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Mit Algorithmen den kürzesten Weg finden

- DHBW-Studenten entwickeln Software zur effizienten Lösung von Optimierungsproblemen Welchen Weg muss ein Reisender einschlagen, um viele Stationen zu besuchen und trotzdem möglichst schnell und preiswert ans Ziel zu kommen? Zwei Informatik-Studenten der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Mosbach haben mit ihrer Studienarbeit einen Beitrag dazu geleistet, wie solche Optimierungsprobleme gelöst werden können. Ihr pragmatischer Ansatz bescherte ihnen eine Einladung als Referenten auf einer internationalen Konferenz in Peking, die vom Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) ausgerichtet wurde. „Das ist angesichts des Review-Prozesses gar nicht hoch genug einzuschätzen: Alle Einreichungen werden von Wissenschaftlern geprüft. Dabei wird nur ein kleiner Teil der Einreichungen als gut genug eingeschätzt, um als Konferenzbeitrag im Programm aufzutauchen“, so Studiengangsleiter Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Funk. Andre Hofmeister und Markus Breckner studieren Angewandte Informatik an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mosbach. Eine Optimierungsaufgabe aus dem Studium haben sie in einer Studienarbeit detailliert untersucht: Die Ziele auf einer Reiseroute sollen so angesteuert werden, dass die insgesamt zurückgelegte Strecke möglichst kurz ist. Diese Fragestellung ist als „Problem des Handlungsreisenden“ bekannt. Bereits vor mehr als 100 Jahren wurde es erstmals beschrieben und wissenschaftlich untersucht. Die grundlegende Herausforderung besteht darin, in angemessener Zeit aus unzähligen Möglichkeiten eine möglichst passende zu wählen. In der Praxis spielt diese Fragestellung eine große Rolle, betrifft sie doch nicht nur Wegstrecken für Kundenbesuche, sondern auch die Logistik, das Design von Schaltkreisen oder die Belegung von Maschinen. Eine praktische Lösung für ein nicht nur theoretisches Problem Je mehr Parameter wie Kosten, Zeit oder Ressourcenaufwand einberechnet werden, desto schlechter lassen sich solche Fragestellungen mathematisch exakt berechnen. „Für unsere Studienarbeit haben wir eine Situation mit 25 Städten konstruiert. Für die mathematisch eindeutige Lösung hätte der Computer 300 Trilliarden Möglichkeiten berechnen müssen – eine Trilliarde hat 21 Nullen – und dafür mehrere 100.000 Jahre gebraucht“, erklärt Andre Hofmeister. Stattdessen gehe man heuristisch heran, suche also nicht ewig nach der einen optimalen Lösung, sondern versuche, in kürzerer Zeit eine Lösung zu finden, die möglichst nahe an das Optimum herankommt. Hofmeister und Breckner entwickelten eine Software, die verschiedene Algorithmen für solche Optimierungsprobleme vergleicht, also Lösungswege mit vielen wohldefinierten Einzelschritten. Aus einer Reihe möglicher Parameter und komplexer Algorithmen empfiehlt das Programm die zur Problemlösung passendsten. Die beiden DHBW-Studenten entwickelten ein Grundgerüst, das jeder Nutzer für sich anpassen kann, indem er die Software mit beliebigen Problemen füttert und Algorithmen in der Datenbank erweitert oder hinzufügt. „Die beiden haben damit eine softwaretechnische Lösung für die intelligente Berechnung komplexer Algorithmen entwickelt“, erklärt Studiengangsleiter Funk. „Damit haben sie in idealer Weise die theoretischen Überlegungen aus den Vorlesungen zu Optimierungsalgorithmen in die Praxis transferiert.“ Zukünftige Spielwiese für Optimierungsprobleme So sah das auch das Programmkomitee der „2014 5th IEEE International Conference on Software Engineering and Service Science“. Diese internationale Konferenz richtet sich speziell an Softwareentwickler und behandelt Themengebiete wie Informationssicherheit, Künstliche Intelligenz, Automatisierung und Big Data. Sie wird vom weltweiten Berufsverband „Institute of Electrical and Electronics Engineers“ (IEEE) ausgerichtet. Die dort organisierten Ingenieure und Wissenschaftler aus den Bereichen Elektrotechnik und Informationstechnik bzw. Informatik beschäftigen sich unter anderem mit der Standardisierung von Hardware und Software und der Organisation des wissenschaftlichen Austauschs. Und das Feedback der Konferenzteilnehmer? „Das war gut – eine spannende Diskussion, aufschlussreiche neue Ideen und viele interessierte Fragen an uns!“, sagen Hofmeister und Breckner, die sich insbesondere über die Unterstützung ihres Dozenten und Betreuers Dr. Carsten Müller bei der Veröffentlichung gefreut haben. Die Software soll bald auf einem Server zukünftigen Studierenden oder Schülern als Spielwiese für Optimierungsprobleme und zur Bewertung komplexer Algorithmen dienen. Damit wird sie zu einem Baustein für den Theorie-Praxis-Transfer, der ein zentrales Element des dualen Studiums an der DHBW Mosbach ist.

News:
IHK-Bildungsmesse in Heilbronn vom 21.-23. Juni 2012

- Besuchen Sie unseren Stand auf der Bildungsmesse Auf der Website des Veranstalters finden Sie weitere Informationen .

News:
Hochschulgipfel 2010

- Heilbronn-Franken mausert sich gerade zu einem Bildungszentrum, doch der Weg dorthin ist noch lange nicht das Ziel. Die Region Heilbronn-Franken ist nach wie vor das Schlusslicht im überregionalen Vergleich mit anderen Bildungsstandorten. Gerade einmal 6,6 Studierende kämen auf 1000 Einwohner, bemängelte Heinrich Metzger, Hauptgeschäftsführer der IHK beim ersten Hochschulgipfel von Heilbronn-Franken im Heilbronner Haus der Wirtschaft (IHK). Etwa 70 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verbänden sowie Vertreter der Hochschulen und Bildungsinstitutionen waren zum Spitzengespräch mit dem baden-württembergischen Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Prof. Dr. Peter Frankenberg, gekommen. Gemeinsam mit Prof. Reinhold Geilsdörfer, Rektor der DHBW Mosbach, und Prof. Dr. Jürgen Schröder, Rektor der Hochschule Heilbronn, formulierte die IHK die wichtigsten Forderungen der Bildungseinrichtungen gegenüber der Landesregierung. Die limitierenden Faktoren seien in erster Linie Raum- und Personalmangel, so IHK-Präsident Thomas Philippiak, der jedoch in seiner Begrüßung zugleich hervorhob, wie sehr sich die gesamte Region in den Ausbau der Hochschullandschaft einbringe. Als außergewöhnliches Engagement hob er u.a. die gerade im Bau befindliche neue Außenstelle der DHBW Mosbach auf dem Bildungscampus Heilbronn hervor, die mit über 40 Millionen Euro von der Dieter-Schwarz-Stiftung gefördert wird, aber auch den neuen Campus Schwäbisch Hall der Hochschule Heilbronn, der maßgeblich von der Stadt Schwäbisch Hall, der Bausparkasse Schwäbisch Hall, der Firma Würth sowie der Raumschaft mit über 13 Millionen unterstützt wird. Trotz dieser Erfolge müsse es in Zukunft darum gehen, so Prof. Dr. Jürgen Schröder, Rektor der Hochschule Heilbronn, den weiteren Ausbau nachhaltig sicherzustellen. „Die Hochschule Heilbronn hat die höchsten Zuwachsraten aller Hochschulen und ist mittlerweile die zweitgrößte in Baden-Württemberg.“ Die Hochschulinfrastruktur müsse weiter ausgebaut und die Wertigkeit der Mitarbeiterstellen an ein akademisches Mittelniveau angepasst werden. Auch Prof. Reinhold Geilsdörfer, Rektor der DHBW Mosbach, forderte den weiteren Aufbau von regulären Personalstellen und eine wettbewerbsfähige Vergütung, um langfristig gut qualifizierte Mitarbeiter halten zu können. Minister Prof. Dr. Frankenberg zeigte viel Verständnis für die Forderungen der Hochschulen und sagte seine Unterstützung zu. Er geht auf Basis einer aktualisierten Vorausrechnung des Statistischen Landesamtes von 20.000 zusätzlichen Studienanfängern in Baden-Württemberg im Jahr 2012 aus, das sind 4.000 mehr als nach der ursprünglichen Vorausberechnung. Er erklärte weiter, dass mit einem starken Rückgang nach dem doppelten Abitursjahrgang in 2012 entgehen bisheriger Prognosen nicht zu rechnen sei und versprach weitere Unterstützung beim Ausbau der Hochschulen. Gleichzeitig wies er aber auch darauf hin, dass dies nicht ohne die Unterstützung der regionalen Wirtschaft möglich sei. „Wir tun was wir können, wir nehmen aber auch alles, was wir bekommen können“, so der Minister. Über einen Punkt waren sich die Gäste einig: dass der drohende Fachkräftemangel, insbesondere bei den Ingenieuren, abgewendet werden müsse. Der Minister erklärte es darüber hinaus für existenziell, nicht nur die Infrastruktur auszubauen, sondern vor allem auch die Qualität der Ausbildung weiterhin auf einem hohen Niveau zu halten. „Baden-Württemberg baut die besten Autos und Maschinen dieser Welt, das können wir nur leisten, wenn wir die besten Ingenieure haben.“

News:
Voll auf Kurs im Neckarraum

- DHBW-Projekt zur Lösung für in Seenot geratene Trimarane Der Sportartikel-Hersteller POGO (Sammet & März GbR ) verwirklichte zusammen mit der DHBW Mosbach ein ambitioniertes Projekt: die Entwicklung einer Hochleistungs-Segelyacht, die sich nach dem Kentern ohne fremde Hilfe selbst aufrichten kann. Ein Trimaran besitzt – der Name verrät es bereits – drei parallel angeordnete schmale Rümpfe. Ein solches Dreirumpfboot verzichtet auf Ballast und hat wenig Tiefgang. Dadurch erreicht es sehr hohe Geschwindigkeiten, erkauft diesen Vorteil aber mit einem Risiko: Sobald ein Trimaran kentert, kann er ohne Hilfe von Außen nicht wieder aufgerichtet werden. Er bleibt auf dem Rücken liegen und die Crew ist dazu verdammt, in den Rümpfen auf Rettung zu warten – auf hoher See eine gefährliche Seenot-Situation. „Windsurfen ist Segeln in seiner puristischsten Form" Hier setzt die Idee der rückkenterbaren Dreirumpfyacht an, die von Dipl.Ing.FH Joachim März (POGO/Sammet&März GbR) als Kooperationsprojekt an Prof. Dr.-Ing. Andreas Reichert, Wirtschaftsingenieur an der DHBW Mosbach, herangetragen und gemeinsam perfektioniert wurde. Beide sind selbst Segler und verstehen die Problematik von Kenterungen. Joachim März prägte mit seinem Geschäftspartner Dipl.Ing.FH Martin Sammet die Pionierzeit des Windsurfens, Snowboardens und Longboardens (Downhill-Skateboardens) und baut die hierfür benötigten Sportgeräte seit 1983 in seiner Firma in Löwenstein. Von den einstigen Surfbrettern zu einem Bootskonzept sei es zwar ein großer Sprung, sagt März, doch „Windsurfen ist letztendlich Segeln in seiner puristischsten Form. Insofern ist der Schritt zur Entwicklung eines Segelbootes leicht nachvollziehbar. Desweiteren ist ja auch nur der Verkauf von Systemplänen angedacht, denn für den Bau von Yachten wäre unsere Firmenstruktur einfach zu klein“. Die Lösung für das Rückkentern des Trimarans sind klappbare Außenrümpfe. „Kentert das Boot, wird einer der Außenrümpfe ohne externe Hilfe geflutet und nach unten geklappt. Anschließend wird auch der ungeflutete Rumpf der anderen Seite angeklappt, jedoch ohne vorheriges Fluten“, erklärt Reichert. Dadurch wendet sich die Yacht mit ihrem Mast zurück zur Wasseroberfläche und der geflutete Außenrumpf bewegt sich unter dem Gewichtsschwerpunkt des Hauptrumpfes hindurch. In diesem Moment wird durch Druckluft aus einer Taucherflasche das Wasser aus dem gefluteten Rumpf verdrängt, sodass dieser wieder an die Wasseroberfläche kommt und die Außenrümpfe zurückgeklappt werden können. „Durch diese Aktion ist das Dreirumpfboot wieder manövrierfähig und kann die Fahrt bis zu einem sicheren Hafen fortsetzen“, so der Professor. Prototyp in Arbeit Diese ambitionierte und bisher weltweit einzigartige Entwicklung brachte mehrere patentfähige Neuerungen und wurde deshalb im Rahmen des „Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand“ (ZIM) von 2011 bis 2014 vom Bund gefördert. Nach den konstruktiven Entwürfen und Modellrechnungen wurden zunächst Prototypen im Modellmaßstab 1:20 gebaut und der Ablauf konnte am "kleinen Objekt" simuliert werden. Die Simulationen am Rechner und im Wasserbecken zeigten schnell, dass sich März und Reichert auf dem richtigen Kurs befanden. „Das Projekt ist schon jetzt ein voller Erfolg“, sind sich die beiden Ingenieure einig. Sie haben das Konzept beim Forschungstransferpreis 2015 der IHK Heilbronn-Franken eingereicht. Parallel zu der Entwicklung der System-Baupläne ist der Bau eines Prototyps bereits in Arbeit. Der Testlauf für die Rückkenterung soll nach der Fertigstellung an einem stehenden Gewässer wie etwa auf dem Breitenauer See erfolgen. Verschiedene Vermarktungs- und Lizenzmodelle für die System-Baupläne sind in Planung. Von der Konstruktion der Leichtbauelemente über die Fertigungsplanung und Herstellung der Module bis hin zu globalen Vermarktungsansätzen: Die Projektpartner brachten ihre Spezialisierungen ein und profitierten beide vom gemeinsamen Projekt. „Unser Unternehmen hat beispielsweise sein Know-How auf dem Gebiet der Verarbeitung spezieller Aluminiumlegierungen enorm erweitert“, weiß März. Und Reichert kann seinen Studierenden in Zukunft die Theorie in der Vorlesung mit vielen praxisnahen Beispielen aus Segel- und Boardsport versüßen.

News:
Der Mosbacher Rennwagen blieb in der Box

- RNZ , 9.8.2010: Es klang nach Formel 1, es roch nach großem Rennsport, und es sah mitunter auch fast genauso aus. Was die mehr als 90 Teams bei der "Formula Student Germany" (FSG) am Wochenende auf dem Hockenheimring ablieferten, konnte sich wirklich sehen und hören lassen. "Das sind die Formel-1-Konstrukteure der Zukunft", war sich denn auch einer der vielen Zuschauer auf dem Ring sicher, während einer der Studentenboliden im Highspeed auf der Start- und Zielgeraden vorbeischießt. Bei der FSG treten Studententeams aus ganz Europa mit selbst entwickelten und selbst gebauten Rennwagen in verschiedenen Disziplinen (und unterteilt in Fahrzeuge mit Verbrennungs- und Elektromotor) gegeneinander an. Erstmals mit dabei war auf dem Hockenheimring auch das mosTEC-Rennteam der Dualen Hochschule Mosbach (wir berichteten bereits). Wenngleich nur statisch. Denn fahren wollte das Elektromobil aus Mosbach partout nicht... Den ganzen Artikel lesen:

News:
11. Mosbacher Finanz- und Steuertag behandelt breites Themenspektrum

- Der Alltag im Unternehmen wird hektischer, auch im Bereich Unternehmensrechnung, Finanzen und Steuerwesen. Der 11. Mosbacher Finanz- und Steuertag (MoFiSta) griff am 18. Juni diese Problematik auf: Rund 90 Unternehmensvertreter und deren Berater diskutierten zusammen mit dem Studiengang RSW-Betriebswirtschaftliche Steuerlehre, Unternehmensrechnung und Finanzen (BStUF) der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mosbach und dem Institut für Wirtschaft und Steuer (IWS). Prof. Dr. Ingo Zempel, Wirtschaftsprüfer und Geschäftsführer der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) in Berlin, eröffnete den Vortragsreigen. In seinem Referat erläuterte er den rund 90 Teilnehmern, darunter auch Studierenden der DHBW Mosbach, die Ziele, Maßnahmen, Prüfungsergebnisse sowie aktuellen Entwicklungen im Kontext der DPR. Diese in der Presse auch als „Bilanzpolizei“ bezeichnete Organisation prüft seit 2005 die Rechnungslegung von kapitalmarktorientierten Unternehmen. Ziel ist es, zur Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit der Jahres- und Konzernabschlüsse solcher Unternehmen beizutragen. So führt sie im Auftrag der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) stichproben- und anlassbezogene Prüfungen der Jahres- und Konzernabschlüsse von Unternehmen durch, die den geregelten Kapitalmarkt in Anspruch nehmen. Dabei führen die Untersuchungen der DPR vor allem bei Unternehmen, die keinem Börsenindex wie DAX oder MDAX angehören, auch immer wieder zu einzelnen Fehlerfeststellungen. Umsatzsteuerbetrug und Verwaltungsvereinfachung Neuerungen im Umsatzsteuer- und Verfahrensrecht widmete Rüdiger Weimann, Diplom-Finanzwirt und anerkannter Umsatzsteuerexperte aus Dortmund, seinen Vortrag. Er stellte geplante europarechtliche Neuerungen vor, auf die sich betroffene Unternehmen und deren Berater möglichst frühzeitig vorbereiten sollten. Geplant ist u.a. die Einführung einer „Zertifizierung“ von umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen, insbesondere für Zwecke der Vermeidung des Umsatzsteuerbetrugs sowie der Verwaltungsvereinfachung im innereuropäischen Warenverkehr. Ziel ist, die Vertrauenswürdigkeit der umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen aus Sicht der Finanzverwaltung zu dokumentieren. Die damit notwendige Umstellung des Systems der Umsatzsteuerabrechnung im innereuropäischen Warenverkehr soll voraussichtlich 2022 in Kraft treten. Vorgeschaltet sind jedoch einige „Sofortmaßnahmen“, die europarechtlich schon ab 2019 greifen sollen und vom Referenten dargelegt und kritisch beleuchtet wurden. Das Steuermodernisierungsgesetz Mit Blick auf die Abgabenordnung ging Prof. Dr. Stefan Holzner, Experte für Verfahrensrecht der Hochschule für Verwaltung und Finanzen in Ludwigsburg, ausführlich auf Neuerungen des Steuermodernisierungsgesetzes ein. Dazu zählen unter anderem die Verlängerung von Abgabefristen für Steuererklärungen, sowie die Setzung von rechtlichen Rahmenbedingungen für die risikoorientierte und datenverarbeitungsgestützte Auswertung und Prüfung von Steuererklärungen durch die Finanzverwaltung. Letzteres sichert rechtlich ab, dass die Finanzbehörden nicht mehr jede Steuererklärung manuell, sondern nur noch in Stichproben prüfen müssen, die basierend auf einem „Risikofilter“ identifiziert werden. Einsatz mediativer Elemente in der Beratung Prof. Dr. Elke Heizmann, Steuerberaterin, zertifizierte Mediatorin, Leiterin des Studiengangs RSW-BStUF und Mitveranstalterin des MoFiSta zeigte auf, wie sich Berater durch Erweiterung des Dienstleistungsspektrums besser im Wettbewerb behaupten können. In ihrem Vortrag „Mediation – mehr als nur ein neues Geschäftsfeld“ betonte Heizmann, dass durch Einsatz mediativer Elemente die Beratungsqualität in anderen Bereichen gesteigert werden kann. Gerade Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte sind in ihrer beruflichen Tätigkeit häufig mit Konfliktsituationen konfrontiert (z.B. Erbauseinandersetzungen, Streit zwischen Gesellschaftern, innerbetriebliche Konflikte) und können mittels Mediation einen wichtigen Beitrag zur Konfliktlösung erbringen. Heizmann erläuterte ausführlich das freiwillige Verfahren der Mediation durch das Konfliktparteien mithilfe eines neutralen, unparteiischen Mediators ihren Konflikt eigenverantwortlich beilegen können, sowie die persönlichen und formalen Voraussetzungen, die Mediatoren zur Ausübung der Mediationstätigkeit erfüllen müssen. Abschließend wies Heizmann darauf hin, dass seit kurzem auch die Studierenden des dualen Studiengangs „RSW-Betriebswirtschaftliche Steuerlehre, Rechnungslegung und Finanzen (BStUF)“ die Möglichkeit haben, sich wesentliche Grundkenntnisse der Mediation anzueignen. Personalgewinnung und Führungskultur Herausforderungen im Bereich der Personalgewinnung und der Führungskultur für Berater und ihre Mandanten beleuchteten die folgenden zwei Beiträge eindrücklich. Reinhard Herden, Geschäftsführer einer Unternehmens- und Personalberatung, wies auf aktuelle Probleme bei der Personalgewinnung in Unternehmen vor dem Hintergrund von Digitalisierung und demographischem Wandel hin. Er bemängelte, dass die Personalabteilung häufig zu sehr an „Hinterhöfe“ erinnere und es an digitaler Kompetenz in diesem Bereich mangele. Trotz zahlreicher Beteiligter an Einstellungsverfahren ist die Entscheidungsbereitschaft zu gering ausgeprägt. Folge: Personaleinstellungen dauern so lange, dass inzwischen hochqualifiziertes Personal zu Mitbewerbern abwandert, die in der Personalarbeit besser aufgestellt sind. Zum Abschluss der Vortragsreihe rückte Prof. Dr. Dr. Ingolf Riedel, Inhaber einer Führungsakademie, die Führungskultur im digitalen Zeitalter in den Fokus. Anschaulich und unterhaltsam zeigte Riedel, vormals selbst als Studiengangsleiter an der DHBW Mosbach tätig, unter Nutzung aktueller Erkenntnisse der Psychologie, Gen- und Hirnforschung auf, wie sich Führung im Zuge der Digitalisierung im Führungsalltag verändern wird. Dabei wies er u.a. auf die hohe Bedeutung einer Vertrauens- im Gegensatz zu einer Kontrollkultur hin, die im Zeitalter der Digitalisierung einen wichtigen Baustein für eine erfolgreiche Personalführung bildet. Anerkennung in der Fachwelt Steuerberaterin, Mediatorin und Studiengangsleiterin Prof. Dr. Elke Heizmann und Prof. Dr. Stefan Leukel, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, zeigten sich mit dem diesjährigen MoFiSta mehr als zufrieden. Stefan Leukel, der als Moderator durch den Tag führte, stellte fest: „Der Tag konnte den Teilnehmern aufgrund der facettenreichen Themenstellungen der Referenten interessante fachliche, aber auch persönliche Impulse mitgeben.“ Auch Elke Heizmann zeigte sich zufrieden: „Die Vielfältigkeit der Themenstellungen war sehr interessant. Der bunte Blumenstrauß aktueller Themenstellungen spiegelt sehr gut auch die Breite unseres Studiengangs wider, ganz getreu unserem Motto ‚überraschend vielfältig und gar nicht trocken‘.“ Rektorin Prof. Dr. Gabi Jeck-Schlottmann betonte, dass die bereits elfte Auflage der Jahrestagung zeige, dass diese auch über die Region hinaus als Weiterbildungs- und Netzwerkplattform Anerkennung in der Fachwelt erfährt. Der MoFiSta wird seit seinen Anfängen vom Institut für Wirtschaft und Steuer GmbH (IWS) in Mosbach und der Stiftung Pro DHBW Mosbach e.V. ermöglicht. Kontakt

News:
Der perfekte Absolvent

- Wirtschaftsingenieurwesen der DHBW Mosbach orientiert sich am Bedarf Die DHBW Mosbach bildet seit Jahrzehnten gemeinsam mit Unternehmen aus. Das Ergebnis: nahe am perfekten Absolventen, dessen Vorzüge eine aktuelle Studie zusammenfasst. Denn die DHBW-Studierenden sind praxiserfahren, spezialisiert und international. Das macht sie auf dem Arbeitsmarkt begehrenswert. Eine Mosbacher Absolventin arbeitet für einen unterfränkischen Weltmarktführer. Der ideale Absolvent? Praktische Unternehmenserfahrung und sorgfältig gewählte Studienschwerpunkte soll er bereits mitbringen, finden rund dreiviertel der Personalentscheider. Dazu noch gute Noten und Zeugnisse, Auslandserfahrung und Fremdsprachenkenntnisse, so das Ergebnis der Hochschul-Recruiting-Studie 2014 der Jobbörse Jobware und der Hochschule Koblenz, die im Oktober veröffentlicht wurde. „Unser internationales duales Studienkonzept passt total in die Zeit“, kommentiert Prof. Dr. Albrecht Dinkelacker, Studiengangsleiter für Wirtschaftsingenieurwesen mit der Richtung Internationales Technisches Projektmanagement (ITP) an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mosbach, diese Ergebnisse. „Immerhin bilden wir hier in Mosbach seit über 10 Jahren gemeinsam mit international agierenden Unternehmen Wirtschaftsingenieure nach diesen Schwerpunkten aus.“ An der Schnittstelle zwischen kaufmännischem und technischem Bereich Die Hälfte des dreijährigen Studiums verbringen die Studierenden an der Hochschule, die andere Hälfte bei ihren Ausbildungsunternehmen. Mit einem Wechsel alle drei Monate ist der Theorie-Praxis-Transfer sichergestellt. Die studentischen Projekt- und Bachelorarbeiten befassen sich mit Problemstellungen der Unternehmen und liefern eine wissenschaftlich fundierte Lösung. „Mehr Praxiserfahrung als bei unserem dualen Studienkonzept kann man während eines Hochschulstudiums nicht sammeln“, weiß Dinkelacker. Die Studierenden arbeiten interdisziplinär: Neben den ingenieurwissenschaftlichen Grundlagen und Spezialisierungen in den Bereichen Maschinenbau, Elektrotechnik und Informationstechnik erwerben sie solide betriebswirtschaftliche Kenntnisse. „Das ist wichtig, denn die Absolventen werden später an Schnittstellen zwischen dem kaufmännischen und technischen Bereich eingesetzt“, so der Professor. Christina Böhm ist frischgebackene Absolventin der Studienrichtung. „Nach der langen Schulzeit wollte ich nicht länger nur zuhören“, erklärt sie. „Die größte Stärke des dualen Studiums ist der umfassende Einblick in ein Unternehmen, den man durch den Einsatz in verschiedenen Abteilungen erhält.“ Böhms Dualer Partner war die Linde Material Handling GmbH in Aschaffenburg, bei der sie nun auch nach dem Abschluss übernommen wird. Das Unternehmen zählt zu den weltweit führenden Herstellern von Gabelstaplern, Lagertechnikgeräten und elektrischen Antriebssystemen. Es unterhält Produktions- und Montagewerke in allen wichtigen Regionen weltweit sowie ein globales Vertriebs- und Servicenetzwerk mit Vertretungen in über 100 Ländern. Wichtig für den Dualen Partner war darum die internationale Ausrichtung des ITP-Studiums. In Seminaren vermitteln die Professoren und externen Lehrbeauftragten Fachwissen darüber, wie weltweit vernetzte Produktentwicklungs- und Fertigungsprozesse sowie ein internationaler technischer Vertrieb und Einkauf aufgebaut sein müssen. Interkulturelle Kompetenz und Sprachkurse in Technischem Englisch runden die Curricula ab. Doch der wichtigste Bestandteil ist der einjährige Studienaufenthalt an einer ausländischen Partnerhochschule. Christina Böhm verbrachte ihr drittes Studienjahr an der University of South Wales. „Dort habe ich meine Englischkenntnisse aufgefrischt. Vor allem in den technischen Fächern habe ich meine Kenntnisse erweitert und neue Perspektiven kennengelernt.“ Böhm hat ihr Studium in Mosbach und in Wales mit besten Noten abgeschlossen und freut sich über ihren Double Degree als Bachelor of Engineering der DHBW Mosbach und als Bachelor of Science with Honours der University of South Wales. Ein Auslandsaufenthalt prägt Ein Studium an der DHBW ist häufig der erste Schritt einer erfolgreichen Karriere, wie Kristina Rudis Beispiel zeigt. Sie gehört zum ersten Abschlussjahrgang dieser Studienrichtung an der DHBW Mosbach. Vor allem ihre Vielseitigkeit und die internationale Ausrichtung haben dazu beigetragen, dass ihr Dualer Partner ihr direkt nach Abschluss des Studiums die Konzeption, Definition und Implementierung der Projektmanagement-Tools übertrug. Nach 13 Jahren ist sie beim amerikanischen Chipentwickler Atmel Automotive Leiterin des Projektmanagements und des Entwicklungscontrollings. Insbesondere den Auslandsaufenthalt an der Universität Cardiff sieht sie als wichtig für ihre persönliche und fachliche Weiterentwicklung im Studium an. „Der Aufwand, englischsprachige Vorlesungen aufzubereiten, war um einiges größer als an der heimischen Hochschule“, erinnert sie sich. „Ebenso kann es eine Herausforderung sein, sich bei den dortigen Studierenden einzugliedern und akzeptiert zu werden. Es prägt, wenn man das erfolgreich meistert.“

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Studieren in Singapur: Asiatische Megacity versus Kleinstadtidylle im Odenwald

- Seit 10 Jahren kooperiert die DHBW Mosbach mit der Nanyang Polytechnic (NYP) Singapur. Mehr als 500 Studierende wurden bereits ausgetauscht, in Zukunft sollen es noch deutlich mehr werden. Im Sommer 2002 vereinbarte Prof. Dr. Nicole Graf, Prorektorin der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mosbach, während eines Stopovers in Singapur einen Termin mit der Hochschulleitung der Nanyang Polytechnic und legte damit den Grundstein für die Kooperation der beiden Hochschulen. Im Herbst desselben Jahres besuchte Hochschuldirektor Mr. Lee Ton Nge die DHBW Mosbach (damals noch Berufsakademie Mosbach) und besiegelte die Kooperation. Die amtierenden Hochschulleiter unterschrieben gemeinsam das „Memorandum of Understanding“. Im Januar 2003 nahm die DHBW Mosbach die ersten vier Studierenden aus Singapur für ein Gastsemester in Mosbach auf und schickten den ersten DHBW-Studenten in die asiatische Megacity. Heute, zehn Jahre später, steht der Stadtstaat am Rande des südchinesischen Meeres ganz oben auf der Wunschliste der Studenten weiß Prof. Dr. Tom Queisser, Leiter des akademischen Auslandsamtes der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mosbach. „Singapur ist eine Weltmetropole. Unsere Studierenden haben durch diese Kooperation die Möglichkeit, die asiatische Kultur, aber auch den asiatischen Markt direkt vor Ort kennen zu lernen. Das ist nicht nur eine große Chance für die Studierenden, sondern ebenfalls für deren Partnerunternehmen, da die asiatische Wirtschaft die Märkte der Zukunft prägen wird.“ Innerhalb der letzten zehn Jahre haben nicht nur die Studierenden die Kooperation zum gegenseitigen Austausch genutzt, sondern auch die Dozenten und Professoren. Prof. Dr. Rainer Jochum, Leiter des Studiengangs International Business am Campus Bad Mergentheim, war selbst bereits mehrfach für Vorlesungen vor Ort und schätzt insbesondere den hohen Qualitätsanspruch an die Lehre. „An der NYP ist das Lernen in kleinen Kursen mit hohem Praxisbezug genauso etabliert wie an der DHBW Mosbach“. Darüber hinaus zeuge die Unterbringung der Studierenden in großzügigen Appartements auf dem Campus mit Wohnzimmer, separatem Schlafzimmer, Küche, Bad, Balkon, Klimaanlage und Waschmaschine für jede Wohneinheit von der exzellenten Infrastruktur. Prof. Dr. Nicole Graf freut sich, dass sich aus der Kooperation das erfolgreichste DHBW-Austauschprogramm aller Standorte entwickelt hat. Besonders attraktiv sei hierbei, dass die Studierenden aufgrund des bilateralen Austauschs keine Studiengebühren zahlen müssten und von der hervorragenden Ausstattung und den umfangreichen Zusatzangeboten in Singapur profitieren könnten. „Das Sportangebot an der NYP ist gigantisch“, schwärmt Prof. Dr. Nicole Graf. Sie war anlässlich des 10-jährigen Jubiläums selbst vor Ort und besuchte die 22 DHBW-Studenten, die dort gerade ihre Auslandssemester verbringen. „In den Fitness-Studios gibt es beispielsweise Personal Trainer und auch Ernährungsberater, die sich um die Studierenden kümmern“. Für die kommenden zehn Jahre hat sie sich vorgenommen, das Austauschprogramm weiter auszubauen und zu intensivieren.

News:
Formula Student Electric: Die Mosbacher Studierenden präsentierten ihren E-Boliden auf dem Hockenheimring

- Auf dem Asphalt, der die Welt bedeutet, präsentierte das Mosbacher Team mosTEC.racing gemeinsam mit über 2000 Studierenden aus der ganzen Welt bei der „Formula Student Germany“ in der neu eingeführten Wettbewerbsklasse „Formula Student Electric“ seinen Elektrorennwagen. Bei diesem internationalen Wettbewerb treten Studententeams aus aller Welt mit selbst entwickelten und selbst gebauten Rennwagen in verschiedenen Disziplinen gegeneinander an. Die Rennautos wurden nach Konzept und Rennleistung bewertet, ein wichtiges Kriterium dabei war ebenfalls ein überzeugendes Marketingkonzept. Aus Deutschland konnten sich neun Electric-Teams für den Hockenheimring registrieren, neben der DHBW Mosbach auch die RWTH Aachen, die TU Berlin, die FH Zwickau, die FH München, die Universität Stuttgart, das KIT Karlsruhe, die FH Köln, die FH Deggendorf und die FH Diepholz. Aus dem Ausland waren sechs Teams der Universität Hatfield (GB), TU Eindhoven (NL), der TU Bratislava (SK), der TU Graz (AT) und der ETH Zürich (CH) mit dabei. Zum ersten Mal war ein Team der DHBW Mosbach mit von der Partie in Hockenheim. Einziges Manko: Das Vehikel war leider nicht fahrtüchtig. Die Anlieferung der bereits im April bestellten Akkumulatoren erfolgte erst drei Tage vor dem Rennen und dann noch unvollständig. Auch der Versuch, mit einer Alternativlösung in Hockenheim an den Start zu gehen, scheiterte trotz zweier Nachtschichten des Projektteams. „Den Entschluss, ohne Akkus nach Hockenheim zu gehen, haben wir am Mittwochmorgen um 5 Uhr in der Frühe getroffen. Wir wollten aber trotzdem mit dabei sein, Erfahrungen für die nächsten Jahre sammeln und zumindest an den statischen Events teilnehmen“, so Projektleiter Linus Friedrich. Auch andere Teams hatten Startprobleme, lediglich drei Elektrorennwagen sind letzten Endes beim Endurance Test, einer Fahrstrecke über 22 Kilometer tatsächlich im Ziel angekommen. Immerhin konnte sich das Mosbacher Team bei den statischen Disziplinen beweisen, wie etwa bei der Präsentation des Business Plan, dem Cost Report und dem Engineering Design. Insbesondere beim Cost Event konnte das Mosbacher Team überzeugen und belegte den 6. Platz. Projektleiter Linus Friedrich ist sich sicher: Im nächsten Jahr werden viele Schritte zum fahrtüchtigen E-Boliden einfacher werden. Die Sponsorensuche für das kommende Jahr läuft bereits, aktuelle Informationen zum Projekt gibt es auf der teameigenen Website: www.mostec-racing.de .

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Evolution – Nicht nur ein Prinzip der Biologie

- Interdisziplinarer Workshop am APG Mosbach-Neckarelz und der DHBW Mosbach Optimierungsprobleme im Lichte der Evolutionsbiologie beleuchtete ein Workshop mit DHBW-Professor Klaus-Georg Deck und Studienrat Thomas Engelhardt am Auguste-Pattberg-Gymnasium. Wissen wird bereits seit Aristoteles als Konzept von Einzelwissenschaften aufgefasst und an Hochschulen und Universitäten als eigenständige Disziplinen erforscht und gelehrt, erklärte Prof. Dr. Klaus-Georg Deck, Professor für Wirtschaftsinformatik an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mosbach. „Dies hat seinen guten Grund, und so haben sich mit der Zeit eigenständige Fakultäten, Studienbereiche und Studiengänge mit eigenen teils konträren Forschungsmethoden und -prinzipien herausgebildet.“ Dass es sich lohne, solche Grenzen zu durchbrechen und interdisziplinär zu arbeiten, zeige das Thema „Genetische Algorithmen“. Dabei handelt es sich um die Übertragung des von Charles Darwin formulierten Paradigmas der Evolution auf den Bereich der Informatik. „Es werden die wesentlichen Momente, nämlich Selektion, Rekombination und Mutation im Bereich der Programmierung betrachtet, um genetische Prozesse zur Lösungsfindung zu simulieren“, so Deck. Anwendungsfälle gibt es in den unterschiedlichsten Bereichen, etwa in der Logistik, der Routenplanung, aber auch in Finanzwirtschaft und Ingenieurswissenschaften. Beim Workshop am Mosbacher Gymnasium führte Deck, der an der DHBW unter anderem Programmieren und Data Science lehrt, praxisnah in das Thema ein. Anhand ausgewählter einfacher Beispiele hatten die Schülerinnen und Schüler anschließend ausreichend Gelegenheit, diese in ihrer eigenen Programmierumgebung nachzuvollziehen, eigene Programme zu erstellen und diese zu modifizieren. Die programmiertechnischen Grundlagen wurden von Studienrat Engelhardt im Vorfeld bereits vermittelt. Der Workshop „Genetische Algorithmen – Biologische Evolution als Paradigma für Algorithmen“ ist Teil der Bildungspartnerschaft, die mittlerweile seit mehr als sieben Jahren zwischen der Schule und der Hochschule besteht und die im Juni feierlich erneut unterzeichnet wurde.

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