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News:
Die Zukunft des ländlichen Raums

- Rund 50 Unternehmer aus dem Neckar-Odenwald-Kreis haben sich zum Netzwerk Fachkräftesicherung zusammengeschlossen. Bei einem ersten Netzwerktreffen auf dem Gelände der Dualen Hochschule Mosbach tauschten sie sich über Ideen aus, wie man Fachkräfte für die eigenen Unternehmen gewinnen kann. Dieser zentralen Frage von IHK-Geschäftsführer Dr. Andreas Hildenbrand widmete sich das Netzwerk „Initiative Fachkräftesicherung Neckar-Odenwald-Kreis 2030“ bei seiner ersten Präsenz-Netzwerkveranstaltung. Hildenbrand wies in seiner Begrüßung auch auf die Ziele der IHK-Vollversammlung hin. Zu diesen gehöre es, einerseits die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen im ländlichen Raum zu verbessern und anderseits auf gleichwertige Wettbewerbsbedingungen zu den urbanen Zentren hinzuarbeiten. Das Netzwerk der Initiative Fachkräftesicherung hat sich 2020 gegründet. Das Konzept steht auf drei Säulen: An die Politik werden Handlungsfelder adressiert, beispielweise die Infrastruktur der beruflichen Ausbildung im Landkreis zu erhalten oder die DHBW in Mosbach weiterhin vom Land zu unterstützen. Intern eröffnet das Netzwerk Raum für den Austausch von Unternehmern untereinander und bietet Workshops zur Wissensvermittlung. Außerdem betreibt die Initiative gemeinsam Fachkräfte-Marketing. Dafür hat sie die Dachmarke „Ausbildung NOK“ geschaffen. Derzeit läuft zusätzlich eine Artikelserie mit Einblicken in unterschiedliche Ausbildungsberufe. Hildenbrand betonte, die Initiative sei offen für alle Unternehmen, die mitmachen wollen. „IHK und DHBW haben gemeinsame Ziele“, stellte Professor Dr. Max Mühlhäuser, Prorektor und Dekan der DHBW-Fakultät Technik, fest. „Wir beide wollen Unternehmen im ländlichen Raum halten.“ Er wies auf einen „enormen Bedarf anIngenieurinnen undIngenieuren“ hin, wolle man die Energiewendeund Digitalisierung bewältigen. „Die Generation Z tickt zwar anders“, stellte er fest. „Ihr ist Karriere nicht so wichtig. Sie ist aber leistungswillig und leistungsbereit.“ Er forderte ein Baukompetenzzentrum für Mosbach zur Bewältigung der ökologischen Transformation. Außerdem wünschte er sich mehr Wertschätzung für die berufliche Aus-und Weiterbildung. Auch Mosbachs Bürgermeister Michael Keilbach und Landrat Dr. Achim Brötel bezeichneten den Fachkräftemangel als große Herausforderung für Unternehmen im ländlichen Raum. Es müsse mehr geschehen und dafür sei der Bottom-up-Ansatz der Fachkräfteinitiativegenau richtig. Frank-Martin Entzer, Referent des Arbeitgeberverbandes der Metall-und Elektroindustrie (Südwestmetall) Rhein-Neckar-Odenwald, und Ralf Rohmann, geschäftsführender Gesellschafter der Firma Eirich und Vorsitzender des IHK-Ausschusses für Industrie und Innovation, gaben den rund 50 Unternehmen Denkanstöße zu dem Thema mit. „Wir haben ein Ausbildungssystem, um dasuns jeder in der Welt beneidet. Das machen wir gerade selbst kaputt“, stellte Ralf Rohmann fest. Man müsse Kinder für Technik und praktisches Arbeiten begeistern. In diesem Bereich sieht Rohmann ein „Vermittlungsdefizit“ an den Schulen. Er bemängelte, dass Ministerien ihre Beschlüsse, dies zu ändern, nicht umsetzten. Informationen zu Kooperationen mit Unternehmen kämen oft nicht in den Schulen an. Rohmann kritisierte „Bürokratie und Unwille“ im System Schule. Nur wenn Unternehmen auf „idealistische Lehrer“ stoßen würden, könne eine Zusammenarbeit gelingen. Entzer verwies auf eine Ausbildungsquote von 4,2 Prozent in den von ihm vertretenen Verbänden hin, der geringste gemessene Wert bisher. Demgegenüber lag der Anteil unbesetzter Ausbildungsstellen bei rund zehn Prozent – ebenfalls ein beunruhigender Höchstwert. „Die Schere geht weiter auf“, stellte Entzer fest. „Je kleiner und in der Bevölkerung unbekannter ein Unternehmen ist, umso schwieriger ist es für dieses, freie Ausbildungsplätze zu besetzen.“ Man müsse die berufliche Orientierung stärken, wie zum Beispielderzeitdurch die PraktikumswochenBW, die von einem breiten Ausbildungsbündnis mit Unterstützung von SCHULEWIRTSCHAFT Baden-Württemberg getragen werden: Jugendliche und Unternehmen lernen sich in einem eintägigen Schnupperpraktikum kennen. Die Jugendlichen wechseln nach jedem Tag das Unternehmen und sammeln so Erfahrungen in verschiedenen Berufen.

News:
Steam Active

- Nach einer erfolgreichen Bewerbung für ein europaweites Forschungsprojekt freut sich DHBW Mosbach nun, dieses gemeinsam mit Hochschulen in Spanien, Griechenland, Italien und Litauen durchführen zu können. Das Projekt ‚STEAM-Active‘ ist Teil der EU-Initiative „Erasmus+“, deren Schwerpunkte aktuell soziale Inklusion, der grüne und digitale Wandel sowie die Förderung der Teilhabe junger Menschen am demokratischen Leben sind. Im Rahmen des Forschungsprojektes werden neue Lern- und Lehrformen entwickelt und aufgebaut, die eine besonders anwendungsorientierte und praxisnahe Hochschul-Ausbildung in den Ingenieurwissenschaften ermöglichen. Grundlage hierfür ist der sogenannte ‚STEAM‘-Ansatz, der insbesondere im naturwissenschaftlich-technischen Bereich durch Kreativität, Interaktion und Kommunikation ein zielführendes Lernen und Innovationen fördern soll. Beispielsweise werden durch die Arbeit an Kleinprojekten innerhalb von praktischen Seminaren gemeinsam von den Studierenden vielfältige Kompetenzen gewonnen, die sie im Endeffekt fit für die Berufswelt machen. STEAM steht dabei für Science, Technology, Engineering, Arts and Mathematics, entspricht also dem deutschen MINT ergänzt durch Kunst/Kreativität (Beschreibung des Ansatzes an Schulen z.B. hier ) Der Projektleiter für die DHBW, Prof. Dr.-Ing. Christian Kuhn, erläutert die Ziele der DHBW im Rahmen des Projektes: „Die Digitalisierung von Produkten und Prozessen ist für alle Studierenden im Ingenieurwesen relevant, aber im Rahmen der existierenden Lehrveranstaltungen oftmals recht theoretisch und wenig interaktiv. In unserer ‚Digitalen Fabrik‘ wollen wir daher ein neues Seminar ‚Digital Engineer‘ aufbauen und etablieren, um auf die Anforderungen der Berufswelt besser einzugehen und die relevanten Kompetenzbedarfe der Studierenden zu erfüllen.“ Das Projekt läuft bis Frühjahr 2024 mit einem Förderanteil von 51.000 Euro für die DHBW, mit ersten Ergebnissen ist im nächsten Jahr zu rechnen. Weitere Infos auf den Forschungs-Seiten der DHBW Mosbach: https://www.mosbach.dhbw.de/forschung-transfer/projekte-uebersicht/ sowie auf der offiziellen Projektseite: https://steam-active.pixel-online.org/

News:
Studienarbeit zum Thema Data Science/Smart Home - Intelligente Türöffnung

- Ein nicht ganz alltägliches, aber sehr wichtiges Themenfeld auch für angehende Wirtschaftsingenieur*innen liegt im Bereich Data Science. Daten gewinnbringend analysieren, auswerten und ggf. durch Algorithmen unterstützte Vorhersagen zu treffen können den Unternehmenserfolg nachhaltig steigern. Daher entschieden sich zwei Studierende des Wirtschaftsingenieurwesens für eine Studienarbeit in dieser Richtung. Den teilweise steinigen Weg hin zu einem funktionsfähigen Beispielmodell stellen die beiden hier vor. In der Studienarbeit "Data Science - Intelligente Türöffnung" haben wir, Johanna und Max, mit Hilfe eines Raspberry Pis eine Gesichtserkennung auf unsere Gesichter trainiert. Um die Tür zu simulieren, wurde eine LED-Matrix verwendet, die jeweils einen Text anzeigt. Erkennt die Kamera ein bekanntes Gesicht, erscheint der Satz "Hello" plus der Name der erkannten Person. Ist die Person dagegen unbekannt, ist dort "Fail, please try again" zu sehen. Im folgenden Video demonstrieren wir die Funktionsweise der Gesichtserkennung im Live-Betrieb. Auf dem Weg zu diesem Ergebnis mussten wir allerdings zunächst einige Hürden überwinden. Trotz passablem, aber noch ausbaufähigem Vorwissen im Programmieren mit Python oder im neuen Umgang mit einem Raspberry Pi waren zunächst Probleme, wie beispielsweise das richtige Anschließen der Hardware und die Inbetriebnahme der Kamera, zu lösen. Nach ein paar Stunden voller Nerven- und Zeitaufwand, sowie der Neuanschaffung einer Kamera, kamen wir letztendlich zu dem Ergebnis, dass das neueste Betriebssystem nicht immer das Beste ist, da dieses auch eine Umstellung der Kamera beinhaltet und es so nicht funktioniert. Also nochmals alles von Neuem, altes Betriebssystem herunterladen, benötigte Einstellungen vornehmen und schon sieht es bereits besser aus. Die LED-Matrix läuft dann Dank einer passenden Beschreibung und einem kostenlos zur Verfügung stehendem Code relativ schnell. Bei der Gesichtserkennung klappte es leider nicht ganz so reibungslos. Nachdem es zu Problemen beim Herunterladen von OpenCV (eine open-source Bibliothek zur Bildbearbeitung) kam, mussten wir ebenfalls nochmal umschwenken und einen anderen Code finden. Letztendlich konnten wir dann, nach einigen Modifikationen des Codes, erfolgreich die Gesichtserkennung so trainieren, dass der Algorithmus eine Übereinstimmung festgestellt hat. Im Anschluss daran haben wir nur dann noch die LED-Matrix entsprechend programmiert und in das ganze System integriert. Am Ende steht also tatsächlich eine Gesichtserkennung, die eine Person erkennt und potentiell eine Tür öffnen könnte. Dazu muss allerdings noch eine Integration in ein Türöffnungssystem erfolgen und eine robuste Hülle, sowie ein effizientes Design entworfen werden. Natürlich ist das Ergebnis noch ausbaufähig, denn bis dato kann der Algorithmus sehr einfach ausgetrickst werden. Hält man ein Foto einer bekannten Person vor die Kamera, wird auch dieses erkannt und in der realen Anwendung würde die Tür dann auch tatsächlich geöffnet. Diese Sicherheitslücke kann in einer weiteren Arbeit durch eine Zwei-Faktor Authentifizierung zum Beispiel durch eine integrierte Gestenerkennung behoben werden. Neben der technischen Umsetzung haben wir als Bestandteil der Studienarbeit auch eine wirtschaftliche Betrachtung durchgeführt. Aufgrund unseres Studiengangs (Wirtschaftsingenieurwesen) bietet sich diese Kombination aus ökonomischen und technischen Betrachtungen mehr als an. Die wirtschaftlichen Aspekte dabei waren eine Marktanalyse, eine Kostenkalkulation sowie ein Werbevideo und die Vorteile einer intelligenten Türöffnung für den Verbraucher. Dabei ist zu erwähnen, dass sich alle eben genannten Aspekte auf eine fertiggestellte intelligente Türöffnung beziehen. Die Umsetzung der Studienarbeit stand in Verbindung mit dem Fach Data Science, zu dem wir im fünften Semester bereits auch eine Vorlesung besucht hatten. Die Bearbeitung des Themas hat uns persönlich in diesem Fachgebiet, als auch im Programmieren, weitergebracht. Ebenfalls hat uns die Vielseitigkeit eines Raspberry Pis beeindruckt, sodass wir auch privat weitere Projekte, wie beispielsweise einen sogenannten "Magic Mirror", mit einem Raspberry Pi umsetzen wollen.

News:
Behinderung und Vielfalt im Studium „lernen“

- Die Welt ist vielfältiger als es der Alltag offenbart. Im Studiengang BWL-International Business der DHBW Mosbach wird das Bewusstsein dafür jetzt durch Menschen mit Behinderung lebensnah in die Lehre integriert. Lieber gar nichts sagen als etwas Falsches sagen.“ Dieser Satz bringt die ganze Unsicherheit auf den Punkt, den viele Menschen ohne Behinderung im Kontakt mit Menschen mit Behinderung empfinden. „Statt unbeschwert und offen mit diesen Menschen in Kontakt zu treten, verschließt man sich – eine aus der Verunsicherung resultierende menschliche Reaktion, die aber nicht sein muss und sich recht einfach ‚umpolen‘ lässt“, sagt Professorin Eva Boder. Die Leiterin des Studiengangs BWL-International Business am DHBW-Standort Bad Mergentheim hat einen Weg gefunden, um die Perspektive von Menschen mit Einschränkungen in die Lehre zu integrieren: Sie lässt sie selbst über ihre Schicksale, ihren Lebensweg, ihre Erfahrungen und ihren Alltag reden. Das kommt an. Die Reaktionen der Studierenden reichen von Zustimmung bis zu Begeisterung: „Mir hat es geholfen, offener mit diesem Thema umzugehen“; „Jungen Leuten wird so die Angst genommen, etwas Falsches zu Menschen mit Behinderung zu sagen“; „In der Schule ging es oft um die Gefahren von Drogen, im Internet oder um Mobbing – aber dieses Thema hatte ich noch nie“. „Wir bilden in unserem Studiengang die Fach- und Führungskräfte von morgen aus“, sagt Eva Boder. „Und das heißt, dass wir ihnen auch die ganze Vielfalt des Lebens vermitteln müssen, all die sehr unterschiedlichen Dinge, mit denen sie heute und in Zukunft konfrontiert werden – privat und im Beruf.“ Nicht über Menschen mit Behinderung reden, sondern mit ihnen Wer kann das aber besser als die Betroffenen selbst? Nicht über Menschen mit Behinderung reden, sondern mit ihnen – das ist der neue Ansatz im Studiengang, wenn die „Grundlagen des interkulturellen Managements“ vermittelt werden. Die DHBW ist dazu eine Kooperation mit dem Annelie-Wellensiek-Zentrum für Inklusive Bildung – kurz AW-ZIB – der Pädagogischen Hochschule Heidelberg eingegangen. „Am AW-ZIB arbeiten Menschen, die als kognitiv beeinträchtigt gelten. Sie haben eine dreijährige Vollzeit-Qualifizierung zu Bildungsfachkräften erfolgreich absolviert. Jetzt geben sie in Bildungsveranstaltungen Einblicke in ihre Lebenswelten und teilen ihre Inklusions- und Exklusionserfahrungen“, erläutert die DHBW-Professorin. Im International Business-Studium sieht dies konkret so aus, dass die Bildungsfachkräfte des Annelie-Wellensiek-Zentrums in Erstsemester-Veranstaltungen referieren und natürlich auch Rede und Antwort stehen. Ziel dieses Studienbausteins sei es, die Studierenden ganzheitlich zu prägen. „Es geht darum, Stereotype aufzubrechen und die Perspektive zu wechseln. Wir wollen gegenseitiges Verständnis aufbauen und die Vielfalt der Menschen wertschätzen lernen“, sagt Eva Boder. Dies seien letztlich wertvolle Fähigkeiten und Kenntnisse, die ein Studium dieser Art auch vermitteln müsse – und die den angehenden Fach- und Führungskräften für das Berufsleben wesentlich breitere Erfahrungen und Differenzierungsmöglichkeiten mit auf den Weg gibt. Vom Job in der Behindertenwerkstatt zur Bildungsfachkraft Pandemiebedingt traten beim ersten Durchlauf des Studienbausteins die Bildungsfachkräfte Thilo Krahnke und Helmuth Pflantzer vom AW-ZIB noch per Videoschaltung mit den DHBW-Studierenden in Kontakt. Sie berichteten über ihren langen Weg zur jetzigen Position, der für sie eine noch einmal ganz neue Perspektive bedeutet. Helmuth Pflantzer beispielsweise hat 22 Jahre in einer Werkstatt für behinderte Menschen gearbeitet, was ja so etwas wie der der ‚Klassiker‘ für viele Menschen mit Einschränkungen ist. Im Projekt „Inklusive Bildung Baden-Württemberg“ wurde er in einer drei Jahre währenden Vollzeit-Qualifizierung zur Bildungsfachkraft ausgebildet. Heute arbeitet er in seinem Traumjob am AW-ZIB. Gefördert wird das Zentrum der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, die dieses Projekt auch wissenschaftlich begleitet, vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden Württemberg, dem Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg sowie der Familie Wellensiek. Für die DHBW-Standorte Mosbach und Bad Mergentheim bedeutet die Verbreiterung der Studieninhalte um die Aspekte der Vielfalt einen wichtigen Schritt zur ganzheitlichen Prägung der Studierenden. „Die Bildungsfachkräfte berichteten über ihre Arbeit, ihre Lernerfahrungen, Wohnen und Freizeit, aber auch über Bereiche wie Behinderung, Barrieren und Barrierefreiheit, Teilhabe und Selbstbestimmung. Die überaus positiven Reaktionen zeigen, dass die Studierenden sehr dankbar sind für konkrete Einblicken in einen Bereich, der ihnen sonst in der Regel verschlossen bleibt,“ sagt Eva Boder. Die „Lektionen in Menschlichkeit“ werden nun fester Bestandteil im Curriculum des Studiengangs International Business. Über das Annelie-Wellensiek-Zentrum für Inklusive Bildung In den letzten Jahren wurde auch an Hochschulen intensiv über inklusive Bildung diskutiert. Viel zu selten wird hierbei jedoch die Perspektive von Menschen mit Behinderungen berücksichtigt, auch und gerade in der hochschulischen Lehre zur Inklusion. Am AW-ZIB arbeiten Menschen, die als kognitiv beeinträchtigt gelten und vorab eine dreijährige Vollzeit-Qualifizierung zu Bildungsfachkräften erfolgreich absolviert haben. Das Zentrum nimmt eine Vorreiterrolle ein: Es ist - national wie international – das erste seiner Art, das als wissenschaftliche Einrichtung und Inklusionsabteilung an einer Hochschule verortet wurde. Seit dem Wintersemester 2020/2021 geben die Bildungsfachkräfte als fachlich und hochschuldidaktisch qualifizierte Mitarbeiter:innen unserer Hochschule in ergänzenden Lehrveranstaltungen Einblicke in die Lebenswelten sowie Inklusions- und Exklusionserfahrungen. Die Bildungsarbeit erfolgt dabei nicht nur an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, sondern auch an Partnerhochschulen und Bildungsinstitutionen im ganzen Bundesland. Diese Angebote sowie deren Wirkung werden zudem wissenschaftlich erforscht: www.ph-heidelberg.de/aw-zib

News:
Informationen geben, individuell beraten und für Technik begeistern

- Der erste Tag des dualen Studiums im neuen Jahrzehnt, der erste solche Tag in Präsenz nach den Pandemie-Lockdowns: ein voller Erfolg. Bei bestem Wetter trafen sich die Campusfamilie und viele Partnerunternehmen, um zukünftige Studierende zu beraten und vom dualen Studienmodel zu begeistern. Der zweite Samstag im Juli ist für die DHBW Mosbach seit Jahren fester Bestandteil des Studienjahres. Alle Vorlesungsräume werden geräumt und Zelte aufgebaut, um rund 120 Dualen Partnern und ihren Ständen Platz auf dem Campus im Lohrtalweg zu schaffen. „Junge Leute können zwischen so vielen verschiedenen Studiengängen wählen, dass sie oft gar keine Möglichkeit haben, sich einen guten Überblick zu verschaffen“, weiß Dekanin der Wirtschaft Prof. Dr. Elke Heizmann. „Heute haben wir in Vorträge und individuell beraten. So helfen wir bei der Studienentscheidung, und eine fundierte Entscheidung hilft letztlich auch beim Studienerfolg.“ Das Vortragsprogramm stellte den rund 750 Gästen das Studienmodell, ausgewählte Studiengänge und Unternehmen und Möglichkeiten für Auslandserfahrung vor. Im Rahmenprogramm waren ein DJ und der deutsche Meister im Fussball-Freestyle Chris Bennet Bröker. Beim Studienplatz-Speeddating suchten in rund 70 zehnminütigen Gesprächen Studieninteressierte ihren Traumjob. „Mich hat unsere Technik-Welt am meisten begeistert“, erklärte Dekan der Technik Prof. Dr. Max Mühlhäuser. Die ausgestellten Exponate sind in den letzten Monaten aus Studienarbeiten entstanden. Dort sortiert eine Maschine aus Legosteinen schwere, leichte und große Kugeln auseinander. Ein Roboter löst selbständig einen Zauberwürfel, ein anderer sortiert Paletten. Über Bildschirme flimmert Code und verrät, was hinter den Kulissen der Technik-Welt passiert. „Das vermittelt den Studieninteressierten anschaulich, was alles in einem technischen Studium drinsteckt – und wie viel Spaß es machen kann“, so Mühlhäuser. Eine Besonderheit war der Besuch einer Gruppe von rund 40 Ukrainerinnen und Ukrainern im Alter zwischen 22 und 40 Jahren, die aus ihrer Heimat geflüchtet sind und derzeit in der Region Neckar-Odenwald leben. Die Gruppe informierte sich über die Angebote der Unternehmen und suchte konkret nach Praktika, Berufseinstieg oder Studienplätzen. In der Ukraine haben sie als Juristen, Lehrer, Ärzte gearbeitet, in der Bau-, Automobil und Gesundheitsbranche, als Verkäufer, Bankangestellte, Elektriker und Mechaniker und in der Pharma-/Gesundheitsbranche. Sie besuchen derzeit an der VHS Mosbach einen Deutschkurs und wurden von VHS-Dozentin Karine Spröhnle und Informatikprofessor Dr. Alexander Auch begleitet, die den Besuch zusammen mit Pressereferentin Katja Hirnickel initiiert haben. „Wir haben gute Gespräche geführt“, resümiert Frank Baderschneider, Niederlassungleiter des Partnerunternehmens Norma Lebensmittelfilialbetrieb. „Viele kamen gut vorbereitet, teils in Begleitung der Eltern. Die Schülerinnen und Schüler waren oft bereits sehr gut informiert und wussten genau, was sie wollten“. Eine Beobachtung, so Baderschneider, die er auch bei den dualen Studierenden bei Norma mache. Diese tragen bereits früh Verantwortung und nutzen das duale Studium als Baustein ihrer Karriere, denn der Lebensmittelhändler rekrutiert zukünftige Führungskräfte konsequent aus den eigenen Reihen. Vom Hochschulstandort Mosbach und dem DHBW-Studium ist Baderschneider überzeugt: Die kleinen Kurse ermöglichen beste Betreuung und die Verknüpfung von Praxis im Unternehmen und Theorie an der Hochschule sei ideal. Mit einer gewissen Sorge hatten die Veranstalter den Besucherzahlen entgegengeblickt. An anderen Karrieremessen war in den letzten Monaten teils deutlich weniger los als in den Vor-Pandemie-Jahren. „Zum einen liegt das daran, dass viele der jungen Leute derzeit abwarten, wie sich die wirtschaftliche und die Pandemielage entwickeln“, so Marketingleiter Benjamin Hötzel. Sie interessieren sich daher noch nicht konkret fürs Studium und Karrierewege und sind weder in der Studienberatung noch auf Messen oder Infoabenden zu finden. „Darüber haben diejenigen, die sich interessieren, heutzutage viel mehr Angebote für virtuelle Studienberatungen, Online-Infoabende oder Bewerberportale und müssen gar nicht bis zum Tag des dualen Studiums warten, um uns kennenzulernen.“ Und so zeigt sich Hötzel zufrieden mit den 750 Besucherinnen und Besuchern: zwar weniger als in den Vorjahren, durch die Zelte für mehr Abstand auch stärker über den gesamten Campus verteilt, aber dennoch ein guter und wichtiger erster Eindruck für die Studieninteressierten.

News:
Delegationsreise in die USA und nach Kanada

- Prof. Dr. Andreas Weißenbach, Studiengangsleiter Maschinenbau, begleitete Wissenschaftsministerin Theresa Bauer auf ihre Delegationsreise in die USA. Gleichzeitig nutzte er die Gelegenheit, alte (Hochschul-)Kontakte zu festigen und neue zu knüpfen. Hier sein persönlicher Bericht über zwei Länder der großen Entfernungen und modernen Technologien. Nachdem ich mit der Delegation von Frau Ministerin Bauer in Boston angekommen war, ging es weiter nach Connecticut. Dort im speziellen an die University of Connecticut (UCONN), um das 30-jährige Bestehen des Landesprogramms zwischen Baden-Württemberg und Connecticut zu feiern. Im Rahmen der Reise haben wir zunächst die Yale University besucht. Auch wenn es dort insgesamt sehr bemerkenswert war, hat mich im Speziellen das Center for Engineering Innovation & Design beeindruckt. In einer Art „Bastelwerkstatt“ lassen sie dort den Studierenden die Freiheit, an Projekten zu arbeiten und diese bis zur Marktreife zu entwickeln. Die Studierenden werden dabei professionell begleitet und zwar von der ersten Idee bis zur Patentanmeldung und dem anschließenden Businessplan für ein eigenes Unternehmen. Das nenne ich einmal begleitetes „Entrepreneurship“, was hervorragend ist und den Studierenden beim Verkauf Ihrer Ergebnisse zum Teil Millionengewinne einbringt! Anschließend haben wir die Beinecke Library besucht, in der beispielsweise ein Original der ersten von Guttenberg gedruckten Bibel anzuschauen war. Klimatisiert und hinter Glas findet man dort mehrere Hunderttausend Bücher aus sämtlichen Richtungen - alles sehr beeindruckend! Im Anschluss an Yale haben wir die Fa. Trumpf in Farmington besucht. Das war für mich natürlich ein Heimspiel, da ich selbst bereits drei Mal dort war und auch verschiedene Personen in der Produktion und Geschäftsleitung kannte. Meine eigene Diplomarbeit, die ich vor Jahren am Headquarter in Ditzingen geschrieben habe, wurde sowohl in Ditzingen wie auch im Werk in Farmington umgesetzt. Dies führte dann natürlich zu einer großen Freude aller Anwesenden der Fa. Trumpf, da sie nun quasi den geistigen Vater ihres Montagekonzeptes persönlich begrüßen durften. Ich gebe es zu, ich bin ein wenig stolz darauf! Gleichzeitig konnte ich einige Personen wieder sehen, die ich ein paar Jahre zuvor als Austauschstudierende im Eurotech-Programm (spezielles Programm an der School of Engineering der UCONN) betreut habe. Am nächsten Morgen habe ich mich dann von der Delegation etwas abgesondert und bin an die Central Connecticut State University (CCSU) gefahren. Dort habe ich Prof. Paul Resetarits und seinen Kollegen Dr. Haoyu Wang vom Studiengang Manufacturing und Construction Management der School of Engineering getroffen. Beide kenne ich schon seit Jahren und mit Ihnen habe ich bereits mehrere Studierende des Maschinenbaus und auch des Bauwesens ausgetauscht. Gleichzeitig konnte ich Dr. Momar Ndiaye und Frau Zongxiang Mei, beide vom International Office, sprechen, was zu einem besonders guten Ergebnis führte. Wir haben abgesprochen, dass die CCSU und die DHBW Mosbach einen direkten und beidseitigen Partnerschaftsvertrag (Letter of Intent) vereinbart, um sowohl Studierenden als auch Wissenschaftlern und Hochschullehrern einen Austausch zu ermöglicht. Alleine dafür hat sich für mich die Reise gelohnt! Zurück bei der Delegation haben wir dann das Trinity College in Hartford besucht, eine private Universität für „Liberal Arts Education in 21st Century“. Etwas Kultur stand dann natürlich auch noch auf dem Programm. Ein Orgelkonzert in der dortigen Universitätskapelle und ein Besuch der Watkinson Library, in der uns ganz besondere Bücher und Bilder ihrer Sammlung gezeigt wurden. Mit der Teilnahme an der Eröffnungssequenz der BADEN-WÜRTTEMBERG HUMAN RIGHTS RESEARCH CONSORTIUM CONFERENCE begann der nächste Tag. Bei meinem letzten Besuch vor viert Jahren wurden von damaligen Delegationsmitgliedern und verschiedenen Wissenschaftlern der UCONN erste Ideen zu Human Rights diskutiert. Inzwischen hat sich ein Konsortium aus mehreren Baden-Württembergischen Universitäten und weiteren internationalen Universitäten gebildet, das nun nach der Corona-Pandemie seine erste internationale Konferenz abhalten konnten. Trotz der Pandemie ein großer Erfolg, der auch auf das Landesprogramms zwischen Baden-Württemberg und Connecticut zurückzuführen ist. Als ein kulturelles High Light stand dann der Besuch des Mark Twain House in Hartford auf dem Plan. Mark Twain hatte viele Schriften auf seinen Reisen durch Europa und insbesondere in Heidelberg verfasst. Der Besuch seines Hauses und des daran angeschlossenen Museum war daher eine besonders angenehme Abwechslung. Im Anschluss besuchten wir die Fa. Pratt & Withney, einen der weltweit größten Luftfahrtkonzerne, wo wir das Trainingszentrum zur Instandhaltung von Flugzeugturbinen besichtigten konnten. Also in doppelter Hinsicht genau mein Ding! Am nächsten Morgen haben wir dann das Innovation Partnership Building der UCONN besucht, eine Art Technologie- und Gründerzentrum der Universität. Dort wurden uns neben vielen Laboren auch aufgezeigt, wie sie derzeit Unternehmen unterstützen und daraus Partnerschaften für die Forschung generieren. Das Modell ist allerdings wenig anders, wie wir an unseren Universitäten in Deutschland auch Drittmittelprojekte durchführen. Im Anschluss daran nahm ich mit den Rektoren und Präsidenten der technisch geprägten Baden-Württembergischen Universitäten an einem Meeting mit dem Dean der School of Engineering der UCONN teil, wo wir über das Eurotech-Programm und möglicher Verbesserungen diskutierten. Hier wurde vereinbart, im Rahmen des bestehenden Landesprogramms zwischen Baden-Württemberg und Connecticut noch enger zusammenzuarbeiten. Auf dem Weg zum UConn Avery Point Campus nach Groton besuchten wir noch Lt. Governor Susan Bysiewicz, die sich im Staat Connecticut schwerpunktmäßig um die wirtschaftliche Entwicklung des Landes kümmert. Am UCONN Avery Point Campus in Groton angekommen, stand dann die Feier zum 30-jährige Bestehen des Landesprogramms zwischen Baden-Württemberg und Connecticut an. In festlichen Rahmen und mit viele lobenden Worten sowie einem leckeren Abendessen fand der Tag dann sein Ende. Am nächsten Morgen sind wir dann nach Boston zurück gefahren, wo ich mich anschließend auf den Weg nach Toronto/Kanada machte. Dort angekommen und über das Wochenende etwas von der Vorwoche erholt, besuchte ich Prof. Andrew Jardine und seinen Nachfolger Prof. Chi-Guhn Lee vom Department of Mechanical & Industrial Engineering der Faculty of Applied Science & Engineering an der University of Toronto. Dieser Besuch war fachlich sehr aufschlussreich und gewährte mir einen kleinen Einblick in deren Forschung bzw. in den Umgang mit Projekten aus der Wirtschaft. Des Weitern zeigten sie mir, wie dort mit Online-Lehre und im Allgemeinen mit neuen Lehr- und Lernmethoden umgegangen wird. Entsprechende Fotos eines relativ neu gebauten Hörsaals habe ich angehängt. Dort wird alles auf Gruppenarbeit und möglichst viel selbständiger Erarbeitung der Lerninhalte ausgerichtet. Natürlich alles mit entsprechend fachlicher Begleitung, aber auch mit der notwendigen IT-Ausstattung. Hier kann ich nur sagen, dass wir in Mosbach definitiv hinten anstehen. Was ich dort sah – und wir sprechen hier von einer staatlichen Universität und nicht von einer privaten Universität wie der Yale University oder dem Trinity College – war mehr als beeindruckend. In Sachen Digitalisierung und Industrie 4.0 sind sie dort drei Schritte weiter! Weitergereist an die angeblich beste Universität Kanadas, die Queen's University nach Kingston, zeigte es mir ein ähnliches Bild. Ich wurde allerdings trotz Anmeldung und konkreter Terminvereinbarung nur von einer Mitarbeiterin des International Office empfangen. Mein Kontakt zur Faculty of Engineering and Applied Science hatte leider keine Zeit. Insgesamt fand ich den Besuch dennoch sehr interessant, da meiner Meinung nach im Nachgang vielleicht doch der ein oder andere Ansatzpunkt diskutiert werden könnte. Als letzte Station für meine Mission stand noch ein Besuch an der McGill University in Montréal an. Dort stieß ich durchaus auf offene Ohren. Hier wurde ich sehr freundlich empfangen und die Zusammenarbeit mit europäischen Universitäten – insbesondere aus Deutschland/Baden-Württemberg – fand großes Interesse. Als ich unser besonderes Studienmodel der DHBW vorstellte, wurden dann so manche Ohren noch viel größer. Leider hatte es mir die Zeit nicht erlaubt, noch tiefergehende Gespräche zu führen, aber mein Kontakt an der Faculty of Engineering war ganz angetan und ich habe ihm versprochen, nochmals den Kontakt mit ihm zu suchen. Am letzten Tag meiner Reise stand dann die Rückfahrt nach Toronto an, was bei den Entfernungen eine kleine Herausforderung war. Am Samstagmorgen landete ich schlussendlich etwas müde und k.o. in München, aber wohlbehalten wieder zurück in Deutschland.

News:
Studienarbeiten MT und ET

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News:
„Die Hälfte des Internets ist Psychologie“ oder: Orientierungshilfe im digitalen Dschungel

- Podcasts boomen – das „Radio auf Abruf findet immer mehr Fans. Beliebt sind dabei auch Geschichten aus der Wissenschaft. Diese spielen seit einem Jahr im Podcast „achwas.fm“ die Hauptrolle, der von dem Psychologen Professor Thomas Wirth von der DHBW Mosbach und seinem Mitstreiter, dem Datenwissenschaftler Hans-Werner Klein, produziert wird. Die beiden Digital-Experten erzählen dort „Geschichten hinter den Pixeln“. Sie bieten damit Orientierungshilfe in einer Welt, die immer schneller digital transformiert wird. Wurst, Feuer und Exkremente sind Thema der 40. Jubiläumsfolge der Geschichten hinter den Pixeln ( „Die bizarre Welt der Shitstorms“ ). Die zwei Autoren und Erzähler im Interview. Herr Wirth, Herr Klein – was hat der Eiffelturm in Paris mit E-Mails aus Nigeria zu tun? Thomas Wirth: Der für die Weltausstellung 1889 gebaute Eiffelturm sollte zunächst nicht für immer stehen bleiben. Als ein Abbau diskutiert wurde, verkaufte der Hochstapler Victor Lustig den Eiffelturm an einen sehr leichtgläubigen Schrotthändler. Dessen Frau war misstrauisch und warnte ihn, aber er tappte in die Falle und verlor viel Geld. Ähnliches funktioniert auch heute: Viele Menschen haben schon E-Mails von merkwürdigen Leuten aus Nigeria bekommen. Diese bitten in einer finanziellen Angelegenheit um einen kleinen, aber durchaus lukrativen Gefallen. Die Mails sind oft derart schlecht formuliert, dass viele Menschen sofort erkennen, dass sie über den Tisch gezogen werden sollen. Das ist Absicht! Denn so finden die Betrüger – mittlerweile eine ganze Industrie – viel leichter genau die Arglosen, die ihnen dann tatsächlich auf den Leim gehen. Über die Hintergründe sprechen wir in Folge 18 unseres Podcasts. Was steckt hinter Ihrer Idee, mit dem wöchentlichen Podcast achwas.fm „die Geschichten hinter den Pixeln“ zu erzählen? Hans-Werner Klein: „Das Internet ist für uns alle Neuland“, hat Angela Merkel mal 2013 gesagt und damit viele Lacher produziert. Tatsächlich ist unsere Welt sehr viel länger in einer intensiven digitalen Transformation, die viele Menschen nicht mehr überblicken können. Wir bewegen uns in einer elektronischen vernetzten Landschaft, in der wir gar nicht genau wissen, wie wir uns richtig verhalten sollen und wo Gefahren lauern. Unsere Podcast-Folgen erklären zum Beispiel, warum bestimmte Dinge im digitalen Dschungel passieren und wie wir dabei manipuliert und instrumentalisiert werden. Wir verbinden Psychologie mit Zahlen, Daten und Fakten und bringen so Licht ins Dunkel. Wer ist Ihre Zielgruppe? Klein: Alle neugierigen Menschen, die diese Thematik interessiert und die mal hinter den „digitalen Vorhang“ schauen wollen. Unter unseren Zuhörenden sind Ältere, die Zusammenhänge verstehen wollen, ebenso wie junge und „digital affine“ Studierende. Wir wenden uns aber auch an Lehrerinnen und Lehrer oder die Eltern von Jugendlichen, die an ihr Smartphone „angewachsen“ scheinen. Auch die sollten mehr davon verstehen, was da gerade geschieht. Wenn man Ihren Podcast hört – was weiß man dann hinterher, was man vorher nicht wusste? Wirth: Man hat etwas mehr Durchblick. Es passieren manchmal Dinge, die uns merkwürdig erscheinen, wie die Mails aus Nigeria. Oder wir müssen eigenartige Entscheidungen treffen und Umwege machen, um Angebote nutzen oder unsere Ziele erreichen zu können. Dass das oft Überredungs- oder Manipulationsversuche sind, dass es gefährlich wird oder Menschen ganz gezielt sogar süchtig gemacht werden sollen, sieht man nicht auf den ersten Blick. Wir klären über diese Dinge im Podcast verständlich auf. Wir beschäftigen uns in unserem Berufsleben seit mehr als 20 Jahren damit. Haben Sie unter Ihren bislang 40 Folgen Lieblings-Podcasts? Klein: Die ersten beiden Folgen gefallen mir deshalb besonders gut, weil sie so etwas wie die Grundlage unseres Tuns bilden. Zum einen geht es um den Skandal mit der Firma Cambridge Analytica 2014. Diese Firma konnte für den Wahlkampf von Donald Trump auf die Daten von 87 Millionen Facebook-Nutzer zurückgreifen, an die sie durch eine App für Persönlichkeitstests kam. Diese Daten wurden dann für gezielte persönliche Ansprachen genutzt. In der zweiten Folge geht es um moderne Fährtensucher: Wir erklären, wie man aus Standort, Zeit und offenen Daten, die viele Smartphones automatisch preisgeben, persönliche Informationen „ernten“ kann. Dass zwei Wissenschaftler einen Podcast machen, ist eher ungewöhnlich. Wieviel Vorbereitung steckt in achwas.fm? Wirth: Wir haben vorab viel geprobt. Ein Podcast ist etwas anderes als eine Vorlesung oder ein öffentlicher Vortrag. Wir mussten erstmal „sprechen lernen“, also den typischen Dialog proben, den wir „on air“ dann halten. Sich nicht unterbrechen, nicht ausufernd zu werden, den jeweils anderen mit seinem Wissen ins Spiel bringen … dazu kam natürlich die technische Vorbereitung, der Aufbau der Webseite, das Schneiden der Podcasts. Und zu den einzelnen Themen bereiten wir uns inhaltlich oft lange vor. Herr Wirth, Sie sind seit 15 Jahren Professor für Digitale Medien an der DHBW Mosbach, aber Sie sind auch Psychologe. Wieviel Psychologie steckt im Internet? Wirth: Meinen Studierenden sage ich immer: Das Internet besteht zur Hälfte aus Programmierung und zur Hälfte aus Psychologie. In unserem Studiengang Onlinemedien, in dem ich mit meinem Kollegen Arnulf Mester lehre, bringen wir unseren Studierenden ganz bewusst beide Seiten bei. Wer unseren Podcast hört, erfährt natürlich mehr über die psychologische Seite, aber auch etwas über die technischen Zusammenhänge, die dahinterstecken. Herr Klein, als Data Scientist suchen Sie nach Informationen und Mustern in der riesigen Datenflut. Ist es grundsätzlich besorgniserregend, was Sie da finden? Klein: Besorgniserregend finde ich manchmal, wenn mir die Steuerung der Menschen im Netz durch Algorithmen – also Berechnungsverfahren – begegnet, oder wenn mir bewusst wird, wie wir dazu bewegt werden, etwas anzuklicken, zu kaufen oder preiszugeben. In einer Podcast-Folge haben wir deshalb dargestellt, mit welchen Tricks und Kniffen Menschen dazu gebracht werden, immer weiter zu klicken. Die wundern sich dann manchmal, wieso sie nicht vom Bildschirm loskommen, wie das überhaupt passieren kann. Wir erklären es.

News:
Das Herbstprogramm der Hochschuldidaktik für 2022

- Das neue Programm der Hochschuldidaktik wurde veröffentlicht. Mit Klassikern wie dem Lehrkolleg I, erfolgreich eingeführten Formaten, wie den Brown Bag Meetings für SGL´s oder Meet & Greet für Führungskräfte. Interessant für sie könnten ggf. auch die Angebote zum Thema Berufung sein. Einige Kolleg*innen sind ja intensiv in diese Verfahren eingebunden, diese wollen wir bestmöglich unterstützen. Einmal mit zwei Workshops mit dem Fokus „Chancengleichheit und Geschlechtergerechtigkeit in Berufungsverfahren“ und dann eine lockere Reihe im Sinne eines Q&A „Diskussionsrunde zu juristischen Fragestellungen in Berufungsverfahren“ mit jeweils drei zweistündigen Terminen im Herbst und drei weiteren Terminen im nächsten Jahr. Hier finden Sie den Link zum Programm: https://www.zhl.dhbw.de/fileadmin/user_upload/CAS-ZHL/Hochschuldidaktik/ZHL_HD_Herbstprogramm_2022.pdf Ihre Seminarwünsche für 2023 Ist das eine Jahr abgeschlossen, steht die Planung für das nächste Jahr schon wieder an… Haben Sie Wünsche ? Gibt es Schwerpunkthemen, vermissen Sie „alte“ Seminare oder ergeben sich ganze individuelle Bedarfe, z. B. in Form einer Begleitung eines Dozierenden-Tages? Dann sprechen Sie uns gerne an, wir sammeln die Ideen und bündeln diese dann in einem Programmentwurf.

News:
Neues Video-Tutorials BBB Version 2.5

- Die neue BigBlueButton Version 2.5 steht vor der Tür und mit diesem Video möchte ich Ihnen einen kurzen Überblick über die neuen Features und Funktionen geben. Die neue Version beinhaltet ein paar kleine aber für Gruppenarbeiten interessanten Funktionen. Hinter der Benutzeroberfläche wurde fleißig an der Performance gearbeitet, sodass die Zeit beim Teilen von Webcam und Bildschirm bis diese für andere andere Teilnehmende sichtbar sind, mehr als halbiert werden konnte. Unter folgendem Link finden Sie das Video: https://youtu.be/HgnSzZ02fJc Wie immer finden Sie alle Videos auch auf der ZHL Homepage: https://www.zhl.dhbw.de/hochschuldidaktik/das-onlineangebot/bigbluebutton-videotutorials/#anchor-main-content Hier finden Sie auch eine neue textbasierte Anleitung zur Prüfungsvorbereitung mit BigBlueButton.

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