließlich zu Hause vor dem Laptop an Online-Vorlesungen teilzunehmen, bekamen vier Studierende der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mosbach Ende Mai eine besondere Abwechslung zum tristen Corona-Alltag. Für eine Studienarbeit, die von den Studierenden des Studiengangs Bauingenieurwesen im 6. Semester eingereicht werden muss, wurde die überregional bekannte Tropfsteinhöhle im Buchener Stadtteil Eberstadt umfangreich vermessen. Das Vermessungsprogramm sah die folgenden Arbeitsschritte vor: Ausgehend von einem Höhenfestpunkt, der sich rund 700 m entfernt von der Tropfsteinhöhle befindet, wurde ein Nivellement durchgeführt, um die genaue Höhe am Eingang der Tropfsteinhöhle zu ermitteln. Vom Höhleneingang bis zum Ausbauende der Höhle wurde mit Hilfe eines Tachymeters ein Polygonzug gemessen. Daran anschließend erfolgte ein hochgenauer 3D-Scan, der in vielen Einzelabschnitten mittels Laserscanner durchgeführt wurde. Die Idee dazu stammt vom aus Eberstadt stammenden Vermessungsingenieur Elmar Pfeiffer, der als nebenberuflicher Lehrbeauftragter für Vermessungskunde im Studiengang Bauingenieurwesen an der DHBW tätig ist. „Durch meinen beruflichen Werdegang war es schon seit längerem ein kleiner Traum, die Tropfsteinhöhle mittels verschiedener Verfahren zu vermessen“, berichtet Elmar Pfeifer. Als neue Themen für Studienarbeiten gesucht wurden, sprach er Studiengangsleiter Prof. Dr.-Ing. Markus Schönit auf das geplante Vorgehen an. Dieser war auch gleich begeistert vom Projekt: „Als Buchener war ich natürlich schon einige Male in der Tropfsteinhöhle und kenne deren gewaltige Ausmaße. Da gefiel mir die Idee von der Vermessung sofort. Die Vermessungskunde nimmt zwar nur einen relativ kleinen Teil im Bauingenieurwesen-Studium ein und die Studierenden lernen bei uns nur die Grundlagen der Vermessung mit dem Nivellier und dem Tachymeter kennen. Für den Einsatz des DHBW-eigenen Laserscanners bleibt in der Lehre leider nicht viel Zeit“, erklärt Schönit. „Aber vor allem das 3D-Laserscanning gewinnt dank der mittlerweile vorhandenen Gerätetechnik bei der Planung und Bauüberwachung immer mehr an Bedeutung in der Baupraxis und so war ich sehr dankbar, dass wir diesen besonderen Einsatz durchführen konnten.“ Vertreter der Stadt Buchen zeigten sich ebenfalls sehr aufgeschlossen für das Projekt und so konnte die DHBW schnell und unkompliziert eine Erlaubnis erhalten. Zunächst machte die Corona-Krise dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung und der erste Termin für die Vermessung musste abgesagt werden. Letztendlich war es für die Vermessung dann sogar von Vorteil, dass die Tropfsteinhöhle für den regulären Besuchsverkehr gesperrt wurde. Dadurch konnte man an zwei ganzen Arbeitstagen die leere Höhle nutzen und musste beim Positionieren der Vermessungsinstrumente keine besondere Rücksicht auf andere Höhlenbesucher nehmen. Die Einhaltung der Sicherheitsabstände der Vermesser untereinander war in der weiträumigen Höhle kein Problem. Aktuell sind die Studierenden mit der Auswertung der Messdaten beschäftigt. Als Endergebnis soll ein hochauflösendes 3D-Modell der Eberstadter Tropfsteinhöhle erzeugt werden. Weitere denkbare Folgeschritte sind die Veröffentlichung des Modells zur virtuellen Begehung mittels VR-Brille sowie die Absteckung markanter Punkte des Höhlenverlaufs an der Oberfläche. Beteiligt an der Vermessung waren Cedric Egolf, Sandro Gaiser, Alexander Hörsch und Leonie Vondermaßen (alle Studierende), Elmar Pfeiffer (Lehrbeauftragter), Prof. Dr.-Ing. Markus Schönit (Leiter Studiengang Bauingenieurwesen-Projektmanagement), Ralf Brecht (Laboringenieur der DHBW) sowie Philipp Leonhardt (Vermessungstechniker).
- Bei bestem Sommerwetter trafen sich am 11. August 2018 die Absolventinnen und Absolventen des Jahrgangs "WIW '05" an der DHBW in Mosbach. Nach einem kurzen Empfang bei Kaffee und Kuchen im A-Gebäude übernahm Verwaltungsdirektorin Christine Zimmer die Begrüßung der Ehemaligen. Weiter ging es mit der Besichtigung der ehemaligen Vorlesungsräume sowie der Dachterrasse im A-Gebäude der DHBW. Im Anschluss lies die Gruppe den Tag in einer Gaststätte in Mosbach gemütlich ausklingen.
- Zu den Alleinstellungsmerkmalen der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mosbach gehören Studiengänge mit langjähriger Erfahrung im Bereich Holz. Das betriebswirtschaftliche Studienangebot Holzwirtschaft wurde im Jahr 1984 eingeführt und zählt in diesem Bereich deutschlandweit zu den Branchenführern. Der zugehörige Alumniclub „ Managementclub Holzhandel “ feierte nun sein 25-jähriges Jubiläum. „Uns war damals bewusst, dass wir etwas entwickeln müssen, wenn wir nicht wollen, dass wir in alle Winde verstreuen“, erklärte Andreas Bullinger, Inhaber der Holzwerke Bullinger, beim Festakt am 11. Mai, aus welcher Motivation heraus der „Managementclub Holzhandel“ (MCH) vor 25 Jahren gegründet wurde. Er war einer der Mitbegründer des Alumnivereins und „immer ein Vereinsmeier“ gewesen. „Heute kann ich sagen, dass ich persönlich wie beruflich sehr viel von den Kontakten profitiert habe, die ich durch den MCH bekam“, so Bullinger. Auch Prof. Dr. Franz Schafferer, der Gründer des Studienangebots, das bei Gründung noch Holzhandel hieß, erinnerte sich an die turbulenten Anfangsjahre und daran, dass es in den erfolgreichen 1990er Jahren sogar Wartelisten für den Studiengang gegeben hat. Der promovierte Holzwirt und heutige Studiengangsleiter Prof. Dr. Hubert Speth dankte den Initiatoren des MCH für ihr damaliges Engagement und betonte: „Der MCH ist das Beste, was dem Studiengang jemals passieren konnte. Würde es ihn nicht schon geben, er müsste dringend erfunden werden!“ Er mahnte, dass die „konservative Holzbranche nicht mehr attraktiv für junge Studierende“ zu werden drohe. „Jeder einzelne von uns muss aktiv werden muss, um junge Menschen für unsere Branche zu begeistern und für ein Studium zu motivieren. Prorektor und Dekan der Fakultät Wirtschaft Prof. Dr. Karl Albert Strecker erläuterte das Erfolgsmodell der Dualen Hochschule Baden Württemberg am Standort Mosbach. Im Jahre 1980 mit 18 Studienanfängern begonnen, bildet die Hochschule aktuell über 3.600 Studierende an den beiden Standorten Mosbach und Bad Mergentheim aus. Die Auswahl der Studierenden durch die Unternehmen sorgt für hohe Qualität und Leistungsorientierung. Über das duale dreijährige Studium hinweg erfolgt eine Sozialisation im Unternehmen mit einer hohen Identifikation und starken Bindung an das Unternehmen: Fast 80 Prozent der Absolventen bleiben ihrem Unternehmen auch nach dem Studium treu. „Holz ist für die DHBW Mosbach seit vierzig Jahren profilgebend und identitätsstiftend“, erläuterte Strecker. Fast zeitgleich mit der Holzwirtschaft wurde bereits 1983 der Studiengang Holztechnik gegründet. Beide Studienangebote sind über das Baukompetenzzentrum eng mit dem Bauingenieurwesen verbunden, das zukünftig ein Studienangebot Holzbau plant. Die vom Förderverein DHBW friends for life e. V. organisatorisch wie finanziell unterstützte Feier wurde abgerundet durch die Ehrung engagierter Alumni des Studienangebots Holzwirtschaft. Der MCH-Vorstand übergab zudem eine Holzscheibe, auf der der gesamte aktive Vorstand der vergangenen 25 Jahren auf Messingschildern verewigt ist.