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News:
How to Hochschulprüfung

- Jetzt wird es spannend – Von der Planung bis zur Korrektur einer guten Hochschulprüfung Das Ende des Semesters wird für alle Akteure arbeitsintensiv. Während die Vorbereitung der Prüfungen sowohl den Lehrpersonen als auch den Studierenden einen hohen Arbeitseinsatz abverlangt, stellt der Zeitpunkt nach der für die Studierenden überstandenen Prüfungssituation die Lehrenden ihrerseits vor die spannende Herausforderung der Korrektur und Bewertung der studentischen Prüfungsleistungen. Am 27. Oktoberr 2023 vormittags findet die Online-Veranstaltung des ZHL statt. Inhalte sind u.a.: - Zusammenhang Lern-/Kompetenzziele, Inhalt, didaktisches Setting und Prüfungen (= Constructive Alignment) - Kurze Übersicht zu den drei Prüfungsformen Klausur, kombinierte Prüfung/Portfolio, Referate - Ansprüche, Grundprinzipien und Erfolgsfaktoren einer Hochschulprüfung - Planung und Korrektur/Bewertung einer Prüfung - Vorbereitung der Studierenden auf die Prüfung Anmeldung

News:
Unser (Oden)Wald - Gestern, Heute und Morgen?

- Warum gab es im Odenwald vor 200 Jahren nahezu überhaupt keinen Wald? Und wie ist es im Zeitalter des Klimawandels wirklich um unsere Wälder bestellt? Ob wir in Zukunft überhaupt noch Wald haben werden und wie der dann aussehen könnte, diesen Fragen geht Prof. Dr. Hubert Speth nach. Er promovierte an der Universität Hamburg im Studiengang Holzwirtschaft und ist an der DHBW Mosbach Studiengangsleiter für BWL-Handel Holzwirtschaft. Darüber hinaus gründete er die internationale Virtual Wood University, ein Gemeinschaftsprojekt zwischen deutschen, österreichischen, finnischen und estinischen Holz-Hochschulen, ist Ambassadeur für Forstwirtschaft und Holzhandel bei der KOALITION für HOLZBAU und Mitautor eines Podcasts zu Wald und Holz . Herr Speth, wie ist es aus Ihrer Sicht um den Wald in der Region bestellt? Zwar geht es dem Odenwald noch immer besser als den Wäldern in anderen Regionen Deutschlands, wie z.B. im Sauerland, Harz oder dem Thüringer Wald, wo bereits großflächig ganze Waldflächen abgestorben sind. Allerdings sind wir mittlerweile auch weit davon entfernt, dass wir sagen können, dass es unseren Wäldern hier in der Region gut geht. Die Menschen im Odenwald lieben ihren Wald. Was lässt sich denn machen, dass wir den weiter genießen können? Der Odenwald, wie der Name schon sagt, ist schon immer ein Waldgebirge gewesen, ursprünglich ausschließlich mit Laubwäldern bestockt, wie die vielen wunderbaren Fachwerkstädte in unserer Region beweisen. Durch die starke Übernutzung im ausgehenden Mittelalter und zur beginnenden Neuzeit hatten sich die Zustände jedoch derart dramatisch verschlechtert, so dass wir vor rund 200 Jahren kaum noch geschlossene Waldflächen hatten. Der Klimawandel mit den langanhaltenden Trockenperioden und den damit einhergehenden Schäden wie z.B. durch Borkenkäfer wird voraussichtlich in den kommenden Jahrzehnten zu ähnlich starken Verwerfungen führen wie wir sie vor rund 200 Jahren in der Region schon mal erlebt haben. Aber es ist nicht so, dass die Forstwirtschaft nicht schon lange versucht, da gegenzusteuern. Spätestens seit den verheerenden Stürmen Vivian und Wiebke Anfang der 1990er Jahre werden unsere Wälder mit standortgerechten Baumarten umgebaut. Die Frage ist nur, wie viel Zeit uns der Klimawandel noch für diesen zwingend notwendigen Waldumbau lässt. Was sind denn standortgerechte Bäume? Welche Baumarten sollte man pflanzen und welche Fehler vermeiden? Standortgerecht sind diejenigen Baumarten, die mit den Wasser-, Nährstoff- und Klimaverhältnissen des jeweiligen Standorts voraussichtlich auch in Zukunft gut zurechtkommen. Beispielsweise ist die Fichte ein Flachwurzler, während Tannen, Kiefern und Eichen Pfahlwurzeln haben. Das heißt, diese Baumarten können mit ihren Wurzeln wesentlich tiefere Bodenschichten erschließen. Dadurch kommen sie an Wasserreservoirs, die die Fichte nicht erreicht. Grundsätzlich spricht auch nichts dagegen, schnellwachsende Baumarten wie die Douglasie einzusetzen. Allerdings sollte man tunlichst verhindern, sie in Monokulturen anzupflanzen, um nicht die gleichen Massenkalamitäten hervorzurufen, wie wir sie aktuell bei der Fichte erleben. Manche Ökologen sind jedoch deswegen gegen die Douglasie, da sie aus Nordamerika kommt und somit keine einheimische Baumart darstellt, obwohl sie vor der letzten Eiszeit auch in Mitteleuropa heimisch war. Allerdings darf man ihr Potential auch nicht überbewerten, in ihrer nordamerikanischen Heimat ist auch sie Krankheiten, wie z.B. Pilzen oder Insekten ausgesetzt, die zum Absterben ganzer Wälder führen können. Ein weiterer Fehler, den man nicht machen darf, ist einfach südeuropäische Baumarten nach Mitteleuropa zu holen, um sie hier anzupflanzen. Ich denke, wir werden nicht einfach eine Verschiebung des Klimas von Süden nach Norden bekommen, sondern es werden vor Ort ganz neue Klimabedingungen entstehen, die es so bis dato nicht gegeben hat. Das bedeutet zum Beispiel, wir werden im Sommer Trockenphasen haben, wie wir sie zur Zeit wieder erleben und trotzdem im Mai noch Spätfrostperioden. Das würde dazu führen, dass die südeuropäischen Baumarten zwar die Trockenheit im Sommer überstehen, dafür im nächsten Mai erfrieren würden. Sieht man den Klimawandel in den Wäldern bereits? Ja, viele Bäume sind bereits der Dürre zum Opfer gefallen und stehen vertocknet am Wegesrand. Auch wenn Sie tiefer in die Wälder hineingehen, finden Sie auch bei uns bereits größere Kahlflächen, die aufgrund der Dürreperioden 2018-20 und dem wieder viel zu trockenen Sommer 2022 entstanden sind. Diese Entwicklung war auch ausschlaggebend für meinen Vortrag an der DHBW. Meine Kollegin Anja Kern meinte vor einiger Zeit, dass sie den Klimawandel in ihrem Alltag überhaupt nicht wahrnimmt, wohingegen ich mit meinen Wäldern bereits seit Jahren von einer Katastrophe in die andere gerate. Müssen wir uns hier nicht auch massiv verändern? Und wirtschaftliche Aspekte mit Blick auf einen zukunftsfähigen Wald in den Hintergrund stellen? Da bin ich als Waldbesitzer absolut bei Ihnen. Meine Wälder erbringen für die Gesellschaft weitaus mehr Leistungen als lediglich die Holzproduktion, beispielsweise binden sie CO2, produzieren Sauerstoff und speichern Wasser, dienen dem Artenschutz und können zur Erholung genutzt werden. Allerdings habe ich 2020 für einen 70 Jahre alten Baum, den mein Großvater gepflanzt und mein Vater sein ganzes Leben gepflegt hat, gerade mal zwei Euro bekommen. Solange die Gesellschaft nicht dazu bereit ist, die Waldbesitzer für die sonstigen Leistungen des Waldes zu entlohnen, werden viele von ihnen weiterhin auf schnell wachsende Baumarten wie die Douglasie setzen müssen. Wenn Sie die Förderung für Wälder gestalten könnten, wie würde sie aussehen? Hier gäbe es verschiedene Ansätze. Die vor zwei Jahren erstmals ausgezahlte Klimaprämie ist jedoch lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein. Ich habe für meine 20 Hektar Wald gerade mal 1.300 Euro bekommen, gleichzeitig aber durch die Trockenheit mit anschließenden Käferkalamitäten Verluste erlitten, die im höheren fünfstelligen Bereich liegen. Ein spannender Ansatz wird gerade in Neuseeland verfolgt, dort bekommen Waldbesitzer für ihre Wälder kostenlose CO2-Zertifikate, die auf dem Markt frei handelbar sind. Je nachdem, wie die sich preislich entwickeln, hätte der Waldbesitzer noch eine weitere attraktive alternative Einnahmequelle. Wie beurteilen Sie die aktuelle Situation im Holzhandel bzw. der Holzwirtschaft? Auch in der Holzwirtschaft selbst gibt es noch viel Potential, das Holz ressourcenschonender einzusetzen. Zum Beispiel ist das „Produkt der Stunde“, das Brettsperrholz, nicht wirklich ressourceneffizient. Auch wandern 70 bis 80 Prozent unseres Laubholzes noch immer direkt aus dem Wald in den Ofen und setzt das gebundene CO2 umgehend wieder frei, anstatt dass es zuerst stofflich genutzt wird. Hier ist sicher noch viel Luft nach oben. Trotzdem ist Holz mit großem Abstand der umweltverträglichste Baustoff, den wir haben, denn im Gegensatz zu allen anderen Baustoffen wird bei der Produktion kein CO2 freigesetzt, sondern nachhaltig gebunden. Warum ist Brettsperrholz so beliebt? Was macht es so ressourcenaufwendig? Sollte man als Konsument darauf achten, eine Alternative zu kaufen, und wenn ja, welche? Brettsperrholz ist relativ einfach herzustellen, gut zu verarbeiten und besitzt einen hohen Vorfertigungsgrad in der Fabrik. Dadurch reduziert sich die Zeit auf der Baustelle erheblich. Da Forschungsinstitute wie das Thüneninstitut in Hamburg jedoch davon ausgehen, dass ab Mitte der 2030 Jahre der Vorrat vor allem an Fichtenholz massiv zurückgehen wird, muss sich die Holzindustrie sowieso auf Alternativen einstellen, weil ihr sonst der Rohstoff ausgeht oder nicht mehr bezahlbar sein wird. Eine attraktive Alternative ist der Holzrahmenbau, der mit deutlich weniger Rohstoff auskommt. Auch Hybridprodukte wie eine Kombination von Brettsperrholz aus Laub- und Nadelholz werden bereits erforscht. Was halten Sie von „Urwäldern“ oder anderen Projekten, die möglichst gar nicht in den natürlichen Prozess eingreifen wollen? Auch ich habe in der Gemeinde Mudau einen Wald, der die gleiche Naturausstattung hat wie ein benachbartes Naturschutzgebiet. Diesen Wald habe ich extra deswegen erworben, um ihn aus der Nutzung heraus zu nehmen und ihn dadurch zu schützen. Gleichzeitig besitze ich jedoch auch Fichtenwälder, die voraussichtlich die nächsten Jahrzehnte nicht überleben werden. Die könnte ich theoretisch ebenfalls aus der Nutzung nehmen, wenn die Gesellschaft mir dies kompensieren würde. Allerdings würde dies im Umkehrschluss dazu führen, dass wir stattdessen wieder mehr umweltschädlichere Baustoffe einsetzen müssten. Sie merken, hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Was verbinden Sie mit dem Wald im allgemeinen und mit dem Odenwald im Speziellen? Ich bin hier im Odenwald geboren und aufgewachsen, der Odenwald ist meine Heimat, mit der ich natürlich weit mehr verbinde als nur den Wald. Aber aus der Arbeit mit und in meinen Wäldern schöpfe ich viel Kraft und Energie für meinen beruflich doch recht anstrengenden Alltag. Zu meinem 50. Geburtstag, haben mir die Kolleg*innen ein T-Shirt geschenkt mit dem Aufdruck: „Born to be Wald“ – ich denke dies beantwortet Ihre Frage am besten.

News:
Wasserkraft, die Anden und Bayerns Wanderkultur

- Kolumbianerin promoviert in Kooperation an der DHBW Mosbach In Marcela Maldonado Lees Heimat Kolumbien ist es – wie hierzulande – ungewöhnlich, dass eine Frau Bauingenieurwesen studiert. Die heute 26-Jährige ließ sich dennoch nicht davon abhalten, in die beruflichen Fußstapfen ihres Vaters zu treten. Inzwischen beschäftigt sie sich im Rahmen ihrer kooperativen Promotion an der Technischen Universität (TU) München gemeinsam mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mosbach mit ökologischen Wasserkraftkonzepten. Ab dem Wintersemester 2015/16 wird sie parallel Bauingenieurwesen, Wasserbau und Simulation an der DHBW Mosbach unterrichten. Im Speziellen drehen sich Maldonado Lees Forschungen im Zuge der Promotion um so genannte Schachtkraftwerke (siehe Infokasten). Das Besondere dieser Anlagen: Sie arbeiten besonders umweltschonend und lohnen sich auch schon bei niedrigem Gefälle. Das Problem bis dato: Schachtkraftwerke taugen zunächst einmal nur für kleine Flüsse – oder aber, es braucht mehrere Anlagen nebeneinander. Und genau hier setzt die Promotion der Kolumbianerin an. Sie untersucht die optimalen Dimensionen der Mehrschachtanlagen. Auch will die 26-Jährige mit ihrer Promotion die ökologische Nachhaltigkeit des Mehrschachtkonzepts belegen. Dass Maldonado Lee jetzt an der TU München promoviert, ist keine Selbstverständlichkeit. Bis vor fünf Jahren sprach sie kein Deutsch, inzwischen kann sie mit Kollegen selbst über komplexe Sachverhalte in der Fremdsprache fachsimpeln. Ursprünglich stammt die Kolumbianerin aus Cucuta, einer kleinen Stadt im Grenzgebiet zu Venezuela. Im Gymnasium lagen ihr vor allem die Fächer Mathematik und Physik. „Mein Vater, selbst ein Bauingenieur, motivierte mich zum Ingenieurstudium, obwohl das alles andere als ein klassischer Frauenberuf ist“, sagt Maldonado Lee. Sie studierte ab 2008 Bauingenieurwesen an der Universidad de los Andes in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá, hängte anschließend ein Bachelor-Studium zum Umweltingenieur an. Schon damals interessierte sie sich vor allem fürs Thema Wasserbau, der Umweltgedanke spielte für sie eine tragende Rolle: „Wasser ist die Grundlage des menschlichen Lebens. Deshalb ist es so wichtig, unser Wasser besser und sauberer zu machen.“ 2011 traf die Kolumbianerin dann die Entscheidung, ihre Kenntnisse im Ausland zu erweitern. Sie bewarb sich beim Deutschen Akademischen Auslandsdienst (DAAD) – vor allem auch, weil sie die hohe Bildungs- und Forschungsqualität in Deutschland schätzt. Die junge Frau erhielt ein Stipendium und studierte weitere fünf Semester Umweltingenieurwesen an der Technischen Universität München. Dabei spezialisierte sie sich auf die Fachbereiche Hochwasserschutz und Wasserkraftanlagen – zwei Themen, die auch in ihrer Heimat eine tragende Rolle spielen. „In Kolumbien werden 70 Prozent der Energie über Wasserkraft gewonnen, ganz einfach, weil mit viel Wasser und den Anden alle Voraussetzungen gegeben sind“, erzählt die 26-Jährige. Hochwasserschutzmaßnahmen indes würden bis dato viel zu wenig vorgenommen, obwohl El Niño y la Niña und die Regenperioden das Land immer wieder mit Überschwemmungen plagten. Seit dem Sommer 2014 hält Marcela Maldonada Lee ihren Master of Science in Händen, nahm anschließend eine Auszeit, um in die Heimat zu reisen. Im Herbst trat sie eine Stelle als wissenschaftliche Hilfskraft an der TU München an. Ende 2014 stand fest, dass die Ingenieurin im Rahmen des Innovationsprogramm Forschung in Mosbach und der bayerischen Landeshauptstadt promovieren und parallel einen Lehrauftrag an der DHBW Mosbach erhalten wird. „Aktuell liegt mein Fokus auf der Promotion, ab dem Wintersemester werde ich zusätzlich in Mosbach unterrichten“, sagt die 26-Jährige. Bis jetzt habe sie noch nicht gelehrt, blicke den Blockvorlesungen – voraussichtlich in den Fächern Bauingenieurwesen, Wasserbau und Simulation – aber schon mit Spannung entgegen. „Meine Studenten sollen die Grundlagen verstehen. Ich will ihnen das nötige Handwerkszeug mitgeben als Basis für künftige Forschungen und ihren Beruf“, betont die Kolumbianerin. Was ihre persönliche Zukunft noch mit sich bringen wird, will Maldonado Lee auf sich zukommen lassen. Fest steht für sie, dass sie nach der Promotion Praxiserfahrungen in einem Unternehmen oder einer Behörde sammeln will. „Ob in Deutschland oder Kolumbien wird sich zeigen“, fügt die 26-Jährige an. In ihrer Freizeit weiß sie inzwischen übrigens kolumbianische wie bayerische Besonderheiten zu schätzen. Sie tanze Salsa, weil sie sie sich dadurch mit ihrer Kultur verbunden fühle. Genauso gerne gehe sie aber in den Alpen wandern. „In Kolumbien gibt es mit den Anden zwar Berge, aber keine leichten Wanderwege“, erzählt die 26-Jährige, fügt an: „Fast alle meine Kommilitonen aus München gehen regelmäßig in die Berge, das kannte ich aus Kolumbien nicht.“ Wie ein Schachtkraftwerk funktioniert Bei einem Schachtkraftwerk wird – vereinfacht gesagt - ins Flussbett vor dem Wehr ein Schacht gegraben. Der Fluss selbst braucht nicht begradigt, aufgestaut oder umgeleitet werden. Das Wasser strömt in den Schacht hinein und treibt eine Turbine an, die wiederum an einen Generator gekoppelt ist. Ein Maschinenhaus braucht`s nicht, denn der Generator läuft unter Wasser. Dadurch arbeiten die Anlagen viel naturverträglicher als herkömmliche Wasserkraftwerke. Fische passieren das Wehr durch eine Klappe oberhalb des Kraftwerkschachts, ein Rechen verhindert, dass sie in den Schacht schwimmen. Effektiver Fischschutz wird unter anderem durch niedrige Strömungsgeschwindigkeiten gewährleistet, die dem Schwimmvermögen der Tiere angepasst sind.

News:
Forscher*innen der DHBW tauschen sich über die Mobilität der Zukunft aus

- Es ging um autonomes Fahren, Wasserstoffrecycling, moderne Antriebe in der Luftfahrt oder um Logistik genauso wie um mobiles Arbeiten und Lernen, Virtual Mobility oder den Tourismus. Das zentrale Thema war die Mobilität der Zukunft mit all ihren Aspekten. An vielen Ecken der DHBW forschen die Professor*innen und wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen an ähnlichen Themen, jeder Standort hat mit seinen Schwerpunkten dennoch sein ganz eigenes Profil. Der DHBW Forschungstag war für sie eine ideale Plattform zum Austausch. Wie könnte die Mobilität der Zukunft für einen Getriebespezialisten wie die ZF Friedrichshafen AG aussehen? Dazu lieferte Werner Engl, Senior Vice President bei ZF, beeindruckende Einblicke in seiner Keynote. Dort werden natürlich derzeit weiter Getriebe gebaut. Seit einigen Jahren hat ZF aber auch die Weichen in Richtung autonomes Fahren gestellt. Ziel von ZF ist es, schon bald im großen Stil komplette Systeme zu entwickeln und zu bauen. Bereits heute sind etwa autonome Shuttlesystem oder Testfelder für automatisiertes Fahren im Einsatz. Auch die DHBW Ravensburg ist dabei an Projekten beteiligt. Ein Beispiel für die anwendungsorientierte Forschung, wie sie an der DHBW gelebt wird. Prof. Dr. Carsten Müller (Angewandte Informatik) sprach über "Autonome Lieferroboter im Kontext Smart City". Das Swarm Lab des Kompetenzzentrums „Intelligente Systeme in Produktion und Logistik“ (ISPL) an der DHBW Mosbach fokussiert auf die Forschung zu naturinspirierten Algorithmen für die Nutzung in intelligenten autonomen Liefer-/Transportfahrzeugen. Die zuverlässige Klassifizierung durch Algorithmen von Objekten und komplexen Verkehrssituationen ist hierbei eine Schlüsseltechnologie und Forschungsschwerpunkt der Angewandten Informatik am Campus Bad Mergentheim. In Gemeinschaftsprojekten nutzen die Studiengänge Mechatronik, Maschinenbau und Angewandte Informatik eine modulare Plattform für die Konzeptionierung, Simulation und Realisierung von autonomen Transport- und Lieferfahrzeugen analog den Lösungen KIWIBOT, Starship und Clearpath Robotics. In der nächsten Phase folgt die Integration wie beispielsweise Energieversorgung und Sensornetzwerk. Geplant ist, dass im nächsten Jahr die einjährige Erprobungsphase mit Fahrten auf Testgelände startet. In einem Workshop über Forschungsnetzwerke gingen Prof. Dr. Gerhard Götz, Prof. Dr. Sabine Möbs und knapp 20 Teilnehmer*innen in moderierten Kleingruppen im Rahmen eines World-Cafés der Frage nach, ob die Gründung von Forschungsinstituten innerhalb der DHBW bzw. die Teilhabe an internationalen Forschungsnetzwerken adäquate Möglichkeiten sind, Forschungsaktivitäten an der DHBW aktiv zu fördern und besser mit dem Arbeitsalltag der DHBW zu vereinbaren. Diese Frage wurde in einem breiten Konsens bejaht. Als Ziele wurden hierbei insbesondere eine verbesserte Sichtbarkeit und Kommunikation für Kooperationen innerhalb der DHBW und mit anderen Hochschulen genannt. Auch wurde explizit der Wunsch nach adäquaten, DHBW-weiten Austauschformaten für wissenschaftliche Mitarbeiter*innen und Professor*innen geäußert. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nun auch in die konkrete praktische Umsetzung des Instituts für Hochschul- und Bildungsforschung (i.G.) mit einfließen. Doktorand Moritz Brüstle referierte über die interkulturelle Kompetenz von DHBW-Studierenden und die Entwicklung eines qualitativen Assessment-Tools zur Begleitung von Outgoings. In seinem Forschungsprojekt wird zunächst ein Assessment-Instrument entwickelt, welches sich aus quantitativen und qualitativen Me-thoden zusammensetzt. Dieses Instrument wird anschließend genutzt, um DHBW Studierende zu begleiten, die ein Theoriesemester an einer ausländischen Partneruniversität absolvieren. Mit einem Forschungsposter präsentierten Doktorand Sven Langenecker, Prof. Dr. Christoph Sturm und Prof. Dr. Christian Schalles (Wirtschaftsinformatik) ihre Erkenntnisse zu Data Lakes, eine neue Technologie zum Speichern großer heterogener Daten. Fehlende Metadaten machen die Technologie jedoch noch nicht effizient verwendbar. Das Forschungsprojekt beschäftigt sich mit der Entwicklung eines Systems, welches automatisiert Metadaten extrahiert. Das Ableiten des semantischen Typs spielt hierbei eine wichtige Rolle. In der Forschungsarbeit zeigt sich, dass als Lösung eine Kombination aus ML und Weak-Supervision sehr gut geeignet ist. Der entwickelte Prototyp belegt dies anhand von Validierungen an unterschiedlichen Data Lakes ( Forschungsposter und Audioerklärung ). Doktorand Marco Öttl (Bauingenieurwesen) nahm mit einem Videobeitrag am Science Slam teil. Er untersucht, wie lange Deiche einem Hochwasser standhalten können und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen ( News und Video ). DHBW-Präsidentin Prof. Dr. Martina Klärle konnte die Symposien und Vorträge genauso vor Ort erleben wie DHBW-Vizepräsident Prof. Dr. Peter Väterlein und Andreas Köster, Bürgermeister von Friedrichshafen. Keynote und ein Teil der Vorträge waren auch im Livestream zu sehen. Ein Blick auf die Webseite www.dhbw.de/forschungstag lohnt sich auch weiter, denn dort sind der Livestream, die Videos zum Science Slam und die Poster weiter verfügbar. Unterstützt wurde der DHBW Forschungstag vom Förderverein der DHBW Ravensburg. Den nächsten DHBW Forschungstag wird die DHBW Stuttgart 2023 ausrichten. Prof. Dr. Simon Ottler, Prorektor der DHBW Ravensburg, übergab symbolisch den Staffelstab an Dr.-Ing. Harald Mandel, Prorektor für Forschung, Transfer und Nachhaltigkeit sowie Dekan der Fakultät Technik.

News:
„Greenwashing Blabla“ ist keine Lösung für die Klimaprobleme unserer Zeit

- Was in Mosbachs DHBW-Außenstelle in Bad Mergentheim normalerweise als „Kamingespräch“ abläuft, kommt in Corona-Zeiten in der Online-Version als Zoom-Konferenz daher. Auch in den pandemischen Zeiten will man an dem vertrauten Format, einem Gesprächskreis in kleiner Runde festhalten. Denn anstelle eines Fachvortrags bietet die Veranstaltung Erfahrungsaustausch samt einem Blick hinter die Kulissen. Hauptgast und Referent des jüngsten Gesprächs war Robin J. Stalker, früherer Finanzvorstand bei Adidas und derzeit Aufsichtsratsmitglied in namhaften deutschen Unternehmen wie etwa der Commerzbank oder der Hugo Boss Group. Campusleiter Prof. Dr. Seon Su Kim sprach in seiner Begrüßung von den Vorzügen, die der Blick ins „Nähkästchen“ in vertrauter Runde bietet. Diesen Charme möchte man auch im digitalen Format, moderiert vom Lehrbeauftragten John Juhasz, nicht missen. Dieser richtete seine Worte an eine kleine vertraute Runde von Studierenden des BWL- Studiengangs International Business am Campus Bad Mergentheim. Diese hatten auch Gelegenheit, ihre Fragen an den Wirtschaftsprüfer und Finanzfachmann nach dessen ungefähr halbstündigen Impulsvortrag zu richten. Neu war nur, dass diese Kaminrunde unter den Augen der Öffentlichkeit tagte. Angemeldet hatten sich nämlich noch rund 400 externe Zuhörerinnen und Zuhörer, die von ihren Wohn- oder Arbeitszimmern eingeloggt waren. Auch sie konnten sich via Chat einbringen und bei Abstimmungen ihre Meinung kundtun. Stalker, der in Neuseeland geboren wurde, berichtete über seine Beweggründe, seine Karriereschritte und die Einsichten, die er in seiner langen Managementkarriere gewonnen hat. Es war ihm ein sichtliches Herzensanliegen, diesen Erfahrungsschatz einer jungen Zuhörerschaft zugänglich zu machen und den Austausch mit ihnen zu suchen. So gesehen brachte es das Motto der Veranstaltung: „Learn from and Look ahead“, was etwa heißt: „Lerne von und blicke voraus“, trefflich auf den Punkt. Freimütig berichtete Stalker über seinen Werdegang und wie dieser seine Sicht im Lauf der Zeit verändert hat. Manche seiner früheren Ansichten sieht er kritisch. So ist er inzwischen überzeugt, dass der Klimawandel kritische Ausmaße angenommen hat. Umweltschutz und Nachhaltigkeit seien nicht mehr nur die Angelegenheiten von anderen oder der Politik, sondern beträfen alle und jeden. Insbesondere könne auch kein Unternehmen wegschauen. Diese Überzeugung lebt er auch als aktives Aufsichtsratsmitglied. Während er früher dem nobelbepreisten Wirtschaftswissenschaftler Milton Friedman folgte, der dereinst formulierte, dass ein Unternehmen dazu da sei, Gewinne zu machen, müsse man heute weg von dieser eindimensionalen Sicht. Zwar spiele die finanzielle Situation eines Unternehmens noch immer eine Rolle, weil ohne das finanzielle Fundament die Existenz gefährdet sei. Gleichzeitig müssten aber auch die Kunden- und die Angestelltenzufriedenheit sowie als vierter entscheidender Punkt der ökologische Fußabdruck berücksichtigt werden. Alle vier Bereiche müssten messbar sein. Bloße Absichtserklärungen, das Klima schützen oder den CO2-Ausstoss senken zu wollen, bezeichnete Stalker als substanzloses „Greenwashing Blablabla“. Es reiche nicht, sich ein grünes Mäntelchen umzuhängen. Konkret statt abstrakt, das gelte nicht nur für Firmen, sondern für jeden einzelnen, der sich fragen müsse, wie er leben, was er essen und was er konsumieren wolle. Finanzielle Bereiche lassen sich gut messen. Für andere Bereiche wie den ökologischen Fußabdruck des Unternehmens sei das schwieriger, aber machbar. Erste Standards lägen vor. Wichtig war Stalker, dass diese Probleme weltweit gelöst werden müssen und nicht nur in Deutschland, denn sonst kämen billige und nicht ökologisch erzeugte Wirtschaftsgüter über die Grenze wieder ins Land und die positiven Absichten würden zu nichte gemacht. Hier sieht er die Politik in der Pflicht. In der Fragerunde wollten die Kamingäste wissen, was ihn zu seinem Engagement veranlasst. Außerdem erbaten sich Fragende Fingerzeige und Hinweise, was für den ökologischen Wandel wichtig ist. Softskills wie Empathie für die Menschen, Klarheit und Respekt stellte der Finanzfachmann für den beruflichen als entscheidende Erfolgsfaktoren heraus. Er selbst habe lernen müssen, dass es in anderen Lebensbereichen auch mal eine Richtungsänderung brauche und kurzfristiger Erfolg nicht unbedingt zu langfristigem führe, sei es auf beruflicher oder wirtschaftlicher Ebene. Im Hinblick auf seine zugeschaltete junge Zuhörerschaft merkte er an, dass es gewiss hilfreich sei, einen Plan zu haben. Er selbst habe sich mit 14 oder 15 Jahren vorgenommen, in die Finanz- und Steuersparte gehen zu wollen und mit diesem Studium und Wissen in der Finanzsparte eines Industrieunternehmens zu arbeiten. Das habe er erreicht. Dennoch lautete sein Rat, trotz Plan immer auch flexibel zu bleiben und nicht stur auf einem festen Schema zu beharren.

News:
Wie werden wir in Zukunft leben?

- Erich Zahn hält Vortrag an der DHBW Grenzen des Wachstums – aus heutiger Sicht: Zu diesem Thema referiert der Ökonom Prof. Dr. Erich Zahn am 4. Mai an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Mosbach. Er war Mitglied des Club of Rome, der 1972 die Studie „Grenzen des Wachstums“ veröffentlichte und dafür mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurde. Die Mitglieder des Club of Rome beschäftigten sich schon 1972 mit der Zukunft der Weltwirtschaft und stellten mögliche Szenarien dar. Nach damaliger Prognose würden bei Zunahme der Weltbevölkerung, der Umweltverschmutzung und Ausbeutung natürlicher Rohstoffe die absoluten Wachstumsgrenzen der Erde innerhalb von hundert Jahren erreicht sein. 1992 und 2004 erschienen Aktualisierungen der Studie. Der Vortrag an der DHBW Mosbach erörtert zunächst die Methodik und Ergebnisse von 1972. Anschließend wird Erich Zahn die heutige Perspektive einnehmen: Welche Trends haben sich bewahrheitet? Was sind aktuelle Empfehlungen zum Management der Nachhaltigkeit? Interessierte sind herzlich eingeladen. Der Vortrag beginnt um 17 Uhr im Audimax, Gebäude E der DHBW Mosbach und ist kostenlos. Die Anmeldung ist <link http://events.dhbw-mosbach.de/vortraege-symposien-tagungen/studium-generale.html - external-link-new-window "Opens external link in new window">hier</link> möglich. Zum Referenten: Erich Zahn, Jahrgang 1940, studierte an der Universität Mannheim und am Massachusetts Institute of Technology (MIT) Betriebswirtschaft. 1970 wurde er an der Universität Mannheim promoviert. Anschließend war er Mitglied einer Forschungsgruppe am MIT, die 1972 „Die Grenzen des Wachstums“ veröffentlichte, die erste Publikation des Club of Rome. Nach seiner Habilitation 1976 an der Universität Mannheim lehrte er bis zu seiner Emeritierung im März 2008 als Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Betriebswirtschaftliche Planung und Strategisches Management an der Universität Stuttgart mit dem Schwerpunkt System Dynamics. Zeitweilig war er auch Präsident der internationalen System Dynamics Society. Erich Zahn ist seit 2007 Direktor des Clusters „Netzwerke in der Produktion“ der Graduiertenschule GSaME an der Universität Stuttgart. Zudem berät er führende Industrieunternehmen, ist geschäftsführender Gesellschafter der IFUA – Unternehmensberatung für strategisches Management, Mitglied in verschiedensten Aufsichtsräten, Beiräten und Kuratorien sowie Gründungsdekan an der German University of Cairo GUC. Insgesamt hat er zehn Bücher und über 200 Fachartikel veröffentlicht. Eckdaten zur Veranstaltung: Wann? 4. Mai 2015, 17 Uhr Wo? Auximax, Gebäude E, Lohrtalweg 10

News:
Akademische Jahresfeier mit Geburtstagsfeier des Campus Bad Mergentheim

- Der Campus Bad Mergentheim der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mosbach feiert seinen 20. Geburtstag - Anlass genug, während der Akademischen Jahresfeier im Kursaal in Bad Mergentheim mit "Zeitzeugen" und Beteiligten auf die Campus-Historie zurückzublicken, aber auch nach vorne zu schauen und sich als DHBW und Partnerunternehmen zu fragen, wie sich die Hochschule in der Kurstadt weiterentwickeln soll. So gab es an diesem Abend neben Grußworten der Campus- und Hochschulleitung, Preisübergaben und Ehrungen auch drei sogenannte Live-Talks, die sich unter der Moderation von SWR-Redakteur Alexander Dambach mit diesen wegweisenden Themen auseinandersetzten. 1. Wie hat sich der Standort entwickelt? Begonnen hat die DHBW-Standortgeschichte mit dem Aufbau des Studiengangs "International Business" (IB). So äußerten sich im Gespräch die Studiengangsvertreter Prof. Axel Gerloff, Prof. Rainer Jochum, Prof. Eva Maria Boder, Prof. Enrico Purle sowie Prof. Wolfgang Reinhart (MdL und Vizepräsident des baden-württembergischen Landtags), der bei der Entscheidung für den DHBW-Standort dabei war. Im Herbst 2000 habe es, erinnerte sich Wolfgang Reinhart, mit Ministerpräsident Erwin Teufel die ersten Gespräche gegeben: "Ich habe zu ihm gesagt, wir sind zwar der dünnbesiedelste Landkreis, aber es war immer groß für Baden-Württemberg, wenn man dezentrale Strukturen stärkt. Es war mein Herzenswunsch, im Main-Tauber-Kreis eine Hochschule aufzubauen." Im März 2001 im Hotel Victoria wurde der Entschluss bei einer Pressekonferenz bekanntgegeben. "Dass das gelungen ist, war sehr schön, denn die Performance war immer dort am besten, wo es um Hochschulstandorte herum die entsprechenden Entwicklungen gab." Er verwies auf das neue Angebot eines Studienkollegs, bei dem sich Studierende aus dem Ausland auf ein technisches Studium in Deutschland vorbereiten können: "Das ist eine Bereicherung. Und besonders wichtig, dass in diesem Bereich auch die Unternehmen als Partner dabei sind." Axel Gerloff war der erste Studiengangsleiter in Bad Mergentheim im Bereich "International Business": "Wir haben in einem Teil des Schlosses gestartet, es gab Aufbruchsstimmung und uns war klar, wir wollten hier hineinwachsen." Er sei überrascht gewesen, da er nicht aus der Region komme, wie viele große Unternehmen es gebe, und habe gemerkt: "International Business passt hierher." Bereits seit 20 Jahren sei das Thema "Change Management", der Umgang mit Veränderungsprozessen in Unternehmen, ein Schwerpunkt des IB-Studiengangs, neue wichtige Themen, auch durch gesellschaftliche Tendenzen seien hinzugekommen, so Eva Maria Boder. Das seien Sustainability / Nachhaltigkeit, auch mit Blick auf den Bereich Controlling und Finance, ebenso wie Diversity / Vielfalt, um unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen. Rainer Jochum und Enrico Purle betonten die Wichtigkeit innerhalb des DHBW-Studiums, dieses mit Leben zu füllen und ein Netzwerk aufzubauen, das auch nach der Studienzeit fortbesteht. 2. Warum ist eine Hochschule wichtig für den ländlichen Raum? Hierzu diskutierten Prof. Martina Klärle, die Präsidentin der DHBW, für welche die Veranstaltung ein "Heimspiel" war, da sie aus Weikersheim kommt, Prof. Gabi Jeck-Schlottmann, Rektorin der DHBW Mosbach, zusammen mit Oberbürgermeister Udo Glatthaar und Ralf Sturm, Vorsitzender des Hochschulrats und Group Director Human Resources bei ebm-papst. Ralf Sturm: "Aus meiner Erfahrung im Mitarbeitermanagement bei einem Weltmarktführer kann ich sagen, rund 70 Prozent der Mitarbeitenden kommt aus der Region und es hat eine existenzielle Wichtigkeit, Jugendliche und Studierende hier zu halten." Hätte man diese Hochschullandschaft nicht, gebe es große Schwierigkeiten, Fachkräfte und Expertenstellen nachzubesetzen. Martina Klärle betonte weiter, dass Überzeugungsarbeit bei Bundes- und Landesmitteln zu leisten, dies aber entscheidend für den Erfolg sei: "Das Konzept der DHBW ist besonders und Study in the Castle ein Segen für Bad Mergentheim, für den es wichtig ist, dranzubleiben und gemeinsam an einem Strang zu ziehen, da er nicht selbstverständlich ist. Wenn wir zusammenhalten, werden wir das hinbekommen." Gabi Jeck-Schlottmann wünscht sich einen schnellen Ausbau im Schloss: "Der Bedarf ist hoch und wir konnten das Finanzminister Danyal Bayaz bei seinem Besuch mitgeben, hatten auch schon Gespräche mit untergeordneten Behörden. Wir haben alle dasselbe Ziel, auch wenn noch Schritte in der Bürokratie gegangen werden müssen, ist es in den nächsten Jahren möglich." OB Udo Glatthaar bestätigte den gemeinsamen Wunsch, die Studierendenanzahl in Zukunft auf 1000 zu erhöhen, auch da die Hochschule einen Wachstumsschub gebracht habe und er das auch weiter für die Stadt und die Region erwarte. "Wir sind dabei, dicke Bretter zu bohren. Der Finanzminister hat sich das Schloss extra angeschaut und ein klares Bekenntnis abgegeben, die Hochschulstandorte ausbauen zu wollen." Die „Alte Reithalle“, derzeit nur als Lagerfläche genutzt, soll zu einem multifunktionalen Gebäude umgebaut werden mit Audimax, das von der Hochschule, aber auch von anderen öffentlich genutzt werden kann. 3. Wie wird es an der Hochschule in Bad Mergentheim weitergehen? Unternehmer Dr. Manfred Wittenstein bedauerte im Live-Talk: "Für uns war immer klar, dass wir das Schloss durch die Studierenden belegen", aber diese seien immer noch nur zu einem Teil im Schloss angesiedelt, und damit gehe die Attraktivität und der Leuchtturmcharakter etwas verloren. "Man braucht das Amtsgericht und die Polizei nicht im Schloss, aber die Studierenden, wir brauchen die Zukunft im Schloss, das liegt mir sehr am Herzen. Mein Traum ist es, über die Lehre hinweg Forschungsstandort zu werden." Unternehmen seien in der Transformation gefordert und Wirtschaft und Hochschule müssten gemeinsam überlegen, wo man ansetzen könne, und welche Studiengänge und Dynamiken gefördert werden müssten, um auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet zu sein. Campusleiter Prof. Seon-Su Kim ging auf das Thema Diversity / Vielfalt ein, das er neben Nachhaltigkeit und Digitalisierung als bestimmend ansieht. Es sei von Bedeutung, sich frühzeitig als Hochschule zu positionieren und zu zeigen, was man zu bieten habe. "Wenn wir über Fachkräftemangel sprechen, braucht es Konzepte, um für viel mehr Menschen attraktiv zu sein." Deshalb sei man Teil eines Förderprogramms, mit einem Topf von sieben Millionen Euro über die nächsten sechs Jahre, dessen Ziel es sei, hochqualifizierte Menschen für die DHBW zu gewinnen. Prof. Elke Heizmann berichtete von neuen Nachhaltigkeit-Studiengängen, Prof. Max Mühlhäuser meinte im Austausch: "Selbstverständnis der DHBW ist es, regionale Unternehmen zu fördern." Ihm sei deshalb wichtig, Wissen zu kreieren und einen Kompetenzaufbau zu schaffen. Zum Abschluss der Akademischen Jahresfeier, einer Art Campus-Geburtstagsfeier, zeigte sich Campusleiter Kim dankbar für das, was bereits erreicht wurde und zuversichtlich, was die Weiterentwicklung des Campus betrifft. Folgende Ehrungen fanden im Rahmen der Akademischen Jahresfeier statt: 35 Jahre Tätigkeit an der DHBW: Prof. Gabi Jeck-Schlottmann, Laudatio: Prof. Martina Klärle. Doktorandin Dr. Myriam Hamich, Laudatio: Prof. Max Mühlhäuser. BIM-Award 2021 (Building Information Modeling“, Bauwerksdatenmodellierung), Schirmherr des Preises ist Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann: Preisträgerin: Vicky Mehl, Laudatio: Prof. Markus Schönit. Wirtschafts- und Ethikpreis: Lena Cremer, Tim Krajcek, Mara Wütherich, Mareike Freund, Lina Kapp, Linda Pleninger, Laudatio: Patricia Wahl Bilder: Linda Hener und DHBW

News:
Forschung im Fokus

- Vernetzen wollen, sollen, dürfen sich zum einen die daran Beteiligten von der Professorin bis zum wissenschaftlichen Mitarbeiter, zum anderen Forschung und Lehre. Denn im Vergleich mit Universitäten und Fachhochschulen ist der Forschungsauftrag der DHBW noch jung und weniger bekannt als das duale Studienprinzip. Auch das soll der Forschungstag ändern. „Wir haben ein besonderes Verständnis von guter Lehre – Forschung gehört dazu“ , beschrieb Jeck-Schlottmann „ihren“ Hochschultypus. Und: „Geforscht haben wir auch schon als Berufsakademie“ , warf sie einen Blick zurück auf die Kinderschuhe, denen man einerseits entwachsen sei, andererseits sieht sie „das Ende der Fahnenstange noch längst nicht erreicht“. Forschung - Innovation - Transfer Die DHBW vermittle nicht nur Wissen, sondern schaffe auch selbst Wissen, so DHBW-Präsident Prof. Arnold van Zyl. Als ein weiteres wichtiges Stichwort in dem Zusammenhang nannte er: Transfer. Durch ihre besondere Beziehung zu den Dualen Partnern und das einzigartige erfahrungsbasierte Lernmodell, sei die Hochschule besonders gut aufgestellt um neues Wissen sowohl in die Anwendung als auch in die Lehre zu übertragen. Dieses Alleinstellungsmerkmal gelte es auszubauen. „Dazu haben wir eine FIT-Strategie (Forschung, Innovation und Transfer) entwickelt, die zu uns passt. Auf dieser Basis entwickeln wir die notwendige Befähigung in Form von Unterstützungsstrukturen und hochschulrechtlichen Satzungen und die benötigten Ressourcen, also vor allem mehr hauptamtliche Hochschullehrende und Forschende." Mit der Einrichtung des Support Center Forschung (SCF) hat die DHBW vor einigen Jahren eine Informations- und Beratungsstelle innerhalb des Präsidiums geschaffen. Gemeinsam mit den Ansprechpersonen für Forschung an den einzelnen Standorten , bietet das SCF einen umfassenden Forschungsupport an, unterstützt bei der Ideenentwicklung und Forschungsförderung, beraten bei der Antragsstellung oder in Fragen des Transfers von Forschungsergebnissen und des Marketings von Forschungsleistungen. Der Forschungstag war ebenso eine DHBW-weite Veranstaltung – gemeinsam organisiert vom SCF und der DHBW Mosbach. Lokal wie zentral unterstützt der Forschungssupport, nach Kräften, frei nach dem Motto: Forschen Sie, wir kümmern uns um den Rest. Forschung unterstützt Lehre Dass der DHBW-Klang von den Instrumenten Forschung – Lehre – Transfer bestimmt wird, ist Konsens. Dass die Lehre den zentralen Platz einnehme, unterstrich in seiner Begrüßung Prof. Dr. Peter Väterlein. Er ist der „Neue“ im Präsidium, Vizepräsident seit 11. November 2019. „Lehre ist und bleibt unser Markenkern. Die Forschung ist kein Selbstzweck, sondern dient dazu, die Lehre zu untersützen.“ Der promovierte Physiker sieht sehr wohl einen Unterschied zu den Unis, aber keinen Nachteil darin, sondern Chancen. „Die duale Hochschule ist einerseits in der Wissenschaft und andererseits in der Wirtschaft verankert, wo Innovation und Ideen in konkrete Formen gegossen werden.“ 9000 Partner, wer sonst habe die? Wer sonst könne auf eine solche Bandbreite der Expertise zurückgreifen? Kooperation mit den dualen Partnern Die 9000 Dualen Partner füllen das Konzept der Dualen Hochschule Baden-Württemberg mit anwendungsorientiertem Leben. Ein weiterer Baustein, geradezu Markenkern der DHBW: nicht Forschung und Lehre im Elfenbeinturm, sondern in der Kooperation mit den Dualen Partnern – das ist anwendungs- und transferorientierte Forschung. Prof. Dr. Christian Kuhn hob diesen Gedanken einmal mehr hervor. Kuhn leitet in Mosbach den Studiengang Elektrotechnik und das Industrie 4.0-Labor und hielt mit einer Repräsentantin eines langjährigen Partnerunternehmens und Kollege Prof. Dr. Stephan Hähre, Studiengangsleiter Wirtschaftsingenieurwesen, die Keynote. Laura Kirstätter stellte mit dem Mosbacher Software-Entwickler MPDV zugleich dessen Engagement in der Hochschulwelt und unterschiedliche Wissenschaftskooperationen vor, die bis in die Berufsschulen hineingehen. Workshops zum Austausch In insgesamt neun Workshops – verteilt auf Vor- und Nachmittag – wurde das Anliegen des Forschungstages – die Vernetzung von Forschung und Lehre – aus unterschiedlichen Blickwinkeln in den Fokus genommen. Ob nachhaltige Mobilität, künstliche Intelligenz oder transkulturelle Gesundheitsforschung – überall fand Information, Austausch, Vernetzung statt. Mitdenken, Mitarbeit und Mitdiskutieren der Workshop-Teilnehmer war ausdrücklich erwünscht. Von solcher Vielfalt war auch Prorektor Prof. Dr. Max Mühlhäuser beeindruckt. Dass man noch zu wenig voneinander wisse und miteinander mache, daran habe der Forschungstag erneut etwas geändert, resümmierte der Dekan der Fakultät Technik an der DHBW Mosbach und sprach allen Akteurinnen und Akteuren Dank aus. Und woran wird nun geforscht? Auch darüber gab der Forschungstag in Mosbach Auskunft. Denn auf mehr als zwei Dutzend Postern wurden (Forschungs-)Projekte nahezu aller DHBW-Standorte in Baden-Württemberg vorgestellt. Am Zentrum für Digitale Innovationen an der DHBW Ravensburg, das sich ohnehin als interdisziplinäre Plattform für Lehre, Anwendung und Wissenschaft versteht, werden Methoden der künstlichen Intelligenz auf ihre Praxistauglichkeit hin analysiert und evaluiert. Dafür nahm Prof. Dr. Stephan Daurer einen von drei Posterpreisen entgegen. Den zweiten erhielt das Urban Mobility Lab (UML), ein Kooperationsprojekt der DHBW Stuttgart mit den Studienakademien in Villingen-Schwenningen und Mannheim. Interdisziplinäre Studierendenteams befassen sich mit urbanen Mobilitätskonzepten, ein Thema, das auch in einem der Workshops behandelt wurde. UML-Mitarbeiter Daniel Grühn war derjenige, der den Posterpreis von Prof. Dr. Väterlein überreicht bekam. An Alina Amann als Repäsentantin der DHBW Heilbronn schließlich ging der erste Posterpreis; sie vertrat das Forschungsprojekt „Weinnova“, das die Heilbronner mit dem Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband und weiteren 34 Partnern der Weinwirtschaft verbindet. Ziel ist die Entwicklung von innovativen Produkten mit verringertem Alkoholgehalt im Segment Wein. Mit einem solchen ließe sich dann unbeschwert auf Gewinner künftiger Posterwettbewerbe anstoßen... Apropos: zum nächsten Forschungstag lädt die DHBW Mannheim ein. Prodekan der Fakultät Technik Prof. Dr. Volker Schulz verkündete, man werde den Forschungstag unter den Titel „Smarte, nachhaltige Zukunft“ stellen. Laborführungen Wie forschungsgeleitete Lehre konkret im Hochschulalltag aussieht, auch das konnten die Tagungsteilnehmer in den DHBW-Laboren am Forschungstag verfolgen. Prof. Dr. Carsten Müller ist noch ganz frisch im Mosbacher DHBW-Team und befasst sich mit „schwarmbasierter Logistik“. Mit intelligenten Legosteinen (und der dazugehörigen Software) machte er anschaulich, wie „ein Logistiksystem lernen kann zu entscheiden, was wo hingehört und sich dabei noch selbst optimiert“ . Lernendes System? Selbstoptimierung? Die DHBW macht nichts Anderes. Und ein Elfenbeinturm ist sie sowieso noch nie gewesen. Eine besondere Hochschule eben. Kooperation mit den dualen Partnern Die 9000 Dualen Partner füllen das Konzept der Dualen Hochschule Baden-Württemberg mit anwendungsorientiertem Leben. Ein weiterer Baustein, geradezu Markenkern der DHBW: nicht Forschung und Lehre im Elfenbeinturm, sondern in der Kooperation mit den Dualen Partnern – das ist anwendungs- und transferorientierte Forschung. Prof. Dr. Christian Kuhn hob diesen Gedanken einmal mehr hervor. Kuhn leitet in Mosbach den Studiengang Elektrotechnik und das Industrie 4.0-Labor und hielt mit einer Repräsentantin eines langjährigen Partnerunternehmens und Kollege Prof. Dr. Stephan Hähre, Studiengangsleiter Wirtschaftsingenieurwesen, die Keynote. Laura Kirstätter stellte mit dem Mosbacher Software-Entwickler MPDV zugleich dessen Engagement in der Hochschulwelt und unterschiedliche Wissenschaftskooperationen vor, die bis in die Berufsschulen hineingehen. Workshops zum Austausch In insgesamt neun Workshops – verteilt auf Vor- und Nachmittag – wurde das Anliegen des Forschungstages – die Vernetzung von Forschung und Lehre – aus unterschiedlichen Blickwinkeln in den Fokus genommen. Ob nachhaltige Mobilität, künstliche Intelligenz oder transkulturelle Gesundheitsforschung – überall fand Information, Austausch, Vernetzung statt. Mitdenken, Mitarbeit und Mitdiskutieren der Workshop-Teilnehmer war ausdrücklich erwünscht. Von solcher Vielfalt war auch Prorektor Prof. Dr. Max Mühlhäuser beeindruckt. Dass man noch zu wenig voneinander wisse und miteinander mache, daran habe der Forschungstag erneut etwas geändert, resümmierte der Dekan der Fakultät Technik an der DHBW Mosbach und sprach allen Akteurinnen und Akteuren Dank aus. Und woran wird nun geforscht? Auch darüber gab der Forschungstag in Mosbach Auskunft. Denn auf mehr als zwei Dutzend Postern wurden (Forschungs-)Projekte nahezu aller DHBW-Standorte in Baden-Württemberg vorgestellt. Am Zentrum für Digitale Innovationen an der DHBW Ravensburg, das sich ohnehin als interdisziplinäre Plattform für Lehre, Anwendung und Wissenschaft versteht, werden Methoden der künstlichen Intelligenz auf ihre Praxistauglichkeit hin analysiert und evaluiert. Dafür nahm Prof. Dr. Stephan Daurer einen von drei Posterpreisen entgegen. Den zweiten erhielt das Urban Mobility Lab (UML), ein Kooperationsprojekt der DHBW Stuttgart mit den Studienakademien in Villingen-Schwenningen und Mannheim. Interdisziplinäre Studierendenteams befassen sich mit urbanen Mobilitätskonzepten, ein Thema, das auch in einem der Workshops behandelt wurde. UML-Mitarbeiter Daniel Grühn war derjenige, der den Posterpreis von Prof. Dr. Väterlein überreicht bekam. An Alina Amann als Repäsentantin der DHBW Heilbronn schließlich ging der erste Posterpreis; sie vertrat das Forschungsprojekt „Weinnova“, das die Heilbronner mit dem Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband und weiteren 34 Partnern der Weinwirtschaft verbindet. Ziel ist die Entwicklung von innovativen Produkten mit verringertem Alkoholgehalt im Segment Wein. Mit einem solchen ließe sich dann unbeschwert auf Gewinner künftiger Posterwettbewerbe anstoßen... Apropos: zum nächsten Forschungstag lädt die DHBW Mannheim ein. Prodekan der Fakultät Technik Prof. Dr. Volker Schulz verkündete, man werde den Forschungstag unter den Titel „Smarte, nachhaltige Zukunft“ stellen. Laborführungen Wie forschungsgeleitete Lehre konkret im Hochschulalltag aussieht, auch das konnten die Tagungsteilnehmer in den DHBW-Laboren am Forschungstag verfolgen. Prof. Dr. Carsten Müller ist noch ganz frisch im Mosbacher DHBW-Team und befasst sich mit „schwarmbasierter Logistik“. Mit intelligenten Legosteinen (und der dazugehörigen Software) machte er anschaulich, wie „ein Logistiksystem lernen kann zu entscheiden, was wo hingehört und sich dabei noch selbst optimiert“ . Lernendes System? Selbstoptimierung? Die DHBW macht nichts Anderes. Und ein Elfenbeinturm ist sie sowieso noch nie gewesen. Eine besondere Hochschule eben.

News:
Studium Generale: Energie in Bewegung

- Wenn Energie in Bewegung ist, dann kann das in jeder Hinsicht so etwas wie „Erleuchtung“ bringen. Experten aus Wirtschaft, Technik und Politik haben das Publikum beim Studium Generale an der DHBW Mosbach fast drei Stunden lang mit ihren Erläuterungen zur Stromversorgung in ihren Bann gezogen. Vom politischen Arbeitsalltag bei der Entstehung des ersten Einspeisegesetzes berichtete Dr. Wolfgang Daniels (Foto) in trocken humorvoller Art. Der Physiker hat einst als Mitglied des Bundestages das erste Stromeinspeisegesetz mit auf den Weg gebracht, nach dem auch erneuerbare Energien zu fairen Vergütungen ins Versorgungsnetz mit aufgenommen werden müssen. Mittlerweile ist er Geschäftsführer der Sachsenkraft GmbH Dresden und erklärte den Zuhörern nicht nur von der Pionierzeit der Windenergie, sondern auch warum Bau, Lärm, Licht und Schatten keinen negativen Einfluss auf Mensch und Natur haben. Schließlich sei alles geprüft und geregelt. Die Windkraftanlagen mit einer Nabenhöhe von 108 bis mittlerweile maximal 200 Meter Höhe und einem Durchmesser von 23 Meter am Fuß des Powerspargels dürfen nicht näher als 500 Meter an ein Wohnhaus und nicht mehr als 750 bis 1000 Meter an eine Wohnsiedlung rücken. Die Lärmobergrenze liege bei maximal 60 Dezibel. Werde dieser Wert einmal überstiegen, dann „optimiere“ sich die Anlage selber, indem sie ihre Leistung reduziere. Folien auf den Rotorblättern werden den Schall zukünftig noch mehr dämpfen. Ab 2013 soll durch Sensoren die Beleuchtung nur noch dann anspringen, wenn sich z.B. ein niedrigfliegender Helikopter nähert. Und der bei flacher Sonneneinstrahlung möglicherweise störend auftretende „Schattenwurf“ werde nach 30 Minuten durch Abschaltung der Anlage beendet. Mehr als 100 meist jugendliche Gäste konnten dank intensiver Fragen auch Antworten zur Rendite mitnehmen: Wirtschaftlich, so hieß es, setze sie erst nach acht bis zehn Jahren ein. Die Ökobilanz derartiger Anlagen sei jedoch schon nach sechs Monaten positiv. Die Windenergie boomt, doch der Bau von Windparks macht kleineren Unternehmern und vor allem Energiegenossenschaften große Sorgen. Denn die dafür vorgesehenen Flächen werden an Großprojektierer verkauft, die den Baupreis aufgrund der großen Nachfrage nach oben treiben. 5,7 Millionen Euro soll eine Anlage kosten, viel Geld für die Genossenschaft Energie + Umwelt eG (Volksbanken Mosbach, Buchen und Main Tauber), die Vorstand Jürgen Böhm vorstellte. Im Engagement für die Bürger und die Region will die vor einem Jahr gegründete „Volksbewegung“ durch viele kleine Beiträge in erneuerbare Energien wie Photovoltaik, Wind, Wasserkraft, Biogas einsteigen und Großes für die Region schaffen. 27 Bürgerprojekte sind bereits auf dem Weg, verwirklicht zu werden. Zudem engagiert sich die Genossenschaft auch in der Forschung. So gab es gemeinsam mit der DHBW Mosbach eine Studienarbeit zu Bestand- und Entwicklungspotentialen von Kleinwasserkraftanlagen in der Region Main Tauber. Ein weiteres Forschungsvorhaben zur Speichertechnik ist beantragt. Welche Probleme durch eine Überlast in der Energiegewinnung entstehen können, erläuterte Gerald Legler, Geschäftsführer der Netzgesellschaft Elz-Neckar GmbH & Co KG. Künftig müsse man den Strom verbrauchen, wenn er da ist. Notwendig ist dafür eine Steuerung von Seiten des Verbrauchers, und es gibt tatsächlich schon Forschungsprojekte zum selbständigen Energiemanagement durch Kommunikationstechnik. Dass „Aufbruchstimmung“ herrsche, glaubte man dem Referenten gerne, so begeistert erzählte er davon, wie nah Licht und Dunkelheit beieinander liegen. Damit es nicht zu massiven Ausfällen von Hochspannungsleitungen komme, müsse viel geforscht werden und, so ermutigte Legler das junge Publikum an der DHBW: „Ingenieure sind gefragt!“

News:
Radeln fürs Klima

- Radeln im Juli Die Stadt Mosbach beteiligt sich im Zeitraum vom 24.06.bis zum 14.07.21 an der Aktion Stadtradeln – Radeln für ein gutes Klima. Nach dem Motto „Jeder Kilometer zählt“ ist die Bevölkerung aber auch Schulen, Vereine und Unternehmen dazu aufgerufen, innerhalb von 21 Tagen möglichst viele Alltagswege, sei es beruflich oder privat, mit dem Fahrrad zurückzulegen. die Stadt Mosbach nimmt in diesem Jahr erneut an der Aktion Stadtradeln – Radeln für ein gutes Klima, teil. Das Ziel des Wettbewerbs ist es, innerhalb von 21 Tagen möglichst viele Alltagswege mit dem Fahrrad zurückzulegen. STADTRADELN funktioniert ganz einfach: Vom 01.07. bis 21.07.22 können Sie so viele Radkilometer wie möglich sammeln. Ob auf dem Weg zur Hochschule, ins Unternehmen oder in der Freizeit – jeder geradelte Kilometer zählt! Die gesammelten Kilometer können ganz einfach im Online-Radlerbereich auf www.stadtradeln.de oder über die STADTRADELN-App eingetragen werden. Nachtragungen sind bis 7 Tage nach Ende des Aktionszeitraums möglich. Alle weiteren Infos findet ihr hier: Radeln im August Die Academic Bicycle Challenge (ABC) ist der neue internationale Fahrrad-Wettbewerb und sucht im Zeitraum von April bis November die fahrradaktivsten Hochschulen weltweit. Im August nimmt die DHBW teil und hat für einen Monat die Möglichkeit, so viele Kilometer zu sammeln wie möglich. „Zusammen können wir zeigen, dass wir auch auf dem Fahrrad ein gutes Team sind und das Thema Nachhaltigkeit nicht nur auf der Arbeit, sondern auch auf dem Weg dorthin und in der Freizeit leben“, sagt die leidenschaftliche Radlerin DHBW-Präsidentin Martina Klärle. Mitmachen können alle Studierenden und Mitglieder der DHBW, die Lust haben, gesunde Bewegung mit praktischem Klimaschutz zu kombinieren und nachhaltige Mobilität zu fördern. In den vergangenen Jahren beteiligten sich bereits mehr als 60 Hochschulen von vier Kontinenten. In diesem Jahr ist auch die DHBW ein Teil davon. „Die Academic Bicycle Challenge vereinigt das, was unser Hochschulsport mit Bildung, Fitness und Gesundheit versucht zu realisieren und kombiniert das mit dem Klimaschutz. In meiner Rolle als Beauftragter des Hochschulsports der DHBW kann ich nur dazu aufrufen, an der Challenge teilzunehmen und so viele Kilometer wie möglich zu sammeln.“, so Prof. Dr. Stefan Krause, Beauftragter des Hochschulsports der DHBW. So geht’s: Installieren Sie die Naviki-App, aktivieren Sie in den App-Einstellungen Ihre Teilnahme an der ABC, treten Sie dem DHBW Team bei. Anschließend einfach radeln und alle Fahrten mit der App aufzeichnen. So sammeln Sie Kilometer für sich selbst und für die DHBW. Das wirkt sich unmittelbar auf die Tabellen aus, die Sie jederzeit in der App verfolgen können. Täglich steigt die Spannung! Ergebnisse und alle weiteren Infos

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